Antriebselektronik / LED-Ansteuerung
Weitere Effizienzsteigerungen möglich
LED gelten bereits als effizient, bieten aber noch zusätzliches Potential, Energie einzusparen und zugleich die Lichtausbeute zu steigern. Durch spezielle Ansteuer-Schaltungen lässt sich ebenso der Stromverbrauch von Elektromotoren reduzieren. Diese Einsparmöglichkeiten will das Projekt Cool Drivers des Spitzenclusters Cool Silicon in Sachsen erschließen.
Unter Federführung von X-Fab Dresden, der Dresdner Tochter des Erfurter Halbleiterunternehmens X-Fab Semiconductor Foundries, entwickeln die Forscher in drei Teilprojekten integrierte Motorsteuerungen und LED-Ansteuerungen sowie die dafür erforderlichen Halbleiter-Bauelemente und Fertigungsprozesse. Cool Drivers wird im Rahmen des Förderprogramms IKT 2020 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt. Für das Vorhaben sind über einen Zeitraum von drei Jahren Fördermittel in Höhe von etwa 1 Mio. Euro bewilligt.
Um die Energieeffizienz von Leuchtmitteln und Elektroantrieben zu verbessern, gibt es verschiedene Ansätze, die im Cool-Drivers-Projekt untersucht werden sollen. "Eine Erhöhung des Wirkungsgrades ist bereits durch einen optimierten elektronisch geregelten Leistungsfluss vom Netz zum Verbraucher zu erreichen", erläutert Projektkoordinator Roberto Gärtner, Director Process Characterization bei der X-Fab Group, den Ansatz. Die Forscher beschäftigen sich zudem mit der Verringerung von Koppelverlusten in Mehrantriebssystemen durch eine schnelle und echtzeitfähige Kommunikationstechnik und suchen nach Wegen zur Minimierung des Eigenverbrauchs der Leistungselektronik durch eine optimierte Integration und Partitionierung der einzelnen Komponenten. Die komplexen Regelalgorithmen, die die Forscher entwickeln, werden mittels einer Ultra-Low-Power-Technik integriert und mit der Ansteuerelektronik und den Kommunikationskomponenten als Multi-Chip-Modul demonstriert. Dabei übernehmen die beteiligten Projektpartner klar umrissene Aufgabenpakete.
Zusätzlich zur Koordination des Cool-Drivers-Projekts entwickelt X-Fab Dresden Verfahren für Entwurf und Fertigung der ICs, die in dem Projekt entstehen werden. X-Fab wird die von den übrigen Partnern entwickelten Bausteine produzieren und ihre Zuverlässigkeit untersuchen.
Die PE GmbH aus Kesselsdorf bei Dresden wird einen ASIC entwerfen, der die bisher üblichen Vorschaltgeräte für LEDs ersetzen und damit ihre Nachteile beseitigen soll. "Die bislang gebräuchlichen Schaltnetzteile verursachen auf der Energieversorgerseite Störstrahlung im jeweiligen Hausstromnetz", verlautete dazu aus dem Unternehmen. "Bei Leuchtmitteln über 25 W ist eine Leistungsfaktorkorrektur gesetzlich vorgeschrieben, die diese unerwünschten Nebenerscheinungen verhindert. Die Leistungen von LED-Leuchten bleiben aber in der Regel unterhalb dieser gesetzlichen Grenze."
Die Idee der Dresdner Forscher: Die Konstantstromerzeugung für LED-Beleuchtungen gleich mit der Leistungsfaktorkorrektur verbinden - und zwar in einem Schaltkreis, der obendrein mit einer Kommunikationsfunktion ausgestattet ist. Dies ermöglicht eine Steuerung der LED-Lampe über das konventionelle Leitungsnetz. Die Lampe lässt sich über den »digitalen Schalter« ein- und ausschalten sowie dimmen, was den Einsatz von LED-Beleuchtungen in normalen Lampensockeln denkbar macht. PE wird mit der Technik von X-Fab einen solchen Chip entwickeln und im Anschluss an das Projekt zur Marktreife führen.
Neue Ansteuerungslösung für Elektromotoren
Die DMOS GmbH in Dresden, die MAZ Brandenburg GmbH in Berlin und die TU Dresden, speziell der Lehrstuhl für Schaltungstechnik und Netzwerktheorie, werden gemeinsam eine innovative Lösung zur Ansteuerung von Elektromotoren entwickeln. Sie kombiniert Aktor, Sensor und Prozessor in einem Hybrid-Chip und sorgt dafür, dass die Regelgenauigkeit etwa um den Faktor zehn gegenüber bisher verfügbaren Lösungen ansteigt.
Doch die Wissenschaftler wollen nicht nur für einzelne Motoren eine bessere Regelung erarbeiten. Im Maschinen- und Anlagenbau ist es oft sinnvoll, mehrere Motoren - die Rede ist auch von Achsen - synchron bzw. mit einer bestimmten Zeitgenauigkeit zu regeln. Typische Anwendungen sind Zeitungsdruckmaschinen mit über 100 Achsen, aber auch Roboter und Bandstraßen.
Die Hardware für die Motoransteuerung wird aus mehreren CPUs bestehen, die über einen Switch miteinander kommunizieren. Zu der Hardware müssen jedoch auch die entsprechenden Software-Treiber für die verschiedenen Aufgaben entwickelt werden. Der größte Teil der Treiber wird in Flash-Komponenten für die jeweilige CPU abgelegt. Als Ergebnis des »Cool-Drivers«-Projekts werden ferner zwei von den Partnern DMOS und MAZ entwickelte Chips zur Verfügung stehen, die in einem einzigen Gehäuse - oder für entsprechende Leistungsvarianten auch getrennt - am Markt angeboten werden können. Trotz der erheblich höheren Regelgenauigkeit hoffen die Partner, diese Lösung kostengünstiger umzusetzen, als es derzeit mit Standardbauelementen möglich wäre.









