Maschinenbau in Baden-Württemberg

Stefan Kuppinger,

Zehn Prozent Wachstum erwartet

Die Mehrheit der baden-württembergischen Maschinenbauunternehmen kommt überraschend schnell und stark aus der Krise: 75 Prozent der an der jüngsten Konjunkturumfrage des VDMA beteiligten Unternehmen berichten von einer befriedigenden bis sehr guten Auftragseingangssituation. 2009 waren es lediglich 15 Prozent.

Dr. Thomas Lindner, VDMA-Vorsitzender Baden-Württemberg: „Mit einem Plus von 35 Prozent liegen die Auftragseingänge im baden-württembergischen Maschinen- und Anlagenbau um neun Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt.“

Die Auftragseingänge im baden-württembergischen Maschinen- und Anlagenbau sind in den ersten fünf Monaten 2010 um real 35 Prozent angestiegen. Der kräftige Zuwachs muss aber vor dem Hintergrund des sehr niedrigen Ausgangsniveaus im Vorjahr und der Unterauslastung vieler Betriebe gesehen werden. „Der kräftige Auftragsschub hat noch längst nicht wieder überall zu voll ausgelasteten Kapazitäten geführt", betonte Dr. Thomas Lindner, Vorsitzender des VDMA Baden-Württemberg (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer), bei der Vorstellung der jüngsten Konjunkturumfrage am 19. Juli in Stuttgart.

Auch für die nächsten Monate sind die Unternehmen zuversichtlich. 57 Prozent der Unternehmen erwarten eine unverändert positive Entwicklung, 35 Prozent rechnen sogar mit einer weiteren Verbesserung. Nur acht Prozent befürchten eine Verschlechterung. Insgesamt erwarten die Unternehmen des baden-württembergischen Maschinen- und Anlagenbaus in 2010 einen Umsatzanstieg in der Größenordnung von zehn Prozent, 21 Prozent sogar von einem Wachstum über 20 Prozent.

Die Unternehmen fassen nach dem Umsatzeinbruch 2008/2009 wieder Mut und investieren: 33 Prozent wollen in diesem Jahr ihre Investitionen steigern, 46 Prozent konstant halten und nur 21 Prozent ihr Investitionsvolumen reduzieren.

Die Ergebnisse der Konjunkturumfrage 2010 des VDMA Landesverbands Baden-Württemberg

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Personalabbau kommt zum Stillstand

Die positive Entwicklung spiegelt sich in der Beschäftigung wider. Hielten sich im bisherigen Jahresverlauf der Personalaufbau und -abbau die Waage, wollen in den nächsten Monaten nur noch neun Prozent der Betriebe Personal abbauen, 22 Prozent hingegen Personal aufbauen. 69 Prozent wollen den Personalstand unverändert halten. Dennoch warnte Lindner vor zu hohen Erwartungen an den Beschäftigungsaufbau. „Die Unternehmen müssen erst wieder jene Mitarbeiter voll beschäftigen, für die sie bislang nur unzureichend Beschäftigung hatten." Die Betriebe hätten große Anstrengungen unternommen, um ihre qualifizierten Mitarbeiter zu halten und den Beschäftigungseinbruch durch Maßnahmen wie Kurzarbeit, Abbau von Zeitkonten und Zeitarbeitskräften auszugleichen. Trotz eines Produktionsrückgangs von 26 Prozent haben die baden-württembergischen Maschinen- und Anlagenbauer 2009 den Beschäftigtenstand insgesamt nur um 5,3 Prozent verringert.

Auf die aktuelle Entwicklung der Auftragseingänge reagieren die Unternehmen wiederum mit einer flexiblen Anpassung der Personalkapazität. Kurzarbeit und Abbau von Zeitkonten werden zurückgefahren. 22 Prozent der beteiligten Unternehmen wollen in den nächsten Monaten zudem Zeitarbeitskräfte einstellen.

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