MDE / Maschinenüberwachung

Günter Herkommer,

Signalsäulen per Funk vernetzen

Je mehr Maschinen in einer Fabrikhalle produzieren, desto schwieriger wird es, diese im Blick zu behalten. Über eine funkbasierte Fernüberwachung der Signalsäulen lassen sich Maschinenzustände per Software an zentraler Stelle unkompliziert und ohne zusätzliches Verdrahten visualisieren.

© Werma Signaltechnik

Es gibt bereits diverse Systeme zur Maschinenüberwachung. Doch diese sind oft kompliziert in der Installation und kostspielig in der Anschaffung. Vor diesem Hintergrund haben sich die Entwickler von Werma Signaltechnik Gedanken darüber gemacht, wie sich mit bestehender Technik schnell und einfach eine zentrale Maschinenüberwachung realisieren lässt. Resultat dieser Überlegungen ist das „Wireless Information Network“ – kurz WIN. Dabei handelt es sich um ein einfaches MDE-System, welches auf der drahtlosen Vernetzung von Signaltechnik basiert. Das Besondere dabei: Die Lösung ist einfach per „Plug & Play“ installierbar, nutzt existierende Signalsäulen und erfordert keine komplexe Schnittstelle zur Maschine.

Nicht zu vergessen: Der Benutzer muss kein Wireless-Experte sein, um die Lösung einsetzen zu können. Sind die zu überwachenden Maschinen noch nicht mit Signaltechnik von Werma ausgerüstet, so kann der Betreiber mit dem Starterpaket „WIN complete“ zunächst drei Maschinen per Funk zentral kontrollieren. Hierfür montiert er lediglich drei Signalsäulen vom Typ Kombisign 71 aus dem Paket auf seine Maschinen. Dann installiert er die zugehörige Software auf dem PC und kann daraufhin die Zustände seiner Maschine im Auge behalten.

Die Signalsäulen bestehen aus den LED-Dauerlichtstufen Rot, Gelb, Grün, einem WINSlave und einem Rohrfuß zur Montage. Der mitgelieferte WIN-Master (Funkempfänger) empfängt die Daten aus den Slaves in den Signalsäulen und überträgt diese per USB an einen beliebigen PC.

Anzeige

Wie läuft’s im Maschinenpark? Der zuständige Schichtleiter sieht im Leitstandmodul auf einen Blick den Ist-Zustand seiner Maschinen. Den Gebäudeplan kann er unterlegen.

© Werma

Sind auf den Maschinen bereits Signalsäulen vorhanden und sollen diese lediglich noch zentral überwacht werden, so bietet sich das Paket „WIN system“ an: Hier erhält der Betreiber statt vorgefertigter Signalsäulen lediglich drei WIN-Slaves. Diese sind ebenso vorkonfiguriert und werden auf die existierenden Signalsäulen nur aufgesteckt. Auf diese Weise ist die Säule in der Lage, vier verschiedene Zustände anzuzeigen. Sofern die Steuerung ein zusätzliches Blinksignal ausgeben kann, lassen sich pro Säule bis zu acht Zustände anzeigen. Darüber hinaus ist es möglich, dass sich der Anwender mit „WIN-System“ eigene Signalsäulen zusammenstelt – zum Beispiel mit Akustik-Elementen, verschiedenen Lichteffekten und Farben aus dem vorhandenen Signalsäulen-Sortiment.

Beide WIN-Pakete sind jederzeit auf bis zu 50 Slaves pro Netzwerk erweiterbar. Mit anderen Worten: Über das Funksystem lassen im Maximal-Ausbau 50 Maschinen (Signalsäulen) beobachten. Bei freier Sicht reicht das Funksignal bis zu 300 Meter weit. Je nach Gebäudebeschaffenheit kann die Reichweite in Innenräumen allerdings auch geringer sein.

Grundsätzlich hat das WIN-System nach Aussage seiner Entwickler in Gebäuden eine deutlich höhere Reichweite als Funkanwendungen wie zum Beispiel WLAN oder Bluetooth, da es aufgrund des niedrigeren Frequenzbandes (868 MHz) Wände Im Produktivitätsmodul ist ersichtlich, mit welcher Auslastung alle eingebundenen Maschinen fahren (Produktivitätsmodul). Im Laufzeitmodul kann der Anwender Fehlermuster nach Zeiträumen analysieren und so Ursachen besser beheben. 34 Steuerungsebene und Objekte weit besser durchdringt als die genannten Standards mit 2,4 GHz. Weiterer Vorteil: Durch die Nutzung eines anderen Frequenzbandes funktioniert WIN störungsfrei neben anderen Funkanwendungen wie WLAN und Bluetooth. Die bereits hohe Reichweite kann der Nutzer beliebig erweitern, indem er WIN-Slaves als Zwischenstation aufstellt. Das heißt: Neben dem Senden der Signale von der „eigenen“ Säule können die Slaves die Daten anderer Slaves aufnehmen und verstärkt an den WIN-Master weiterleiten – sie haben demnach auch „Repeater“- Funktion.

Installation ohne Programmierkenntnisse

Im Produktivitätsmodul ist ersichtlich, mit welcher Auslastung alle eingebundenen Maschinen fahren.

© Werma Signaltechnik

Beim Einrichten oder Anpassen des WIN-Netzwerkes unterstützt das Routingmodul der Software. Es zeigt mit Balken- und Baumstruktur die Qualität und den Aufbau der Funkverbindungen zwischen den einzelnen Elementen an. Das bedeutet, diese Ansicht zeigt, wo die Nutzer Verbindungen mit Slaves verstärken müssen, damit das Wireless-Netzwerk sicher funktioniert und Daten problemlos übertragbar sind.

Die Software selbst erlaubt eine intuitive Bedienung und Überwachung. Die Zustandsbezeichnungen der einzelnen Signalstufen kann der Anwender frei anpassen, zum Beispiel Stufe 1 für „Maschine läuft“, Stufe 2 für „Rüsten“, Stufe 3 für „Störung“. Mit anderen Worten: Er bestimmt selbst, welche Maschinendaten er auswertet und überwacht und er kann dabei verschiedene Analyse- und Überwachungsmodule nutzen (Fehleranalyse im Zeitverlauf, Stillstandzeit pro Maschine). Darüber hinaus ist es möglich, sich per E-Mail über den Zustand von Maschinen informieren zu lassen.

Im Laufzeitmodul kann der Anwender Fehlermuster nach Zeiträumen analysieren und so Ursachen besser beheben.

© Werma

Im Leitstandmodul der Software ist der aktuelle Zustand aller eingebundenen Maschinen auf einen Blick ersichtlich. In diese Übersicht lässt sich zudem der Gebäudeplan integrieren und mit den Maschinenanzeigen kombinieren. Und mit dem Produktivitäts- und dem Laufzeitmodul kann der Anwender Tages-, Wochen-, Monats-, Jahresdaten sowie beliebige Zeiträume der überwachten Maschinen und Gebäudeparts rückwirkend analysieren.

Daraus lässt sich ersehen, wie produktiv die einzelnen Maschinen sind und in welchem Muster Störungen oder Stillstände auftreten. Kurzum: Das WIN-System hilft, systematisch Fehler zu erkennen und die Verfügbarkeit und Effizienz der Maschinen zu erhöhen.

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Inosoft

Retrofit von Industrierechnern

Wenn bewährte IPCs in die Jahre kommen, steigt nicht nur das Ausfallrisiko, auch fehlende Sicherheitsupdates werden zum Problem. Ein durchdachter Retrofit kann helfen, bestehende Anlagen wirtschaftlich und regulatorisch konform weiter zu betreiben.

mehr...

Polyrack

Die richtige Anzeige für HMIs

Von LCD bis E-Paper – die Displaywahl beeinflusst Bedienbarkeit, Energie-verbrauch und Produktlebensdauer von HMIs. Neben technologischen Parametern spielen Integration, EMV-Design und Sourcing eine Rolle. Der Artikel gibt einen strukturierten...

mehr...

Pepperl+Fuchs

Sichere Authentifizierung mit HMIs

Im Reinraum wird jeder Login zur Herausforderung: Strenge GMP-Vorgaben, komplexe Passwörter und lückenlose Rückverfolgbarkeit treffen auf Handschuhe, Schutzkleidung und Zeitdruck. Was wie ein Detail wirkt, beeinflusst Effizienz, Sicherheit und...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Zebra

RFID Datenerfassung integriert

Der Mobile Computer 'TC701' von Zebra richtet sich an Unternehmen, die für Logistik, Fertigung, Transport oder Handel einen robusten Android Handheld mit aktueller Funktechnik benötigen.

mehr...
Jetzt Newsletter abonnieren