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ZVEI

Iris Stroh,

5 % Produktionswachstum für 2021 erwartet

Der ZVEI erwartet für das laufende Jahr ein Produktionswachstum von 5 %. Der Verband ist sich sicher, dass die Elektroindustrie den letztjährigen Produktionsrückgang zum Großteil aufholen kann.

© Wrangler/stock.adobe.com

Die Elektroindustrie ist vorsichtig optimistisch: »Wir erwarten für die Branche ein Produktionswachstum von 5 % und könnten so vier Fünftel des letztjährigen Produktionsrückgangs wieder aufholen«, so ZVEI-Präsident Dr. Gunther Kegel anlässlich der traditionelle Pressekonferenz zur Hannover Messe Digital Edition.

Für diese Einschätzung spreche, dass wichtige Stimmungsindikatoren wie Lagebewertung, Geschäftserwartungen und damit das Geschäftsklima insgesamt seit dem Sommer angestiegen sind. Die Kapazitätsauslastung ist laut ZVEI mit 82 % im ersten Quartal 2021 fast wieder beim Vorjahresniveau angekommen, nachdem sie im zweiten Quartal des vergangenen Jahres stark zurückgegangen war. Zudem haben auch die Auftragseingänge seit Herbst an Dynamik gewonnen und sich zu Jahresbeginn weiter positiv entwickelt – allein im Februar 2021 gab es hier einen Zuwachs von 13 % zum Vorjahr.

Aber: Sorgen bereiten der Branche zum Teil Engpässe bei der Beschaffung von Vorleistungen. Lieferschwierigkeiten gibt es unter anderem bei Mikrochips, Kunststoffen, Stahl und Kupfer. Diese angebotsseitigen Knappheiten verschärfen sich noch durch zum Teil deutliche Transportprobleme. »Knappe Transportkapazitäten führen zu deutlich höheren Kosten bei gleichzeitig längeren Lieferzeiten«, erklärt Dr. Kegel. Für Verunsicherung sorge zudem die Corona-Lage. »Die Unternehmen müssen weiter produzieren können.« Ein genereller Lockdown für die Wirtschaft würde nur wenige positive Effekte bei der Pandemiebekämpfung erzielen können, gleichzeitig aber einen hohen betriebs- und damit volkswirtschaftlichen Schaden anrichten. »Die Unternehmen der Elektroindustrie haben wirkungsvolle Schutzmaßnahmen ergriffen und leisten darüber hinaus mit Tests und betriebsärztlichen Angeboten einen wichtigen Beitrag zur Pandemiebekämpfung.«

China gilt als Problem

China ist das einzige Land gewesen, in das die Elektroindustrie seine Exporte nennenswert steigern konnte. Der Zuwachs betrug 6,5 % auf 23,3 Mrd. Euro. »Der positiven wirtschaftlichen Entwicklung steht eine beunruhigende politische Entwicklung entgegen«, kommentiert der ZVEI-Präsident die aktuelle Situation. »Den Konflikt zwischen China und den USA, aber auch das rigide Durchsetzen der geo- und sicherheitspolitischen Interessen Chinas, beobachten wir mir Sorge.« Dadurch wachse die Gefahr, dass die multilaterale Weltwirtschaftsordnung weiteren Schaden nehme und in eine »Patchwork-Globalisierung« zerfalle. »Insbesondere für kleinere und mittlere Unternehmen wäre ein Zerfall der Wirtschaftsräume kaum zu managen. Europa muss sich entschlossen dagegenstemmen.«

Wettbewerbsverzerrungen entgegenwirken

Eine aktuelle ZVEI-Umfrage lässt erkennen, dass in dieser Weltlage die Mitgliedsunternehmen eine deutlich aktivere Industriepolitik Europas und Deutschlands wünschen. 60 % befürworten den Auf- und Ausbau von Produktionsstätten zur Versorgungssicherheit. Und auch ein stärkerer Ausgleich wettbewerbsverzerrender Subventionspraktiken wird mehrheitlich gefordert. »Die europäische Politik muss sich mehr um faire Wettbewerbsbedingungen kümmern«, fordert Wolfgang Weber, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung. »Deutschland und Europa müssen Standort für Spitzentechnologie bleiben, um souverän und international wettbewerbsfähig zu sein.« Die sogenannten ‚IPCEIs‘ (Important Projects of Common European Interests) seien hierfür ein geeignetes Mittel.

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