Q3/2023
Siemens meldet starken Auftragseingang
Solide, so lässt sich das Ergebnis des 3. Quartals beschreiben. Siemens konnte den Umsatz um 10 % steigern, der Auftragseingang liegt mit 24,2 Mrd. Euro um 15 % über dem Vorjahreszeitraum. Die Prognose wird aber nicht angehoben.
Siemens meldet für das dritte Quartal 2023 ein solides Ergebnis. Der Umsatz wuchs auf vergleichbarer Basis um 10 % auf 18,9 Mrd. Euro (Q3/2022: 17,9 Mrd. Euro), der Auftragseingang um 15 % auf 24,2 Mrd. Euro (Q3/2022: 22,0 Mrd. Euro). Das Ergebnis aus dem industriellen Geschäft belief sich mit 2,8 Mrd. Euro auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahresquartal (Q3/2022: 2,9 Mrd. Euro), doch wird das Ergebnis durch die Beteiligung an der früheren Energiesparte Siemens Energy weiterhin belastet. Der Gewinn nach Steuern belief sich daher auf 1,4 Mrd. Euro (Q3/2022: -1,5 Mrd. Euro).
Hatte Siemens nach den Ergebnispräsentationen im ersten und zweiten Quartal noch die Prognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben, bestätigte der Konzern die Prognose aus dem zweiten Quartal: Die Münchner erwarten ein Umsatzwachstum von 9 bis 11 %. In der Sparte Digital Industries wurde die Prognose angepasst, mehr dazu auf der nächsten Seite.
Wachstumstreiber Digital Industries und Smart Infrastructure
Mit 2,8 Mrd. Euro lag das Ergebnis leicht unter dem Vorjahresquartal (Q3/2022: :2,9 Mrd. Euro), welches aber einen Gewinn in Höhe von739 Mio. Euro aus dem Verkauf von Yunex beinhaltete. Die Ergebnismarge betrug 15,3 % (Q3/2022: 17,0 %). Der Gewinn nach Steuern stieg auf 1,4 Mrd. Euro, nachdem im Vorjahresquartal ein Verlust nach Steuern in Höhe von 1,5 Mrd. Euro aufgrund einer Wertberichtigung bei der Beteiligung an Siemens Energy sowie russlandbezogener Effekte verzeichnet wurde. Der anteilige Verlust durch die Beteiligung an Siemens Energy beläuft sich im Q3/2023 auf 0,6 Mrd. Euro. Als Wachstumstreiben nennt Siemens die Sparten Digital Industries und Smart Infrastructure.
Der Free Cash Flow (all-in) aus fortgeführten und nicht fortgeführten Aktivitäten erreichte auf Konzernebene mit 3,0 Mrd. Euro (Q3/2022: 2,3 Mrd. Euro) und resultiert hauptsächlich aus dem sehr starken Free Cash Flow des industriellen Geschäfts von 3,1 Mrd. Euro (Q3/2022: 2,5 Mrd. Euro).
Die Ergebnisse der einzelnen Sparten
Digital Industries: Starke Impulse aus dem Automatisierungsgeschäft
Auf vergleichbarer Basis konnte der Umsatz in der Sparte Digital Industries um 11 % auf 5,3 Mrd. Euro gesteigert werden. Besonders die Automatisierungsgeschäfte trugen dazu bei, darunter Factory Automation und Process Automation. Der Auftragseingang ging auf vergleichbarer Basis um 35 % auf 4,1 Mrd. Euro zurück. Der Rückgang erstreckt sich über alle Regionen und ist der Entwicklung des Auftragseingangs im Factory-Automation-Geschäft geschuldet. Hier waren die Aufträge in den Vorquartalen durch vorgezogene Kundenbestellungen erhöht. Das Softwaregeschäft entwickelt sich gut: Hier legte der Auftragseingang aufgrund mehrerer größerer Aufträge zu.
Das Ergebnis wuchs um 24 % auf 1,1 Mrd. Euro, die Ergebnismarge betrug 21,1 %. Unterstützt wurde das Wachstum durch höhere Kapazitätsauslastung und günstigere Zusammensetzung der Geschäfte bei verbesserter Komponentenverfügbarkeit für hochmargige Produkte.
Noch im Vorquartal hob der Konzern seine Prognose für die Sparte Digital an – bei der Umsatzerwartung von 12 bis 15 % auf 17 bis 20 %, bei der Ergebnismarge von 20 bis 22 % auf 22,5 bis 23,5 %. Jetzt passt Siemens sie an: Für das laufende Geschäftsjahr erwarten die Münchner nun ein Umsatzwachstum auf vergleichbarer Basis von 13 bis 15 % sowie eine Ergebnismarge von nun 22 bis 23 % erwartet
Digital Infrastructure: Electrification-Geschäft legt zu
Smart Infrastructure bewegt sich auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahreszeitraum. Das Auftragswachstum im Electrification-Geschäft ist auch auf mehrere größere Aufträge von Rechenzentren und Kunden in den Bereichen Batterieproduktion und Stromverteilung zurückzuführen. Der Auftragseingang beläuft sich auf 5,4 Mrd. Euro (Q3/2022: 5,5 Mrd. Euro). Das Umsatzwachstum auf vergleichbarer um 15 % von 4,4 Mrd. Euro im Q3/2022 auf 4,9 Mrd. Euro wurden von allen Geschäften gestützt, allen voran durch Electrification und Electrical Products. Diese zwei Bereiche bestimmten auch das höhere Ergebnis und die gestiegene Profitabilität: Das Ergebnis stieg um 37 % auf 769 Mio. Euro. Die Ergebnismarge erreichte 15,6 % gegenüber 12,9 % im Vorjahresquartal.
Für die Sparte Smart Infrastructure bestätigte Siemens seine Prognose aus dem zweiten Quartal: Weiterhin wird ein Umsatzerlöswachstum auf vergleichbarer Basis zwischen 14 und 16 % sowie eine Ergebnismarge in einer Bandbreite von 14,5 bis 15,5 % erwartet.
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Mobility: Rekord im Auftragseingang
Einen Rekord im Auftragseingang meldet die Sparte Mobility: Bedingt durch Großaufträge stieg der Auftragseingang von 2,8 Mrd. Euro im Vorjahresquartal auf 8,3 Mrd. Euro im dritten Quartal 2023 an. Zurückzuführen ist der Anstieg auf Großaufträge, darunter ein 2,5-Mrd. Euro-Auftrag für die erste Linie eines schlüsselfertigen Bahnsystems in Ägypten, ein 2,1-Mrd.-Euro-Auftrag für S-Bahn-Züge in Deutschland, ein 0,6-Mrd.-Euro-Auftrag für Intercity-Züge und Service in den USA sowie ein 0,5-Mrd.-Euro-Servicevertrag für Schienenfahrzeuge im Vereinigten Königreich.
Die Umsatzerlöse wuchsen auf vergleichbarer Basis um 12 % auf 2,6 Mrd. Euro. Das Ergebnis und die Profitabilität stiegen in allen Geschäften; es erreichte mit 208 Mio. Euro aber nicht den hohen Wert des Vorjahresquartals, der auf einen Gewinn in Höhe von 739 Mio. Euro aus dem Verkauf von Yunex zurückzuführen war. Wertminderungen und andere Belastungen von 89 Mio. Euro aufgrund des Beendens von Geschäftsaktivitäten in Russland wirkten ebenfalls negativ auf das Ergebnis ein.
Auch im Bereich Mobility bestätigt Siemens die Prognose: Für das laufende Geschäftsjahr 2023 wird weiterhin ein Umsatzerlöswachstum auf vergleichbarer Basis zwischen 10 und 12 % sowie eine Ergebnismarge zwischen 8 und 10 % erwartet.
Siemens Healthineers: Rückläufiger Auftragseingang
Die weiterhin stark rückläufige Nachfrage nach Corona-Antigen-Schnelltests belastet das Diagnostics-Geschäft von Siemens Healthineers. Der Auftragseingang sank von 6,1 Mrd. Euro im dritten Quartal 2022 auf 5,6 Mrd. Euro im abgelaufenen Quartal. Der Umsatz konnte auf vergleichbarer Basis um 4 % von 5,19 Mrd. Euro auf 5,20 Mrd. Euro gesteigert werden. Die höheren Erträge sind auf die Imaging- und Advanced-Therapies-Geschäfte zurückzuführen.













