Schwerpunkte

Zwölf Standorte betroffen

Stellenstreichung bei Schaeffler

11. September 2020, 08:46 Uhr   |  Andrea Gillhuber

Stellenstreichung bei Schaeffler
© Schaeffler

4.400 weitere Stellen streicht Schaeffler bis zum Jahr 2022 in Europa. Betroffen sind zwölf Standorte in Deutschland. Der Abbau ist Teil mehrerer Strukturmaßnahmenpakete.

Seit einigen Jahren befindet sich Schaeffler im Umbau. Ziel der Transformation: die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit nachhaltig zu verbessern. Im Frühjahr 2019 startet der Konzern daher drei Strukturprogramme: RACE (Automotive OEM), GRIP (Automotive Aftermarket) und FIT (Industrie). In seinen Halbjahreszahlen verkündete Schaeffler erste Erfolge durch die Maßnahmen. So hätten sich die in diesem Kontext initiierten Struktur- und Effizienzmaßnahmen positiv auf die Umsatzkosten ausgewirkt. Zudem wurden im 1. Halbjahr 2020 Maßnahmen ein- und fortgeführt, mit denen die finanziellen Effekte, die durch die Coronavirus-Pandemie ausgelöst sind, abgemildert werden. Dazu gehören temporäre Maßnahmen wie die Einführung und Ausweitung von Kurzarbeit, der Abbau von Urlaubstagen und Zeitkonten, Einstellungsstopps und Schließtage in den Werken. Bereits im ersten Quartal wurde das Programm von 1.300 auf 1.900 abzubauende Stellen ausgeweitet.

Weitere 4.400 Stellen gestrichen

Nun kündigte Schaeffler bis Ende 2022 einen Nettoabbau von rund 4.400 Stellen an zwölf Standorten in Deutschland und zwei weiteren in Europa an. Der Konzern erhofft sich dadurch Einsparpotenzial in Höhe von 250 bis 300 Millionen Euro pro Jahr, das 2023 zu 90 % realisiert sein soll. Dem gegenüber stehen Transformationsaufwendungen in Höhe von rund 700 Millionen Euro.

Schaeffler begründet den weiteren Stellenabbau damit, dass die momentane wirtschaftliche Lage neben temporären Maßnahmen zusätzliche strukturelle Maßnahmen zwingend erforderlich machten. Zwei Stoßrichtungen sind vorgesehen: den Abbau von strukturellen Überkapazitäten und die Konsolidierung von Standorten in Europa mit dem Schwerpunkt Deutschland sowie die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und den Ausbau von lokalen Kompetenzen an ausgewählten deutschen Standorten.

Der weltweit tätige Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler hatte bereits im Jahr 2018 angesichts der sich abzeichnenden technologischen und regulatorischen Veränderungen sowie geänderter Kundenanforderungen begonnen, seinen europäischen Werkeverbund anzupassen, die Organisation zu straffen und stärker auf die Bedürfnisse der Sparten auszurichten. Vor diesem Hintergrund wurde im November 2018 die Präsenz in Großbritannien um drei Standorte reduziert. Zudem wurde im Frühjahr 2019 in der Sparte Automotive OEM das Effizienzprogramm RACE etabliert, dem im Verlauf desselben Jahres die Spartenprogramme GRIP (Automotive Aftermarket) und FIT (Industrie) folgten. Im Rahmen von RACE wurden seitdem unter anderem die drei Automotive-Standorte Hamm, Unna und Kaltennordheim verkauft. Ferner wurde im September 2019 noch vor Ausbruch der Coronakrise ein zusätzliches Freiwilligenprogramm aufgelegt, das sich aktuell in der Umsetzung befindet.

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1. Stellenstreichung bei Schaeffler
2. Die Maßnahmen im Überblick
3. Technologie- und Produktionsstandorte werden ausgebaut

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