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Artikel und Hintergründe zum Thema

di-soric / Siemens

Günter Herkommer,

SPS- und BV-Welt harmonisiert

Der Mittelständler di-soric Solutions kooperiert mit dem WinCC Competence Center von Siemens. Das Ergebnis: die vollständige Integration der Bildverarbeitung des Urbacher Unternehmens in die Simatic-SPS-Welt auf nur einer Visualisierungsebene.

Die Erstellung des eigentlichen "Bildverarbeitungs-Jobs" erfolgt in der Parametrier- und Programmieroberfläche von di-soric Solutions. Diese ist im TIA-Portal integriert und es können vor oder während der Inbetriebnahme alle BV-Bedienelemente per Drag&Drop in die Visualisierung auf dem Siemens Panel-PC eingefügt werden.

© di-soric Solutions

Die "Sprachen" von SPS und industrieller Bildverarbeitung unterscheiden sich bislang sehr stark. Gilt es beide Welten zu verbinden, so erfolgt dies heute üblicherweise über Kommunikationsstandards wie beispielsweise OPC UA beziehungsweise über zusätzlich erforderliche Softwaremodule und Hardwarekomponenten externer PC-Netzwerke. "Je mehr davon zu integrieren sind, desto größer die Anzahl möglicher Fehlerquellen", so Markus Damaschke, Geschäftsführer von di-soric Solutions. Oder anders ausgedrückt: "Ließe sich anspruchsvolle Echtzeit-Bildverarbeitung direkt in den Fertigungslinien der SPS-Automatisierungswelt integrieren, würde sich für die Anwender eine ganze Kette bislang ungenutzter Vorteile ergeben."

Vor diesem Hintergrund ist der Urbacher Vision-Spezialist eine Kooperation mit der Scada-Sparte von Siemens eingegangen. Das Ergebnis können die Messebesucher in Nürnberg auf den Ständen beider Partnerunternehmen begutachten – nämlich die komplette Integration der Bildverarbeitung von di-soric Solutions in das TIA-Portal von Siemens. Sie ist damit auf allen IPCs und Panel-PCs mit WinCC-Advanced- oder -Professional–Lizenz lauffähig. Damit ergibt sich Damaschke zufolge letztlich eine vereinfachte geradlinige Kommunikation mit der ganzen Simatic-SPS- und auch der Simotion-Welt. In der neuen Vorgehensweise werden keine C++ Programme geschrieben, es wird nur über das TIA-Portal projektiert.

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Für den Anwender heißt das in der Praxis: Er schließt einen Dongle, welcher die Lizenz für die Bildverarbeitungslösung von di-soric Solutions darstellt, am Panel-PC an, installiert Kameras, Beleuchtungskomponenten und Triggersensorik, und kann dann sofort seine individuelle Visualisierung auf nur einer Bedienungs- und Kommunikationsoberfläche erstellen. Die Bildverarbeitung von bis zu acht GigE-Kameras läuft auf dem Scada-PC und wird in Tags abgebildet, die aus einer Steuerung kommen. Entsprechend der extrem kurzen Antwortzeiten - beispielsweise innerhalb SPS S7-1500 - hat der Anwender somit die BV-Ergebnisse immer in Echtzeit vorliegen, sprich er keinen Kommunikationstakt mehr abwarten.

Last but not least betrifft die geschilderte Vorgehensweise auch die Aspekte der BV- und Anlagensimulation, welche künftig über das WinCC Runtime Advanced (Visualisierungs-Modul) möglich sein wird. Das bedeutet: Der Anwender und Systemintegrator kann auch die Simulation direkt in der SPS über das TIA-Portal integrieren und in ihren kompletten Funktionen handhaben.

"Mit unserem gemeinsamen Ansatz wird das Gesamtsystem wesentlich schneller, Echtzeitaufgaben können entscheidend besser gestaltet und die Taktzahlen in der Fertigungslinie gesteigert werden", zählt Damschke einige Vorteile der Integrationslösung auf und nennt ein Beispiel für eine konkrete Anwendung: "In einer hochintegrierten Fertigungslinie wird der ID-Code ausgelesen und sofort in die Steuerung übernommen, welche daraufhin sämtliche Aktoren aktiviert. Anschließend veranlasst die SPS die Bearbeitung des Werkstückes und lässt dieses von der Bildverarbeitung Messen und Prüfen - die Auswertung mit der Auswahl von Bildern in der Bewertung IO/NIO befindet sich sofort in der Datenbank."

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