embedded world 2012
Vom Stecker zum eigenen embedded Board
„WHITEspeed“ nennt ERNI sein selbst entwickeltes Modulformat, das sich durch besonders robuste Steckverbindungen auszeichnet. Das ist auch der Grund dafür, warum ERNI sich nicht einem bestehenden Modulstandard angeschlossen hat.
Mit einem eigenen Modulformat steigt ERNI in das Geschäft mit Computermodulen ein. Die WHITEspeed-Module liegen mit ihren Abmessungen von 85 × 55 mm² noch unterhalb der Größe von COM Express compact (95 × 95 mm2) und haben etwa dieselbe Fläche wie das Qseven-Format. Die Schnittstelle zwischen Modul und Trägerboard nutzt vier MicroSpeed-Steckverbinder, die aus eigener Entwicklung von ERNI stammen. Diese Steckverbinder sind laut ERNI der Grund, warum man ein eigenes Modulformat entwickelt hat. „Die Edge-Card-Steckverbindungen, wie sie bei vielen existierenden Modulen eingesetzt werden, sind nach unserer Überzeugung nicht widerstandsfähig und störsicher genug für viele Anwendungen,“ sagt Michael Singer von ERNI. Denn Card-Edge-Steckverbindungen haben nur einen Kontaktpunkt, während die MicroSpeed-Steckverbinder durch doppelschenklige Kontakte eine hohe Kontaktsicherheit beim Stecken gewährleisten.
Auf der embedded world stellt ERNI ein erstes Modul mit i.MX537-Prozessor von Freescale vor, eine ARM-CPU mit Cortex-A8-Kern, der bis zu 800 MHz getaktet wird. Zu Anfang gibt es ein Board-Support-Paket für Linux, wobei Windows Embedded und weitere Betriebssysteme nach Bedarf folgen sollen.
Sind modulare Computersysteme auf dem Rückzug? – So will Michael Singer den Eintritt von ERNI in das Modulgeschäft nicht verstanden wissen. Er sagt: „Auch modulare Backplane-Systeme werden kompakter. Mit den Modulen wollen wir von dem Trend profitieren, dass immer mehr Elektronik-Entwicklung ausgelagert wird.“
Die WHITEspeed-Spezifikation ist eine ERNI-interne Entwicklung, soll aber in ihrer Version 1.0 zur embedded world offengelegt werden. Derzeit befindet sich ERNI in Verhandlungen mit Partnern, um weitere Firmen für das Konzept zu gewinnen.










