Kooperation

Andrea Gillhuber | Andrea Gillhuber,

Trumpf und Sick entwickeln industriellen Quantensensor

Die Trumpf-Tochter Q.ANT und der Sensor-Spezialist Sick entwickeln gemeinsam quantenoptische Sensoren. Erste Sensoren sollen ab 2021 für den industriellen Einsatz zur Verfügung stehen.

Q.ANT und Sick entwickeln gemeinsam Quantensensoren für die Industrie. An diesem Messstand überprüft ein Mitarbeiter von Q.ANT die Gesamtfunktionalität des Sensors.

© Trumpf

Einen Kooperationsvertrag zur Entwicklung industrieller Quantensensoren haben Sick und die hundertprozentige Trumpf-Tochter Q.ANT unterzeichnet. Ziel ist es, gemeinsam quantenoptische Sensoren zu entwickeln. Erste Funktionstest des weltweit ersten, für die Serienfertigung nutzbaren quantenoptischen Sensors waren bereits erfolgreich, erste Sensoren sollen ab 2021 im industriellen Einsatz zu finden sein. Quantensensoren ermöglichen Messungen in einer Genauigkeit, die technisch bislang nicht möglich war.

Der Sensorspezialist übernimmt die Anwendungsentwicklung und den Vertrieb des Produkts, während Q.ANT als Spezialist für Quantentechnologie die Fertigung der Messtechnik und damit das technologische Herzstück des Sensors beisteuert. »Quantentechnologie ist für die deutsche und die europäische Industrie eine riesige Chance. Diese Partnerschaft zweier Hochtechnologieunternehmen überführt sie nun erstmals in ein serienfähiges Produkt. Der Quantensensor ermöglicht hochpräzise Messungen und Erkenntnisse, die zu völlig neuen Anwendungen in der Industrie führen«, sagt Peter Leibinger, CTO bei Trumpf. Der erste Einsatz der neuen Quantensensoren ist für 2021 geplant.

Das Geschäft mit Quantensensoren ist lukrativ: Experten der Deutschen Akademie für Technikwissenschaften Acatech schätzen den Gesamtmarkt für diese Sensoren bis 2023 auf rund 1,1 Mrd. Euro. »Mit dem Einstieg in die Quantensensorik baut Sick seine weltweite Technologieführerschaft in der Sensorik-Branche aus. Quantensensoren sind für die Zukunft der Industrie eine Schlüsseltechnologie«, sagt Robert Bauer, Vorstandsvorsitzender von Sick. 

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Erfolgreiche Funktionstests

Bislang kamen Quantensensoren vor allem in der Forschung zum Einsatz. Q.ANT und Sick konnten nun erstmals Funktionstests einer Anwendung für die Industrie erfolgreich abschließen. »Quantentechnologie ermöglicht beispielsweise die ultraschnelle Messung der Bewegung und Größenverteilung von Partikeln. Mit der Industrialisierung dieser Sensoren gehen nicht nur wir, sondern der Hightech-Standort Deutschland einen großen Schritt in Richtungen Kommerzialisierung von Quantentechnologie«, so Michael Förtsch, CEO von Q.ANT. Die Quantensensoren erlauben mithilfe von Laserlicht hocheffiziente Messungen, die mit herkömmlichen Verfahren nicht möglich sind.

»Quantentechnologie ist die nächste Stufe für die Sensorik, denn sie verschiebt bisher fest verankerte technische Grenzen. Wo bislang keine guten Signale mehr messbar waren, lassen sich im Signalrauschen mittels Quanteneffekten sogar Details wahrnehmbar machen. Damit lassen sich Partikel messen, die rund zweihundert Mal kleiner sind als ein menschliches Haar«, erläutert Niels Syassen, Senior Vice President R&D bei Sick und dort für das Projekt verantwortlich. Die Quantensensoren sollen zunächst zur Analyse von Inhaltsstoffen der Luft zum Einsatz kommen.

Quantensensoren könnten künftig in verschiedenen Branchen zum Alltag gehören: Beispielsweise könnten sich im Tiefbau vor Baubeginn unterirdische Strukturen abbilden lassen; in der Pharmaindustrie könnte sich die beste Zusammensetzung von Tablettenpulver einfacher bestimmen lassen; in der Elektronik könnten Schaltkreise durch Oberflächen hindurch inspiziert und in der Industrie hochpräzise Messungen vorgenommen werden.

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