Wirtschaftspressekonferenz ZVEI

Thomas Günnel,

Elektroindustrie - Hoffen auf das zweite Halbjahr

Auf der Wirtschaftspressekonferenz im Rahmen der Hannover Messe 2009 gab der ZVEI die aktuellen Zahlen zur Auftragslage seiner angeschlossenen Branchen bekannt. Demnach verringerten sich die Auftragseingänge von Januar bis Februar im Vergleich zum Vorjahr um 37%, der Umsatz ging deutlich um 29% zurück.

Während der Bereich Medizintechnik zu Jahresbeginn noch einstellige Zuwächse verbuchte, sind die automobilnahen Firmen sowie die Informations- und Kommunikationstechnik besonders hart betroffen. Der Konsumgütersektor ist ebenfalls rückläufig, jedoch weniger stark.

Friedhelm Loh, Präsident des ZVEI, bedauert, „dass sich das leider auch auf die Arbeitsplätze auswirkt". Ende 2008 verzeichnete die Elektroindustrie 827.000 Arbeitsplätze. 62% der Firmen im ZVEI arbeiten derzeit kurz - meist verbunden mit Weiterbildungsmaßnahmen - in ebenfalls 62% der Betriebe ist ein Arbeitsplatzabbau geplant. Einen Hoffnungsschimmer sieht Loh in der Tatsache, dass 85% der Firmen auch weiterhin Ingenieurabsolventen einstellen wollen. Loh lobt zudem „das weiterhin hohe Niveau der Ausgaben für Forschung und Entwicklung". Im Jahr 2009 ist eine Steigerung dieser Ausgaben um 6% auf elf Milliarden Euro geplant. Mit 16 Milliarden Euro blieben auch die Ausgaben für  Produkt- und Prozessinnovationen nahezu gleich. Als erfreulich wertet der Verband nach eigenen Aussagen auch die Tatsache, dass viele Firmen die gute Konjunktur der vergangenen Jahre genutzt haben, ihr Eigenkapital auf durchschnittlich 35% zu erhöhen. Eine branchenweite Kreditklemme sieht der ZVEI derzeit noch nicht, jedoch wachsen die Sorgen, dass sich die Finanzierungsbedingungen in nächster Zeit verschlechtern.

Eine Prognose zur Dauer der Krise gibt der ZVEI nicht ab, jedoch deutet Loh die Hoffnung an, „dass sich die Lage in der zweiten Jahreshälfte, beziehungsweise Anfang 2010 allgemein bessert." Inzwischen erwartet der Verband für dieses Jahr einem Umsatzrückgang von mehr als den zunächst angenommenen drei bis vier Prozent. Wahrscheinlich seien eher 10%. Trotz dieser vermuteten Entwicklung, sieht er gute Chancen, dass die Elektroindustrie als eine der ersten Industriebranchen einen Aufschwung spürt: „Wir sind in allen Branchen drin und wenn es irgendwo aufwärts geht, sind wir dabei", fasst Loh die Aufstellung der Elektroindustrie mit ihren zentralen Querschnittstechnologien zusammen.

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