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Artikel und Hintergründe zum Thema

Kundisch auf der SPS 2023

Inka Krischke,

Smart heizen

Transparente Heizungen können in unterschiedlichsten Bereichen als Problemlöser fungieren: Als Vorreiter gilt hier die Automotive-Industrie, etwa mit beheizten Scheinwerfern und Spiegeln. Aber damit ist die Technologie noch nicht ausgereizt, wie Kundisch zeigt.

Smart Heating im Detail: Zwischen den beiden silbergedruckten Leitungen befindet sich eine transparente Beschichtung aus Kupfer und Carbon, die hochleitfähig sowie hochtransparent ist.

© Kundisch

Ein Bereich der transparenten Elektronik, in dem der Folientastaturen- und Touchsysteme-Hersteller Kundisch eine wachsende Nachfrage verzeichnet, ist das Smart Heating durch transparente Folienheizungen. Folienheizungen heizen im Vergleich zu herkömmlichen Heizsysteme schneller auf, da diese mittels Lüfter und Heizdraht arbeiten und in erster Linie die Umgebungsluft aufheizen, dadurch erheblich länger brauchen und deutlich mehr Energie verbrauchen.

Bei der Herstellung transparenter Folienheizungen besteht die Herausforderung darin, ein Material einzusetzen, das sowohl eine ausreichende Leitfähigkeit als auch Transparenz aufweist. Kundisch setzt hierbei auf die Metal-Mesh-Technologie. Durch sie werden homogene transparente leitfähige Folien als gedruckte Schichten hergestellt, die als Heizungen für durchsichtige Oberflächen verwendbar sind. Dafür werden in der Regel zwei Leitungen aus Silber in die Folie gedruckt. Diese leiten den Strom in die Folie. Zwischen den beiden silbergedruckten Leitungen befindet sich eine transparente Beschichtung, die aus einer Mischung aus Kupfer und Carbon besteht, hochleitfähig sowie hochtransparent ist. Dabei besteht die Möglichkeit, das Material nach Kundenwunsch mittels Drucktechniken zu strukturieren.

Die transparente elektrische Heizfolie wird typischerweise durch ‚Sandwiching‘ eines leitfähigen Materials zwischen Schichten von Glas oder klarem Kunststoff, traditionell Polycarbonat oder Acryl, eingearbeitet. Der Vorteil dieser Methode wird vor allem deutlich, wenn transparente Heizfolien für große Flächen, wie für Windschutzscheiben, hergestellt werden müssen. Stand der Technik für beheizbare Windschutzscheiben ist das Verlegen von Drähten durch Roboter: Ein Roboter verlegt einen dünnen Draht mit einem zentimetergroßen Abstand und muss dafür jede Position abfahren. Mit der Metal-Mesh-Technologie kann Kundisch nach eigenen Angaben den Quadratmeter Heizung homogen in Sekunden drucken, während ein Roboter mehrere Minuten zum Verlegen braucht.

Hauptantreiber dieser Technologie ist die Automobilindustrie, da die Heizfolien nicht nur für das Auge durchsichtig sind, sondern auch für Laser- und Radarsysteme. Die transparenten Heizfolien unterstützen zum Beispiel die Funktionalität von Abstandsmessgeräten in Fahrzeugen auch dann, wenn das Fahrzeug vereist ist. Egal ob Roboter, die Lkw ausladen, autonom fahrende Gabelstapler oder Agrarfahrzeuge – vor allem Bereiche, die von einem hohen Grad an Automatisierung geprägt sind, profitieren von den durchsichtigen Heizungen. Auch in der Medizin finden sie Anwendung, beispielsweise in Inkubatoren für Neugeborene. Darüber hinaus können sie in diverse Displays eingebaut werden.

Halle 8 Stand 331

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