Beckhoff Automation
Mit der Steuerung sprechen
Mit 'Twincat Speech' schafft Beckhoff eine Möglichkeit, künftig per Sprachein- und -ausgabe mit der Maschine beziehungsweise dem Automatisierungssystem in Dialog zu treten.
Wir sind mit dem Jahr 2017 recht zufrieden“ – mit diesen Worten eröffnete Beckhoff-Geschäftsführer Hans Beckhoff die Pressekonferenz auf der zurückliegenden Hannover Messe, in deren Rahmen er traditionell zuächst einen Abriss über das abgelaufene Geschäftsjahr gibt. Demnach konnte der Verler Anbieter von IPC-basierter Automatisierungstechnik seinen Umsatz im Jahr 2017 um 19 % auf 810 Mio. Euro steigern. Um die aktuellen und laut Hans Beckhoff auch im weiteren Verlauf des Jahres 2018 zu erwarteten Zuwächse abfangen zu können, hat das Unternehmen seine Produktionskapazität massiv ausgebaut. So konnte zum Beispiel die I/O-Fertigung in eine 10.000 m² große Erweiterung umziehen, eine Verdoppelung der bisherigen Produktionsfläche. Bis Ende 2018 sollen insgesamt weitere 40.000 m² Fläche zur Verfügung stehen. Nicht zuletzt hat Beckhoff im Geschäftsbereich Antriebstechnik seinen Standort Marktheidenfeld durch eine eigene Mechanik-Fertigung für Servomotoren ausgebaut. Um all die in diesem Jahr noch anstehende Erweiterungen zu stemmen, sind im Jahr 2018 Investitionen in Höhe von etwa 50 Mio. Euro in Gebäude und Ausrüstungen geplant. Unabhängig davon würden jährlich weitere 60 Mio. Euro in die Entwicklung neuer Produkte und Verfahren investiert.
Stichwort neue Produkte und Verfahren: Mit dem C6017 hat Beckhoff zur Hannover Messe 2018 seine Ultra-Kompakt-IPC-Reihe um eine Version mit erweiterter Schnittstellenvielfalt und einer 1-Sekunden-USV ausgebaut. Die Baugröße des C6017 bleibt mit 82 mm × 82 mm × 66 mm im Vergleich zum C6015 nahezu gleich. Lediglich die Bauhöhe ist um 24 mm größer. Je zwei zusätzliche RJ45- und USB-2.0-Interfaces ergänzen die bisherige Ausstattung mit DisplayPort-Anschluss, einem On-Board-Dual-Ethernet-Adapter mit 2 × 100/1000Base-T-Anschluss sowie einem USB-3.0- und USB-2.0-Port. Mit der integrierten Intel-Atom-CPU mit bis zu vier Prozessorkernen eigne sich der passiv gekühlte IPC im Aluminium-Zinkdruckguss-Gehäuse gleichfalls für Automatisierungs-, Visualisierungs- und Kommunikationsaufgaben bis zum mittleren Leistungsbereich.
"Twincat, starte Tracing!"
Von der Hardware zur Software: Mit Twincat verfügt Beckhoff über ein Automatisierungssystem, welches die Funktionen Intelligenz, Sensorik, Bewegungssteuerung und seit Ende letzten Jahres auch die Bildverarbeitung aufeinander abgestimmt in einer durchgängigen Lösung vereint. Mit ‚Twincat Speech‘ kommt nun auch noch das Hören und Sprechen dazu.
Twincat Speech ermöglicht Hans Beckhoff zufolge industriegerecht umgesetzt eine mehrsprachige Ein- und Ausgabe von Anfragen beziehungsweise Informationen. Damit lasse sich die Interaktion mit dem Automatisierungssystem deutlich effizienter und komfortabler gestalten, und zwar branchenübergreifend in Anwendungen vom Maschinenbau bis hin zur Gebäudeautomation. So kann das Bedien- oder Wartungspersonal bei Arbeiten an einer Maschinenkomponente auch ohne herkömmliches Bedienterminal einfach erfragen, wie sich zum Beispiel geänderte Einstellungen auf das aktuelle Steuerungs- oder Simulationsprogramm auswirken. Weiterhin lassen sich beim Erreichen kritischer Werte an einer Anlage entsprechende Alarmmeldungen akustisch ausgeben. Nicht zuletzt soll Twincat Speech es dem Anwender ermöglichen, das Beckhoff-eigene Visualisierungssystem Twincat HMI per Sprache fernzusteuern – etwa über Befehle wie „Öffne mir das Menü Funktion“ oder „Zeige mir die Maschinenparameter an“.
Die Spracheingabe ist als eine über Build-in-Funktionalitäten des Betriebssystems Windows realisierte Offline-Funktion, also ohne Internet- und Cloud-Anbindung, verfügbar. Die Sprachausgabe von Twincat Speech wiederum ist sowohl als Offline-Funktion wie auch als Online-Funktion verfügbar. Im ersten Fall wird dies durch die entsprechenden Funktionalitäten von Windows und im zweiten Fall durch den Text-zu-Sprache-Service Polly von Amazon unterstützt. Dabei wird mit Hilfe von Deep-Learning-Technologien eine realistisch klingende Sprachausgabe synthetisiert. Zudem sind unterschiedliche Stimmen sowie das Caching von online generierten Audiodateien möglich.
Verfügbar soll Twincat Speech voraussichtlich Ende des Jahres sein, und zwar in insgesamt 26 Sprachen.













