Elektronische Komponenten
ZVEI rechnet mit zweistelligen Rückgängen in 2009
Der deutsche Markt für elektronische Komponenten wird nach Einschätzung des ZVEI-Fachverbands Electronic Components and Systems im laufenden Jahr um 16 % auf 13,2 Mrd. Euro zurückgehen. Damit setzt sich der negative Trend des Vorjahres mit einem Minus von 8,4 % fort. Erst 2010 rechnen die Experten mit einer Markterholung in der Größenordnung von knapp 5 %.
Während der Umsatzrückgang in Deutschland im vergangenen Jahr hauptsächlich auf die schwachen Halbleiterumsätze mit einem Minus von 13 % zurückzuführen war, werden im laufenden Jahr alle Bereiche deutlich zurückgehen: Die Spanne bewegt sich zwischen minus 13 % bei elektromechanischen Bauelementen bis minus 23 % bei integrierten Schichtschaltungen. Halbleiterbauelemente, die den deutschen Bauelementemarkt nach wie vor mit einem Anteil von etwa 60 Prozent dominieren, werden um 16 % zurückgehen, so die Prognose der Marktexperten im ZVEI - dem Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V..
Im Segment der Halbleiter ist der Umsatz im vergangenen Jahr um etwas mehr als 13 % auf 9,3 Mrd. Euro gesunken. Für das laufende Jahr wird mit einem Umsatzrückgang von 16 Prozent auf 7,8 Mrd. Euro gerechnet. Diese Entwicklung führt der ZVEI auf die deutlichen Einbrüche der Treibersegmente Kfz- und Industrieelektronik mit minus 18,3 beziehungsweise minus 11,8 % sowie den starken Umsatzrückgang von knapp 16 % bei der Datentechnik zurück.
Passive Bauelemente – in 2008 vom Maschinenbau gestützt
Für den deutschen Markt der passiven Bauelemente erwarten die Experten des ZVEI im Jahr 2009 einen Umsatzrückgang von 20 % auf 1,2 Mrd. Euro. Bereits im vergangenen Jahr musste ein Umsatzrückgang von 3,5 % (1,52 Mrd. Euro) hingenommen werden. Aufgrund der anhaltenden Absatzschwäche in der Automobilbranche wird im Jahr 2009 ein Umsatzrückgang von 22 % auf ein Volumen von 446 Mio. Euro in diesem mit 37 % Marktanteil wichtigsten Abnehmersegment der passiven Bauelemente erwartet.
Als zweitgrößtes Marktsegment für passive Bauelemente schloss der Bereich der Industrieelektronik mit einem Anteil von 33 % das vergangene Jahr noch mit einem Umsatz von 491 Mio. Euro nur knapp ein Prozent unter Vorjahresniveau ab. Dieser moderate Rückgang war primär auf die solide Nachfrage der Maschinenbauindustrie bis zum Ende des Jahres 2008 zurückzuführen. Seit Anfang 2009 hat sich die Lage in diesem Marktsegment aber ebenfalls deutlich verschlechtert. In Folge wird für 2009 von einem Umsatzrückgang von über 18 % auf gut von 400 Mio. Euro ausgegangen. Allerdings werde der Abwärtstrend im kommenden Jahr mit einem Wachstum von gut vier Prozent gestoppt, so die Erwartung der ZVEI-Experten.
Während die Gruppe der elektromechanischen Bauelemente, zu denen Schalter, Steckverbinder und Geräteschutzsicherungen zählen, im vergangenen Jahr noch ein Umsatzplus von gut drei Prozent auf 2,9 Mrd. Euro verbuchen konnte, prognostizieren die ZVEI-Analysten für das laufende Jahr hier ebenfalls einen Rückgang von 13 % auf 2,5 Mrd. Euro.
Minus 16 % bei den Baugruppen
Aufgrund der starken Umsatzrückgänge in den einzelnen Bereichen der elektronischen Bauelemente, werden auch die elektronischen Baugruppen – die nächst höhere Wertschöpfungsstufe der elektronischen Komponenten – einen Umsatzrückgang um etwa 16 % auf dann knapp 22 Mrd. Euro hinnehmen müssen. Für 2010 wird ebenfalls mit einer moderaten Erholung, gekoppelt an die Erholung der Weltwirtschaft, gerechnet.
Was den Weltmarkt für elektronische Komponenten betrifft, so betrug der Umsatzrückgang im letzten Jahr lediglich moderate 1,5 % (Vorjahr: +5%). In Euro gerechnet entsprach dies einem Minus von 8,3 % auf 271 Mrd. Euro. Im laufenden Jahr werde der Weltmarkt hingegen um gut 16 % auf 333 Mrd. US-Dollar schrumpfen - in Euro gerechnet um minus neun Prozent auf 246 Mrd. Euro.










