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Artikel und Hintergründe zum Thema

VDW

Inka Krischke,

Deutsche Werkzeugmaschinenindustrie stabilisiert sich

Nach zwei Jahren mit spürbarer Investitionszurückhaltung zeigt die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie erste Anzeichen einer Stabilisierung. Insgesamt blieb der Auftragseingang 2025 jedoch noch leicht unter dem Vorjahresniveau.

China überholte 2025 Deutschland erstmals als weltweit größter Exporteur. © VDW / Adobe Stock_Gorodenkoff

Die Bestellungen gingen um 3 Prozent zurück, mit deutlich unterschiedlichen Entwicklungen im In- und Ausland. Während die Nachfrage aus dem Ausland um 3 Prozent zulegte, brach der Auftragseingang aus dem Inland um 16 Prozent ein. Die Investitionszurückhaltung vieler deutscher Industriekunden spiegelt damit die schwierige Lage wichtiger Anwenderbranchen wider, allen voran der Automobilindustrie und ihrer Zulieferer. Zum Jahresende deutete sich allerdings eine leichte Belebung an: Im vierten Quartal 2025 lagen die Auftragseingänge insgesamt um 4 Prozent über dem Vorjahreswert.

Parallel dazu verändern sich die globalen Kräfteverhältnisse im Werkzeugmaschinenbau weiter. Besonders deutlich zeigt sich das am rasanten Ausbau der chinesischen Industrie. Die Maschinenproduktion (ohne Teile und Zubehör) in der Volksrepublik erreichte 2025 mit rund 30 Mrd. Euro ein neues Rekordniveau. China baut damit seine dominierende Rolle im weltweiten Maschinenbau weiter aus. Deutschland verfehlte dagegen erneut die Marke von 10 Mrd. Euro Produktionsvolumen. Mit 9,4 Mrd. Euro lag die Fertigung nur wenig über dem Niveau der Pandemiejahre 2020 und 2021. Insgesamt konzentriert sich die weltweite Produktion weiterhin stark auf wenige Länder. China, Deutschland und Japan stehen zusammen für 58 Prozent der global produzierten Werkzeugmaschinen. Dabei entfallen 37 Prozent auf China, 12 Prozent auf Deutschland und 10 Prozent auf Japan. Dahinter folgen die USA und Italien mit Anteilen von 9 beziehungsweise 7 Prozent.

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Verschiebungen im globalen Markt

Auch im internationalen Handel zeigen sich deutliche Verschiebungen. Das weltweite Exportvolumen für Werkzeugmaschinen erreichte 2025 rund 41,4 Mrd. Euro und lag damit etwa 3 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Besonders markant ist dabei der Rollenwechsel an der Spitze des Exportrankings: China überholte Deutschland erstmals als weltweit größter Exporteur. Während deutsche Hersteller 10 Prozent weniger Maschinen ins Ausland lieferten und auf ein Exportvolumen von 7 Mrd. Euro kamen, steigerten chinesische Anbieter ihre Ausfuhren um 13 Prozent. Mit 8,6 Mrd. Euro erreicht China damit einen neuen Rekordwert. China ist zugleich der mit Abstand größte Absatzmarkt für Werkzeugmaschinen weltweit. Das Marktvolumen wuchs 2025 um 5 Prozent auf 25,2 Mrd. Euro. Damit entfallen rund 32 Prozent des weltweiten Verbrauchs auf die Volksrepublik. Die USA folgen mit 11,1 Mrd. Euro und einem Marktanteil von 14 Prozent. Deutschland erreicht einen Anteil von 5,7 Prozent und liegt damit nur noch knapp vor Indien mit 5,4 Prozent.

Die Experten des VDW erwarten eine weitere Belebung in der zweiten Jahreshälfte. Bei den Abnehmerbranchen zählen neben der Rüstungs- und der Luftfahrtindustrie nicht die klassischen Kundenindustrien wie Automobil- oder Maschinenbau zu den wichtigsten Treibern. Vielmehr profitiert die Werkzeugmaschinenindustrie aktuell insbesondere von der Elektronik- und Halbleiterindustrie sowie deren Wertschöpfungsketten. „Hintergrund sind der fortschreitende Digitalisierungsschub, der KI-Boom und der weltweite Ausbau von Rechenzentren“, erläutert Dr. Markus Heering, Geschäftsführer des VDW.

Auch das Geschäft mit den USA entwickelt sich trotz anhaltender handelspolitischer Unsicherheiten weiterhin stabil. Die Investitionen dürften dort in den kommenden Monaten weiter zunehmen. Für die Nachfrage aus China haben sich die Aussichten zuletzt leicht verbessert, da die Regierung verstärkt Investitionen in Zukunftstechnologien fördert und Werkzeugmaschinen im neuen Fünfjahresplan als kritische Kerntechnologie einstuft. „Die veränderten geopolitischen Rahmenbedingungen führen zu einer stärkeren Neuordnung wirtschaftlicher Partnerschaften. Das zeigen etwa die geplanten Freihandelsabkommen mit Indien und dem Mercosur“, so Heering.

Hintergrund

Die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie gehört zu den fünf größten Fachzweigen im Maschinenbau. Sie liefert Produktionstechnologie für die Metallbearbeitung in alle Industriezweige und trägt maßgeblich zu Innovation und Produktivitätsfortschritt in der Industrie bei. Durch ihre absolute Schlüsselstellung für die industrielle Produktion ist ihre Entwicklung ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Dynamik der gesamten Industrie. 2025 produzierte die Branche mit durchschnittlich rund 64.700 Beschäftigten (Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitern) Maschinen und Dienstleistungen im Wert von rund 13,6 Mrd. Euro.

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