Energieketten, Leitungen und Gleitlager
Igus bringt rund 80 Produktneuheiten
Antizyklisches Verhalten wird oft gepredigt aber nur selten gelebt. Nicht so bei der Firma Igus, die auf der Hannover Messe mit rund 80 Neuheiten ein Innovationsfeuerwerk abfeuerte.
Frank Blase, Igus-Geschäftsführer: „Um unsere Kunden sofort beliefern zu können, investieren wir in Lagerbestände und Tools für schnelle Lieferketten.“
Im Geschäftsjahr 2008 hat der Spezialist für Kunststoff-Energieketten, Spezialleitungen und Polymergleitlager nochmals ein Umsatzplus von rund zehn Prozent auf 303 Mio. € erwirtschaftet. „Auch für 2009 sehen wir sehr gute Chancen, trotz Eintrübung im ersten Geschäftsquartal,“ zeigte sich Igus-Geschäftsführer Frank Blase in Hannover optimistisch. Das Fundament dafür sind die über 80 Innovationen.
Späne bleiben draußen
Im Bereich Energiezuführung stellte Igus unter anderem ein absolut spänedichtes Energierohr für den Werkzeugmaschinenbau vor, das neue Konstruktionswege aufzeigt. Das Kunststoff-Energierohr RX hat keinerlei Hinterschnitte, Kanten, Öffnungen und störenden Konturen. Das abgerundete Design, eine glatt gewölbte Außenkontur, lässt Späne einfach abfallen. Zudem sind die Verbindungselemente verdeckt angeordnet, so dass sich auch dort keine Späne festsetzen können. Trotzdem ist das RX-Energierohr leicht zu öffnen und verfügt über einen Befüllungsraum von 52 mm Innenhöhe. Aufgeklappt wird das Energierohr am Außenradius durch einen speziellen, der Kontur angepassten Öffnungsriegel. Der Befüllungsraum ist mit Trennstegen und Fachböden unterteilbar.
Bei der Konstruktion wurde zudem darauf geachtet, dass auch Anwendungen mit rückwärtigem Biegeradius (RBR) realisiert werden können. Überdies steht die Baureihe auch als Hochtemperaturversion (HT) zur Verfügung, bei der selbst glühende Späne bis 850 °C abprallen und nicht thermoplastisch aufschmelzen.
Hermetisch geschlossen: Spezielle Abdeckungen verhindern das Eindringen von Spänen oder anderer Fremdkörper.
Generell sind Fremdkörper in Energieketten ein Problem. Daher hat Igus auch für die Universal-Energiekette E4 einen passenden Späne- oder Fremdkörperschutz konzipiert, dessen Basis formschließende Deckel und Böden bilden. Diese Abdeckungen sind nachrüstbar und können auf die Kunststoff-Öffnungsstege jeder beliebigen E4-Energiekette geclipst werden. Elemente für die Innenaufteilung ergänzen die Baureihe, deren Verbesserungen im Bereich Verschleiß, Abrieb und Montage liegen. Auch zeigten die Kölner, wie sich mit energieeffizienten Kunststoff-Rollenenergieketten und Leitungen knapp 60 % Antriebsleistung sparen lässt.
Lichtwellenleiter für enge Kurven
Als wichtigste Innovation bei den Leitungen skizzierte Blase einen speziellen Lichtwellenleiter mit dem kleinsten bisher realisierten Biegeradius.
Bei den Polymergleitlagern stellte das Unternehmen den Nano-Werkstoff iglidur X6 vor, der sechsfach verschleißfester ist als sein Schwestercompound. Außerhalb der bekannten Produktfelder hat das Unternehmen überdies ein leichtes Kunststoff-Skelettteil für humanoide Roboter entwickelt.












