Hannover Messe 2009
210.000 Besucher setzen positives Signal
Zum Ende der Hannover Messe am Freitag meldete die Deutsche Messe AG 210.000 Besucher – ein Minus von 20.000 Besuchern gegenüber der thematisch vergleichbaren Messe in 2007. Hinsichtlich der gegenwärtigen Rezession kann das aber durchaus als positives Signal gewertet werden.
Michael Ziesemer, COO Endress+Hauser: „Uns war klar, dass wir dieses Jahr keinen Rekord bei Besuchsberichten aufstellen werden.“
„Angesichts der restriktiven Reiserichtlinien in vielen Unternehmen liegt diese Zahl deutlich über unseren Erwartungen“, so der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Messe AG, Dr. Wolfram von Fritsch, zum Messeschluss am Freitag in Hannover. Generell waren die Erwartungen vieler Aussteller hinsichtlich Besucher realistisch. „Dieses Jahr ist kein Jahr um die Besuchsberichte zu zählen, sondern um Rückgrat und Präsenz zu zeigen,“ betonte beispielsweise Michael Ziesemer COO (Chief Operation Officer) der Endress+Hauser AG auf der Messe.
Jeder vierte der 210.000 Besucher kam aus dem Ausland, davon rund 70% aus Europa, 19% aus Asien und 7% aus Amerika. Partnerland der diesjährigen Veranstaltung war die Republik Korea, die mit 210 Ausstellern vertreten war. Die Nachwuchsinitiative TectoYou mobilisierte mehr als 10.000 junge Menschen. 250 Schulklassen und Studentengruppen reisten aus dem gesamten Bundesgebiet an und wurden von 60 geschulten Guides über das Messegelände begleitet.
Fazit der Aussteller
Dr. Wolfram von Fritsch, CEO der deutschen Messe: „Aussteller wie Besucher verlassen Hannover mit der Entschlossenheit, die Chancen zu nutzen, die sich trotz aller Probleme bieten.“
Auch die zentralen Branchenverbände zogen ein positives Fazit: „In Hannover herrschte überwiegend eine positive Stimmung bei den deutschen Maschinen- und Anlagenbauern – trotz der schwierigen Lage in Teilbereichen des Maschinenbaus“, berichtete Dr. Hannes Hesse, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). „Die Hannover Messe ist ihrer Rolle als Stimmungsbarometer nachgekommen.“ Auch der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) spiegelt dieses Bild wider: „Die Stimmung auf der Messe ist wesentlich besser als die Zahlen der Elektroindustrie“, stellte ZVEI-Präsident Friedhelm Loh fest. „Deshalb besteht die berechtigte Hoffnung, dass der Tiefpunkt des Abschwungs bald erreicht ist und es im zweiten Halbjahr 2009 erste Anzeichen für eine Erholung gibt.“
Insgesamt 6150 Aussteller aus 61 Nationen präsentierten ihre Produkte auf 224.800 Quadratmetern Ausstellungsfläche, die aufgrund von Aussteller-Absagen im Vorfeld der Messe mit einigen „Brachflächen“ durchzogen waren. 13 parallel stattfindende Leitmessen zeigten einen Querschnitt durch die gesamte Welt der Industrie – von der industriellen Automation, der Antriebstechnik über Energie und Zulieferung bis hin zu Forschung und Entwicklung. Das Leitthema „Energieeffizienz in industriellen Prozessen“ zog sich durch alle Messehallen und präsentierte Möglichkeiten eines effizienten Einsatzes von Ressourcen sowie energieeffiziente Produkte und Verfahren. Neben dem Energieverbrauch stand auch die Energieerzeugung im Mittelpunkt: Die neue Leitmesse Wind feierte mit 156 Ausstellern Premiere in Hannover. Im Zusammenspiel mit den Leitmessen Energy (konventionelle und regenerative Energieerzeugung) und Power Plant Technology (Planung, Bau und Betrieb von Kraftwerken) wurde damit der Energiemix abgebildet.
Die nächste Hannover Messe findet vom 19. bis 23. April 2010 statt und wird um das Thema Mobilitätstechnologien erweitert – wie immer vom Stand weg eine weitere Leitmesse.












