DIHK, Fraunhofer, VDMA und ZVEI
Zehn Punkte für einen wettbewerbsfähigen Innovationsstandort
Ein Bündnis aus Wirtschaftsverbänden und der Fraunhofer-Gesellschaft fordert bessere Rahmenbedingungen für Innovationen in Deutschland. Für die neue Bundesregierung veröffentlichten sie gemeinsam Handlungsempfehlungen.
Ein Bündnis aus der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), der Fraunhofer-Gesellschaft, dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) und dem Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) hat zehn zentrale Forderungen zur Stärkung des Innovationsstandorts Deutschland vorgestellt. Das Positionspapier richtet sich an die künftige Bundesregierung und benennt konkrete Handlungsfelder, um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes langfristig zu sichern.
Die beteiligten Organisationen betonen, dass Deutschland mit Herausforderungen wie Fachkräftemangel, regulatorischen Hürden und sinkenden Investitionen konfrontiert ist. „Die strukturelle Schwäche am Standort Deutschland bremst die Innovationsdynamik in den Unternehmen deutlich“, erklärte Dr. Volker Treier, DIHK-Außenwirtschaftschef. Laut einer aktuellen DIHK-Konjunkturumfrage plant nur noch jedes dritte Industrieunternehmen Investitionen in die Entwicklung neuer Produkte. „Das reicht nicht für mehr Wachstum“, so Treier weiter.
Ein zentraler Punkt des Forderungskatalogs ist der erleichterte Transfer von Forschungsergebnissen in die industrielle Anwendung. Zudem plädieren die Verbände für eine technologieoffene, risikobasierte Regulierung, um Innovationshemmnisse zu reduzieren. Weitere Schwerpunkte sind die Förderung von Start-ups, eine effizientere Forschungs- und Innovationsförderung sowie die Stärkung der MINT-Bildung.
Die zehn zentralen Forderungen im Überblick
- Bessere Bedingungen für den Transfer von Forschungsergebnissen in die industrielle Anwendung.
- Regulatorische Entlastungen und eine technologieoffene, risikobasierte Regulierung.
- Sicherstellung eines breiten Instrumentenmixes zur Innovationsförderung mit Fokus auf den Mittelstand.
- Stärkere Förderung von Start-ups und eine verbesserte Gründungskultur.
- Ausbau innovativer Produktionstechnologien zur Sicherung von Wertschöpfung und Arbeitsplätzen.
- Schaffung eines dynamischen Innovationsraums, der globale Technologietrends fördert.
- Internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit zur Stärkung der Innovationskraft.
- Bessere Nutzung der Synergien der deutschen Wissenschaftslandschaft.
- Effizientere und unbürokratischere Forschungs- und Innovationsförderung.
- Höherer Stellenwert für MINT-Bildung und Technikkompetenz in der Gesellschaft.
Prof. Holger Hanselka, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, betonte die Notwendigkeit moderner Rahmenbedingungen für die Forschung, die flexibel und zielorientiert ausgerichtet sind: „Nur so können wir wissenschaftliche Erkenntnisse noch schneller in die Anwendung bringen und sie für Wirtschaft und Gesellschaft nutzbar machen.“ Hartmut Rauen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des VDMA, hob die Bedeutung der industriellen Gemeinschaftsforschung und der technologischen Souveränität Europas hervor: „Die Stellschrauben sind klar: Industrielle Gemeinschaftsforschung, Produktionstechnologien für Wertschöpfung, technologische Souveränität und Resilienz in Europa, Forschungszulage, leistungsstarke Ingenieurwissenschaften und Leitplanken, die den aus Standortperspektive ungewollten Abfluss von öffentlich finanziertem Wissen und Technologien vermeiden.“ Wolfgang Weber, Vorsitzender der Geschäftsführung des ZVEI, mahnte eine abgewogene Regulierung an: „Statt pauschaler Verbote ist eine risikobasierte Regulierung notwendig.Dies gilt beispielsweise für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Industrie und bei Stoffen wie PFAS, die etwa in der Industrie für innovative Lösungen benötigt werden.“
Die Verbände fordern insbesondere ein entschlossenes politisches Handeln, um Deutschlands Innovationskraft nachhaltig zu stärken. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sollen dazu beitragen, den Standort langfristig wettbewerbsfähig und zukunftssicher aufzustellen.











