Matlab Expo 2017

Lukas Dehling,

Modellbasiertes Engineering im Fokus

Am 27. Juni 2017 hat sich die Mathworks-Community in München zur Matlab Expo 2017 getroffen.Dort wurden neben den Neuheiten bei Matlab und Simulink auch zahlreiche Anwendungen rund um das modellbasierte Engineering vorgestellt.

© Computer&AUTOMATION

Über 750 Besucher sowie 21 Aussteller kamen ins Infinity-Hotel in Unterschleißheim nördlich von München zur Matlab Expo 2017. Nach der Begrüßung durch Mathworks-Geschäftsführer Andreas Schindler folgten drei Keynotes, die einen Einblick zu aktuellen Trendthemen wie autonome Technologien, Robotik und autonomes Fahren gaben.

Anschließend skizzierte Dr. Marc Segelken die Neuheiten bei Matlab und Simulink. So helfen etwa neue Datentypen in Matlab mit zeitgestempelten Tabellendaten, Textdaten und Daten bei der Datenanalyse. Darüber hinaus zeigte Segelken Verbesserungen des Live-Editors. Bezüglich der Simulink-Software machte er deutlich, wie die Just-in-Time-Beschleunigung die benötigte Zeit der Simulationen im Accelerator Mode reduziert.

Track für Anlagenbauer

Nach diesen allgemeinen Vorträgen wurde es spezifischer. Im Track ‚Modellierung von Maschinen und Anlagen‘ zeigte etwa Mathworks-Produktmanager Steve Miller, wie Anwender mit Simscape den Energieverbrauch minimieren und die Robustheit von Robotersystemen erhöhen können. Darüber hinaus beleuchtete er mit einem Beispiel – bestehend aus einem Roboter und zwei Förderbändern – die Anwendungsmöglichkeiten von virtueller Inbetriebnahme für die frühzeitige Verifikation der Funktionalität des Gesamtsystems.

In die gleiche Schiene stieg auch Dr. Hubertus Schauerte von der SMS Group ein. Der Maschinen- und Anlagenbauer aus dem Bereich der Hütten- und Walzwerkstechnik setzt Hardware-In-the-Loop-Test-Simulationen (HILT) ein, um komplexe Automatisierungssysteme im Vorfeld der eigentlichen Inbetriebnahme zu testen. Der Referent zeigte, wie auch komplexe Anlagen mit allen automatisierungsrelevanten Aspekten modelliert, mit den Automatisierungssystemen über die originalen Feldbussysteme verbunden und betrieben werden können. Die Automatisierung kann dabei nicht unterscheiden, ob die reale Anlage oder ein Simulationsmodell angeschlossen ist. In dieser Konstellation werden einzelne Modultests bis hin zum virtuellen Produktionstest der Anlage durchgeführt. Simulink wird dabei genutzt, um Simulationsmodelle für das kinematische und dynamische Anlagenverhalten mit entsprechenden mathematisch-physikalischen Echtzeitmodellen bereitzustellen.

Auch Trumpf Maschinen Austria setzt auf die modellbasierte Entwicklung, wie Dr. Martin Bruckner, Leiter Sensorik und Regelungstechnik, zeigte. Für die Entwicklung der beteiligten Regelungsalgorithmen kommen dabei die modellbasierte Entwicklung mittels Simulink sowie die automatische Generierung des Steuerungscodes für die eingesetzte B&R-SPS zum Einsatz. Der Vortrag behandelte exemplarisch das Design der Algorithmen für die Biegemaschine ‚TruBend 5000‘.

Der Slot ‚Innovation und Industrie – Wettbewerbsfähigkeit steigern mit modellbasierten Techniken und Data Analytics‘ – mit 20 externen sowie sechs Mathworks-internen Teilnehmern – richtete sich speziell an Entscheider.

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Mathworks und Industrie 4.0

Dort gab Philipp Wallner, Industrie-Manager für Industrial Automation & Machinery bei Mathworks, gemeinsam mit seinen Kollegen Hans Martin Ritt und Nadja Terhag-Graeff einen Überblick darüber, welche Möglichkeiten sich mit Mathworks-Software im Zuge von Indus­trie 4.0 eröffnen. Wallner: „Es lohnt sich, in Zukunft in Richtung modellbasierte Entwicklung zu gehen“. So könne man mit den Modellen spielen und verschiedene Optionen testen, bevor die Systeme aufgebaut werden. Zeitgleich appellierte er sowohl an die Automatisierer als auch an die Komponenten-Hersteller, Matlab- und  Simulink-Modelle für ihre Produkte herauszugeben, wie es etwa im Automotive-Bereich gang und gäbe ist.

Auf die Frage, wie sich Mathworks von der Konkurrenz abhebt, nannte Wallner zwei Punkte: Eine der Stärken von Matlab sei seit jeher die Datenanalyse und wie das Programm mit Engineering-Daten jeglicher Art umgehen könne. Zudem sei die Kombination aus Matlab für Data Analytics und Algorithmen-Entwicklung sowie Simulink für die modellbasierte Entwicklung einzigartig und somit ein großer Wettbewerbsvorteil.

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