Elektronische Komponenten

Günter Herkommer,

ZVEI rechnet mit 6 % Wachstum in 2010

Nach Einschätzung des ZVEI-Fachverbandes Electronic Components and Systems wächst der deutsche Markt für elektronische Komponenten im kommenden Jahr um sechs Prozent auf 13 Mrd. Euro. Damit wird der Umsatzrückgang von 22 % im laufenden Jahr gestoppt, so die Prognose der Marktexperten im ZVEI.

Der noch im Frühjahr für 2009 prognostizierte Umsatzrückgang im Inland von 16 Prozent musste im Laufe des Jahres auf minus 22 % nach unten korrigiert werden. Das entspricht einem Umsatz von 12,3 Mrd. Euro. „Allerdings scheint das Schlimmste überstanden zu sein", sagt Dr. Martin Stark, Vorsitzender des Fachverbands.

Unter den verschiedenen Produktbereichen dominiert in Deutschland wie auch in den vergangenen Jahren die Kfz-Elektronik mit einem Anteil von gut 37 %. Der inländische Umsatz in diesem Segment beträgt im laufenden Jahr knapp 4,6 Mrd. Euro. Es folgt die Industrie-Elektronik mit einem Umsatz von drei Mrd. Euro und die Datentechnik mit 2,6 Mrd. Euro.

Die Industrie-Elektronik, die im vergangenen Jahr noch von der erhöhten Nachfrage aus der Photovoltaik und der Medizintechnik profitiere und damit als einziger Bereich mit einem Plus von sieben Prozent abschließen konnte, wird im laufenden Jahr voll von den schwachen Märkten im Maschinenbau erfasst. So wird die Industrie-Elektronik 2009 einen Rückgang um 19 % auf einen Umsatz von drei Mrd. Euro aufweisen. Die Telekommunikation wird das laufende Jahr mit einem Umsatzrückgang von rund 18 % auf etwa 1,5 Mrd. Euro schließen.

Getrieben durch die starken Umsatzrückgänge in den einzelnen Bereichen der elektronischen Komponenten, werden auch die Elektronischen Baugruppen - die nächsthöhere Wertschöpfungsstufe der elektronischen Komponenten - im laufenden Jahr einen Umsatzrückgang von 22 % verzeichnen. Dies entspricht einem Umsatz von 20 Mrd. Euro. Für 2010 rechnen die ZVEI-Marktexperten analog zu den elektronischen Komponenten mit einer moderaten Erholung um gut sechs Prozent, gekoppelt an die Erholung der Weltwirtschaft.

Die Entwicklung in den einzelnen Segmenten:

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Segment Halbleiter

Im Segment der Halbleiter wird der Umsatz im laufenden Jahr um etwas mehr als 22 % auf 7,2 Mrd. Euro zurückgehen. Für 2010 rechnet der ZVEI hier mit einem Umsatzplus von knapp sieben Prozent auf 7,7 Mrd. Euro. Diese Entwicklung im laufenden Jahr ist auf die Umsatzrückgänge in den Treibersegmenten Kfz- und Industrie-Elektronik mit minus 30 beziehungsweise minus 19 % sowie den starken Umsatzrückgang von knapp 18 % bei der Datentechnik - die einen Anteil von etwa 30 % am deutschen Halbleitermarkt einnimmt - zurückzuführen.

Die Telekommunikation wird 2009 einen Umsatzrückgang von 17 % aufweisen. Für das kommende Jahr erwartet das Halbleiter-Segment aus dem Bereich Kfz-Elektronik ein Umsatzplus von etwa zehn Prozent und aus der Industrie-Elektronik ein Plus von sieben Prozent.

Segment Passive Bauelemente

Für den deutschen Markt der Passiven Bauelemente rechnen die Experten des ZVEI 2009 einen Umsatzrückgang von 22 % auf 1,2 Mrd. Euro. Bereits im vergangenen Jahr betrug der Umsatzrückgang 3,5 % (1,5 Mrd. Euro). Aufgrund der massiven Absatzschwäche in der Automobilbranche wird 2009 ein Umsatzrückgang von 21 % auf 454 Mio. Euro in der Kfz-Elektronik erwartet; mit 38 % Marktanteil ist dies das wichtigste Abnehmersegment der Passiven Bauelemente. Allerdings rechnet man mit einem Nachfrageanstieg im Jahr 2010 um gut zehn Prozent auf 500 Mio. Euro Umsatz - getrieben durch neue Applikationen, zum Beispiel zur Verbrauchs- und CO2-Reduzierung. 

Im mit 32 % Marktanteil zweitgrößten Abnehmer-Segement für passive Bauelemente steht im laufenden Jahr voraussichtlich ein Umsatz von 378 Mio. Euro zu Buche. Das entspricht einem massiven Rückgang von 23 % im Vergleich zum Vorjahr. Hauptursache ist die Krise im Maschinenbau, mit Umsatzrückgängen von teilweise über 50 %. 2010 rechnet der ZVEI auch in diesem Bereich mit einer Erholung: Die Erwartung liegt bei einem Plus von sechs Prozent auf einen Umsatz von 400 Mio. Euro.

Segment Elektromechanische Bauelemente

Während die Gruppe der Elektromechanischen Bauelemente, zu denen Schalter, Steckverbinder und Geräteschutzsicherungen zählen, im vergangenen Jahr noch ein Umsatzplus von drei Prozent auf 2,9 Mrd. Euro verbuchen konnte, bringt das laufende Jahr einen Rückgang von 21 % auf 2,3 Mrd. Euro. Alle Bereiche werden ohne Ausnahme Umsatzrückgänge zwischen zwölf Prozent im Bereich Datentechnik bis hin zu einem Rückgang von 27 % im Marktsegment Kfz-Elektronik hinnehmen müssen. Dabei hinterlässt der massive Einbruch in der Automobilbranche deutliche Spuren.

Positive Impulse versprechen neue Applikationen in der Photovoltaik. Diesem Segment sagen die Experten ein starkes Wachstum vorher, nicht zuletzt aufgrund gesetzlich garantierter Förderungen. Neuentwicklungen in der Branche der Elektromechanischen Bauelemente, die in der Zeit geringer Produktionsauslastungen getätigt wurden und kurz vor der Markteinführung stehen, sollen ebenso zur Erholung im kommenden Jahr beitragen. So lautet die Prognose für 2010 auf ein Plus von 2,5 Prozent beziehungsweise einen Umsatz von 2,4 Mrd. Euro.

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