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Artikel und Hintergründe zum Thema

Mobile HMI / Bedien-Panel

Stefan Kuppinger,

Wachendorff: Erlkönige aus dem Rheingau

Nicht nur bei PKWs gilt es, individuelle Designlösungen für Bedienlösungen zu kreieren. Auch viele Anbieter von Arbeits- und Landmaschinen fordern individuelle Lösungen. Genau darauf hat sich ein Zweig der Firma Wachendorff spezialisiert.

Mit kundenspezifischen Bedienpanels und Standard-Lösungen für mobile Applikationen erzielte Wachendorff Elektronik im Jahr 2011 etwa 21 Millionen Euro Umsatz.

© Wachendorff

Von den rund 35 Millionen Euro Umsatz der Wachendorff-Gruppe im Jahr 2011 erzielte der Bereich Elektronik rund 60 Prozent. Hinter der 'Elektronik' verbirgt sich die Entwicklung und Fertigung von Bediengeräten für mobile Applikationen – vorzugsweise für Baumaschinen, Landmaschinen und Kommunalfahrzeuge. "Zusammen mit Systemintegratoren realisieren wir viele kundenspezifische Projekte für große Hersteller", erklärte Dr. Peter Wachendorff, der diesen Bereich als Geschäftsführer verantwortet. Die technologische Basis dafür bildet eine Reihe von Standardgeräten, die von kleinen Bediengeräten bis hin zu 10,4-Zoll großen Panel-PCs auf Basis von Intel-Prozessoren reicht. Auf diese Standrad-Geräte greifen vor allem kleine und mittelständische Anbieter zurück, für die sich aufgrund der geringeren Stückzahlen keine individuelle Entwicklung rechnet.

Der restlichen 14 Millionen Euro Umsatz entfallen auf zwei weitere Firmen im Verbund: die Wachendorff Automation (Entwicklung und Fertigung von Drehgebern und Wegmess-Aystemen) und Wachendorff Prozesstechnik (Distribution von Fremdprodukten). "Die klare Trennung hat sich aufgrund der komplett unterschiedlichen Märkte bewährt", betont Robert Wachendorff. In der Praxis geht man viele Themen aber gemeinsam an, angefangen bei den Büro- und Produktionsräumen bis hin zum Prüflabor.

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Vor 33 Jahren begann Wachendorff mit dem Vertrieb von Automatisierungselektronik - Anzeigegeräten und Signalwandler der Firma Redlion. "Deren Produkte haben wir noch heute im Portfolio", so Robert Wachendorff. Über die Jahre wurden sukzessive weitere Komponenten ins Programm aufgenommen. "Wir sind immer auf der Suche nach interessanten Produkten von Unternehmen, die einen Zugang zum anspruchsvollen deutschen Automatisierungsmarkt suchen und unser Sortiment an Komponenten abrunden", betonte Armin Hardt, Programm- und Key-Account-Manager bei Wachendorff Prozesstechnik. Eine Lücke in seinem Portfolio will Hardt bis zur SPS/IPC/Drives schließen: "Ein Remote-I/O fehlt uns bis dato." Fündig wurde Hardt in Korea bei der Firma Crevis, die neben Vision-Sensoren auch mehrere Remote-IO-Baureihen entwickelt hat, die mit etablierten Systemen konkurrenzen können: Beispielsweise gibt es diverse I/O-Module, abnehmbare Klemmenblöcke, flexible Erweiterungsmöglichkeiten und diverse Kommunikationsanschaltungen. Unterstützt werden Profibus, Profinet, Ethernet/IP, Modbus (TCP/RS485/RS232) sowie CC-Link, Devicenet und CANopen. "Die Technik stimmt und wir sorgen mit einer deutschsprachigen Dokumentation, Schulungen und Service für die Lokalisierung", so Hardt. Fehlt eigentlich nur noch ein kompaktes CPU-Modul mit integrierter Soft-SPS für das Remote-IO. Teilweise lässt Wachendorff sogar Produkte von Herstellern für den deutschen Markt entwickeln, die unter eigenem Markennamen vertrieben werden.

"Differenzierung und Flexibilität sind unsere Stärken", betont Robert Wachendorff, und führt die jüngste Entwicklung bei den Drehgebern an. Schon vor dem Start der Serienfertigung des Ende 2011 vorgestellten Motorfeedback-Systems, hatte der erste Anwender bereits einen Anpassungswunsch. Auch bei den Multiturn-Drehgebern zeigt die Implementierung der Wiegand-Technologie für die Erfassung der Speicherung der Umdrehungsanzahl den Sinn für das Besondere. Flexibilität ist auch bei den Anschaltungen für Drehgeber gefragt. Dies gab den Anstoß für die Entwicklung einer neuen Drehgeber-Baureihe mit einem modularen Plattformkonzept. Um die verschiedenen Kommunikationssysteme einfacher implementieren zu können, wurde der eigentliche Drehgeber von der Busanschaltung getrennt. Letztere wird als 'Haube' auf das Gehäuse angeflanscht und im Gehäuse über zwei Steckverbinder mit der Elektronik des Drehgebers verbunden. Zum Serienstart der Drehgeber im vierten Quartal 2012 wird es die Multiturns mit der obligatorischen Profibus-Anschaltung geben. Später folgen Profinet und weitere Ethernet-basierte Kommunikationsprotokolle.

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