VDMA Industrielle Bildverarbeitung
Den Bankern zum Trotz: Erstmals über 1,5 Milliarden Umsatz
Die deutsche Bildverarbeitungsbranche steht vor einem neuen Umsatzrekord: Laut Prognosen des VDMA soll der Branchenumsatz im laufenden Jahr um mehr als 20 Prozent auf gut 1,5 Milliarden Euro steigen. Für 2012 erwartet der Verband ein Plus von fünf Prozent.
"Es könnten sogar mehr als 20 Prozent Plus werden", betonte Dr. Olaf Munkelt, Vorstandsvorsitzender der VDMA-Fachabteilung Industrielle Bildverarbeitung, anlässlich auf der Messe Vision 2011. Denn noch immer besteht ein deutlicher Überhang an Auftragseingängen. Falls sich bis zum Jahresende ein großer Teil des Auftragsbestands abarbeiten lässt, fällt die Marke von 20 Prozent. Schon 2010 hatte der Branchenumsatz das Vor-Krisen-Niveau von 1,2 Milliarden Euro im Jahr 2008 hinter sich gelassen: "So nachhaltig aus der Krise gekommen ist wohl keine andere Branche im VDMA," führte Munkelt aus. Allerdings nimmt die Dynamik der Auftragseingänge seit Jahresmitte stetig ab. Dies wirke sich mittlerweile auch auf das aktuelle Umsatzwachstum aus: Die Wachstumskurve zeigt aber weiterhin nach oben, nur flacher. "Generell gibt es jedoch eine große Diskrepanz zwischen den Turbulenzen auf den Finanzmärkten und dem, was wir an Nachfrage und Investitionsbereitschaft in der Investitionsgüterindustrie sehen", erläutert Munkelt.
Die weiteren Aussichten für 2012 werden laut VDMA maßgeblich von der Lösung der Eurokrise und der Stabilisierung des Bankensystems abhängen: Beides beeinflusse das Investitionsklima in den Kundenbranchen der Bildverarbeitung deutlich. "Für 2012 rechnen wir aufgrund der makroökonomischen Verhältnisse mit einem Wachstum von etwa 5 Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Euro", hob Munkelt hervor. Diese Einschätzung deckt sich weitgehend mit den Prognosen des VDMA für die Entwicklung der Maschinenproduktion: Während der Verband für das laufende Jahr noch mit einer Erhöhung um 14 Prozent rechnet, erwartet er für 2012 ein schwächeres Plus von vier Prozent. Die Qualitätsinspektion in der industriellen Fertigung bildet Munkelt zufolge weiterhin das Fundament der Bildverarbeitungsbranche. Nach wie vor sind die Automobilhersteller und ihre Zulieferer der größte Absatzmarkt für industrielle Bildverarbeitung. Ihr Anteil am Gesamtumsatz der BV-Branche hat seit der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise dabei zugenommen, und zwar von gut 18 Prozent in 2009 auf über 26 Prozent im Jahr 2010. Auf den Plätzen zwei bis vier folgen die Branchen Glas, Pharma und Kosmetik sowie Elektrik/Elektronik (ohne Halbleiter), jeweils mit Anteilen zwischen acht und zehn Prozent.
"Die Vielseitigkeit der Bildverarbeitung zeigt sich in neuen Anwendungsgebieten wie der Landwirtschaft, in der Medizin, Verkehrsüberwachung und -steuerung, im Einzelhandel und der Sicherheitstechnik", sagte Munkelt. Diese nichtindustriellen Branchen erreichen zusammen gut 13 Prozent Umsatzanteil in 2010. Der seit Jahren steigende Anteil Asiens am Umsatz der deutschen Bildverarbeitungsbranche erreichte 2010 seinen bisher höchsten Wert, nämlich 17 Prozent. Auf China, den dynamischsten Markt, entfielen 7 Prozent. Auch die Lieferungen nach Japan, Südkorea und Taiwan verbuchten 2010 starke Zuwächse. "Wir gehen von längerfristigen und starken Wachstumspotenzialen in Asien aus", stellte Munkelt fest. "Vor allem in China zeichnet sich ein wachsendes Interesse an Automatisierungstechnik ab, was den Einsatz der Bildverarbeitungstechnik weiter beflügeln dürfte. Die Bildverarbeitungsbranche steht also vor der Aufgabe, sich weiter zu internationalisieren und diese attraktiven Märkte aktiv zu erschließen."










