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Artikel und Hintergründe zum Thema

Mensch-Maschine-Kommunikation

Matthias Heise,

Computer erkennen menschliche Emotionen

Bei der Kommunikation zwischen Mensch und Maschine geht es meist um sachliche Dateneingaben und -ausgaben. Emotionen wie Freude und Dispositionen wie Überforderung oder Müdigkeit können Computer bisher nicht berücksichtigen. Ein Forschungsprojekt holt dies nun nach.

Ein Proband interagiert in einer Virtual Reality mit einem Computer.

© Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Das Projekt mit dem Namen 'EmoAdapt' wurde von Wissenschaftler der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU) und des Leibniz-Instituts für Neurobiologie (LIN) ins Leben gerufen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt mit rund 1,6 Mio. Euro. 'EmoAdapt' entwickelt eine sogenannte Hirn-Computer-Schnittstelle weiter, mit deren Hilfe Emotionen erkannt und in die Interaktion zwischen Mensch und Maschine in Echtzeit integriert werden sollen.

Die Forscher versuchen, neueste Methoden der Hirnbildgebung und der Computertechnologie mit klassischen physiologischen Parametern wie Herzrate und Hautleitfähigkeit zu kombinieren, um Emotionen und Stimmungen bereits während der Interaktion zu identifizieren und diese Erkenntnisse in die Mensch-Maschine-Kommunikation zu integrieren. Die daraus abgeleiteten Muster helfen Computern, komplexe Interaktionen in Echtzeit innerhalb einer simulierten Welt an das Befinden der Nutzer anzupassen. Dies geschieht beispielsweise, wenn der Computer eine Über- oder Unterforderung bei einem Probanden während einer Aufgabenlösung erkennt und den Schwierigkeitsgrad der Aufgabe dementsprechend anpasst.

In der Forschung soll es auch darum gehen, welche Rolle individuelle Merkmale wie das Geschlecht und Alter in der Wirksamkeit und Akzeptanz dynamischer Mensch-Maschine-Interaktionen spielen. Das interdisziplinäre Team beleuchtet außerdem die Frage, welche ethischen, sozialen und rechtlichen Konsequenzen die Nutzung individueller Daten in der Mensch-Maschine Kommunikation hat.

Die Erkenntnisse aus dem Projekt könnten Folgen für das alltägliche Leben haben. So ist es für die Forscher denkbar, dass technische Systeme etwa die aktuelle Leistungsfähigkeit von Personen berücksichtigen, die komplexe Maschinen bedienen. Sie könnten Symptome wie Müdigkeit und Unaufmerksamkeit identifizieren, was zu einer höheren Sicherheit am Arbeitsplatz beitragen würde. Auch im Bereich der Rehabilitation sind neuartige Konzepte vorstellbar, zum Beispiel beim Eintrainieren von Aufgaben nach einem Schlaganfall.

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