Bildverarbeitung

Meinrad Happacher,

Noch kein Aufschwung in Sicht

Die deutsche IBV-Branche (Industrielle Bildverarbeitung) hat in der derzeitigen Wirtschaftskrise die Talsohle noch nicht erreicht.

Im Mai lagen die Auftragseingänge der Branche nach Erhebungen des VDMA-Fachverbands Industrielle Bildverarbeitung um 47 Prozent unter dem Vorjahresniveau, und im Dreimonatsvergleich März bis Mai ergibt sich gegenüber 2008 sogar ein Minus von 52 Prozent.

Dr. Dietmar Ley, VDMA/Basler: »Die Erholung wird nicht abrupt, sondern schrittweise in den nächsten Jahren kommen.«

Nicht viel besser sieht es bei der Umsatzentwicklung aus: Im Mai befand sich der Branchenumsatz um 38 Prozent unter dem Vorjahresstand, und der Dreimonatsvergleich März bis Mai zeigt einen Rückgang von 24 Prozent gegenüber 2008. »Die anhaltend schwachen Auftragseingänge im bisherigen Verlauf des Jahres 2009 lassen nur den Schluss zu, dass sich der Umsatz weiter abschwächen wird«, kommentiert Dr. Dietmar Ley, Vorstandsvorsitzender von VDMA Industrielle Bildverarbeitung und im Hauptberuf Vorstandsvorsitzender der Basler AG. »Vor diesem Hintergrund geht der Fachverband für die deutsche IBV-Branche momentan von einem Umsatzrückgang in Höhe von 30 Prozent im Jahr 2009 aus.«

Der dann erreichte Branchenumsatz werde voraussichtlich auf gut 845 Millionen Euro und damit auf das Niveau von 2003 zurückfallen. »Die Umsatzentwicklung der IBV-Branche reiht sich also ein in die der Investitionsgüter-Industrie, zu der die IBV nun mal gehört«, betont Ley

Nach dem starken Nachfragerückgang 2009 wird die deutsche IBV-Branche 2010 nach Leys Worten noch keineswegs das Umsatzniveau von 2008 erreichen: »Die Erholung wird schrittweise in den nächsten Jahren kommen«, sagt er.

Trotz der »aktuell unerfreulichen Entwicklung« sieht Ley aber in Zukunft große Wachstumspotenziale für die IBV-Branche: »Einerseits gibt es Hinweise darauf, dass die Krise den weltweiten Trend zum Einsatz intelligenter Automatisierungs- und damit Bildverarbeitungstechnik mittelfristig verstärken wird, denn durch ihren Einsatz lassen sich Produktionsprozesse optimieren, Kosten senken und Produktivitätsgewinne erzielen«, führt er aus. »Andererseits erschließt sich die Bildverarbeitungstechnik durch ihre universelle Anwendbarkeit viele neue Märkte auch außerhalb der industriellen Fertigung.

Chancen eröffnen sich hier beispielsweise in der Sicherheits- und Überwachungstechnik, im Sport, in der Landwirtschaft, in der Medizin sowie in der Verkehrstechnik.« Die deutsche IBV-Branche sei in der Lage, die technisch richtigen Antworten auf die Krise zu geben, und werde daher auch in dieser schwierigen Phase ihren weltweiten Marktanteil erhöhen.

Andreas Knoll, Markt&Technik

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