Bildverarbeitung

Inka Krischke,

Branche erreicht neuen Rekordumsatz

Ein Umsatzplus von 20 % hatte der VDMA für das Jahr 2011 prognostiziert – und konnte diese optimistische Voraussage auf seiner Pressekonferenz am 10. Juli 2012 stolz bestätigen.

© Messe Stuttgart

Mit einem Branchenumsatz von 1,5 Mrd. Euro im Jahr 2011 erreichte die deutsche Bildverarbeitungsindustrie „einen Allzeit-Rekordwert“, verkündete Dr. Olaf Munkelt, Vorsitzender der VDMA-Fachabteilung Industrielle Bildverarbeitung, anlässlich der Fachpressekonferenz zur im November stattfindenden Messe „Vision“ in Stuttgart.

Schon 2010 hatten die deutschen Bildverarbeiter mit einem Plus von 32 % den bisher höchsten Zuwachs erreicht. Diese Wachstumsraten in beiden Jahren führten zu Kapazitätsengpässen, so dass viele Unternehmen zusätzliche Mitarbeiter einstellten – im Schnitt weitete die Branche ihre Beschäftigtenzahl um 12 % aus.

Auch die Aussichten für 2012 sind laut Verbandsangaben rosig: Die weitere konjunkturelle Entwicklung der deutschen Bildverarbeitung stabilisiere sich nach einem starken ersten Quartal 2012 auf hohem Niveau. Erste Anzeichen für einen erhöhten Auftragseingang von zyklischen Anwenderbranchen insbesondere bei den Komponentenherstellern ließen für das zweite Halbjahr ein weiteres moderates Wachstum erwarten, so dass - ohne makroökonomische Schocks - ein weiteres Umsatzplus von 5 % auf dann 1,6 Mrd. Euro prognostiziert werden könne.

Europa schwächelt

Kamen in den Vorjahren Wachstumsimpulse verstärkt aus dem Ausland, so konnte der Inlandsmarkt 2011 Schritt halten und wuchs mit 21 % sogar geringfügig stärker als die Exporte, die um 19 % zulegten. Durch die starke Exportorientierung der deutschen Industrie dürften im Inlandsgeschäft größere Anteile indirekter Exporte enthalten sein – zum Beispiel durch in Deutschland hergestellte und für den Export bestimmte Maschinen und Anlagen mit integrierter Bildverarbeitung. Schwächen hingegen zeigte die Nachfrage aus Europa: Die Lieferungen in die europäischen Märkte (ohne Deutschland) stiegen mit knapp 9 % deutlich unterproportional. Als Folge sank der Umsatzanteil der europäischen Exportmärkte von fast 25 % auf gut 22 %. Der Abstand zur zweitgrößten Exportregion Asien (mit einem Anteil von nun 17 %) verringert sich damit weiter. Die drittgrößte Exportregion – Nord- und Südamerika – wuchs 2011 am stärksten und erreicht einen Anteil von gut 13 %. Die Exportquote insgesamt verharrt bei etwa 53 %.

Überdurchschnittliche Zuwächse verbuchten in den vergangenen Jahren hoch integrierte Kompaktsysteme wie Intelligente Kameras und Vision-Sensoren. Mit einem Plus von 30 % wuchsen die komplexen Systeme 2011 deutlich schneller als die Kompaktsysteme (+ 17 %). Die komplexen Systeme halten einen Anteil am Branchenumsatz von 38 % und liegen damit weit vor den Kompaktsystemen, die 2011 einen Anteil von nur 8 % erreichten. Dies liegt zum einen an den niedrigeren Preisen der intelligenten Kameras und Vision-Sensoren, zum anderen aber auch an weiterhin steigenden Anforderungen an die Leistungsfähigkeit, die in vielen Fällen nur von komplexen Systemen erfüllt werden können. Kameras bildeten 2011 die Produktkategorie mit dem zweithöchsten Umsatzvolumen: Ihr Anteil am Gesamtumsatz der deutschen Bildverarbeitungsbranche betrug 31 %.

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