Lenze

Günter Herkommer,

Neuer Controller schließt Steuerungslücke

Zwischen antriebsintegrierter SPS und High-End-Industrie-PC positioniert Lenze zur Messe einen neuen Hutschienen-Controller, genannt L-force Controller 3200 C. Er soll die Basis für komplexe Maschinen- und Anlagenkonzepte in den von Lenze definierten Fokusbranchen bilden.

Dr. Thomas Cord, Lenze: „Was die Vernetzung betrifft, haben wir uns für Ethercat als Standard für unsere Systemlösung entschieden.“

„Servoantriebe mit integrierter Steuerungs- beziehungsweise Motion-Control-Funktionalität stoßen bei Anwendungen mit mehr als vier zu synchronisierenden Achsen an Grenzen; andererseits reizen viele Anwendungen die Ressourcen einer PC-basierten Steuerung nicht aus" - auf diese Kurzformel bringt Dr. Thomas Cord, Geschäftsführer des Bereiches Automation bei Lenze, die Argumentation für den neuen L-force Controller 3200 C. Diese Hutschienen-Steuerung soll künftig die Grundlage für die Realisierung zentraler Steuerungskonzepte in den Bereichen Fördertechnik/Intralogistik, Robotik und Handling sowie der Verpackungstechnik bilden. „In diesen Branchen sind viele mittelständische Unternehmen unterwegs, die sehr komplexe Aufgaben bei einer hohen Variantenvielfalt zu lösen haben. Hier wollen wir zudem die Rolle eines Systemanbieters übernehmen, der auch beim Engineering Unterstützung leisten kann", so Cord.

Der L-Force Controller 3200 C basiert auf Codesys 3.0 und wurde zudem auf das I/O-System 1000 abgestimmt, welches Lenze im letzten Jahr auf den Markt gebracht beziehungsweise zusammen mit Vipa entwickelt hat. In der Steuerung arbeitet ein Intel-Atom-Prozessor, der es Cord zufolge aufgrund seiner Performance ermöglicht hat, SPS- und Visualisierungsfunktionen sowie die Bewegungssteuerung in einem kompakten und lüfterlosen System zu kombinieren. Auf der Messe zeigt Lenze zum einen den speziell für den Einsatz als SPS und Bewegungssteuerung ausgelegte Controller 3221 C. Er besitzt zwei 100-MBit-Ethernet-Schnittstellen mit integriertem Switch und zwei USB-Schnittstellen. Eine dritte Ethernet-Schnittstelle ist für den Betrieb als Ethercat-Master reserviert.

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Weniger Programmtext generieren

Aufgrund der modularen Bauweise kann der nur 136 Millimeter breite Controller mit weiteren Kommunikationsbussen ausgestattet werden - etwa mit einer Erweiterungskarte mit zwei untereinander synchronisierten CAN-Bussen oder auch mit einer Profibus-Karte. Für Anwender, die den Controller zusätzlich als Hardwareplattform für die Visualisierung nutzen wollen, hat Lenze zum anderen den Controller 3231 C entwickelt. Er unterscheidet sich vom 3221 C durch eine zusätzliche DVI- und eine dritte USB-Schnittstelle, an die Monitore beziehungsweise Tastaturen anschließbar sind.

Was derzeit noch nicht verfügbar ist, jedoch innerhalb eines Jahres fertig gestellt sein soll, ist eine integrierte Safety-Lösung, welche die Sicherheitsfunktionalität homogen in sämtliche Komponenten der Lenze-Systems integriert. Weiterhin arbeiten die Lenze-Entwickler derzeit mit Hochdruck an einer neuen Engineering-Umgebung, welche die bisher separaten Tools für Antriebsauslegung, die Beschreibung mechatronischer Module sowie für die SPS-Programmierung komplett durchgängig in einer einheitlichen Umgebung zusammenbringt.

Das Ganze erfolgt unter der Maßgabe, weniger Programmtext zu generieren. - Oder wie Thomas Cord es ausdrückt: „Wir müssen weg von ‚If' und ‚Else', hin zu einer intuitiven mechatronischen Beschreibung der Maschine, aus der sich sehr einfach die Bewegungs- und Steuerungslogik ableiten lässt."

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