Lenze
Umsatzrekord und neue Frequenzumrichter
Der Antriebstechnik-Spezialist Lenze ergänzt seinen Produktbaukasten zur SPS IPC Drives um einen neuen 'Mittelklasse'-Frequenzumrichter. Gegenüber den bisherigen Geräten ist die kommende Generation kleiner, modularer, energieeffizienter sowie leichter zu konfigurieren.
Industrie 4.0 bedeutet unter anderem Fertigung individualisierter Produkte in Losgröße 1. Für einen Antriebs- und Automatisierungstechnik-Hersteller wie Lenze liegt es deshalb nahe, seine Produkte aus einem konfigurierbaren, klar strukturierten Hard- und Software-Baukasten zusammenzustellen, der eine hohe Variantenvielfalt bei geringen Losgrößen ermöglicht und den Aufwand dafür minimiert. Einen solchen Produktbaukasten baut Lenze als Spezialist für Motion Centric Automation seit ein paar Jahren nicht nur für seine Antriebstechnik, sondern für sein gesamtes Automatisierungs-Portfolio auf.
Der Baukasten unterscheidet die drei Leistungsklassen »Base-Line«, »State-Line« und 'High-Line', die sich allerdings nicht an abstrakten Kenndaten, sondern am konkreten technischen Anspruch typischer Anwendungen orientieren. So sind die Antriebslösungen der »Base-Line« für die zeit- und ereignisgesteuerte Bewegung ausgelegt, die der »State-Line« für die geschwindigkeits- und drehmomentgesteuerte Bewegung und die der »High-Line« für Positionierung sowie synchronisierte Einzel- und Multiachs-Bewegung.
In der Frequenzumrichter-Mittelklasse, der »State-Line«, klaffte bisher eine Lücke: "Die von der Leistungsfähigkeit her vergleichbaren Geräte der Serie 'Inverter Drives 8400' passen nicht so recht in die Logik des konfigurierbaren Produktbaukastens", erläuterte Frank Maier, Innovationsvorstand von Lenze. Sie bleiben aber im Produktangebot des Unternehmens: "Abgekündigt werden jetzt deren Vorgänger, also die Serie '8200 Vector', wobei Abkündigung bei uns ein längerer, schrittweiser Prozess ist."
Leicht auf Anwendungen zuzuschneiden
In die Lücke stößt jetzt die Frequenzumrichter-Baureihe i500, bei der Lenze gemäß der Baukastenlogik besonderen Wert auf einfache Konfiguration und Inbetriebnahme gelegt hat. Die Produktlinie teilt sich auf in die beiden Serien i510 und i550: Während die i510-Versionen ein monolithisches Single-Board-Design haben, bestehen die i550-Varianten aus einer Power-Unit und einer davon konstruktiv getrennten Control-Unit. Die Control-Unit wird auf die Power-Unit aufgeschnappt; sie gestattet die Feldbus- oder Industrial-Ethernet-Kommunikation, bietet diverse I/O-Schnittstellen und ermöglicht es, ein Keypad, ein USB-Interface oder ein WLAN-Modul aufzustecken. Diese drei Interfaces, die sich auch auf die i510-Geräte aufstecken lassen, stehen optional für Inbetriebnahme, Parametrierung oder Diagnose bereit, wobei das WLAN-Modul drahtlos mit dem Tool Easy Explorer im PC oder der Lenze-Keypad-App im Smartphone kommuniziert.
Anwender haben also viele Möglichkeiten, die Geräte auf die Anforderungen der Applikation zuzuschneiden. "Die ‚Snap-on‘-Technik und eine konsequente Reflexion in der Software-Architektur erlauben die Konfiguration der i550-Geräte direkt beim Kunden, was wir auch explizit unterstützen", betonte Frank Maier. "Denn Varianten-Management vor Ort spart Lagerkosten."
Die i500-Geräte unterstützen Permanentmagnet-Synchronmotoren. Gegenüber den Inverter Drives 8400 erreichen sie mehr Leistungsdichte, so dass sie kleiner bauen und dank weniger Verlustwärme und eines ausgeklügelten Kühlkonzepts auch Side-by-Side im Schaltschrank einbaubar sind. Bis 2,2 kW Leistung sind sie nur 60 mm breit und bis 11 kW bloß 130 mm tief; sie passen dann in die flachen 150er-Schaltschränke. Insgesamt erstreckt sich ihr Leistungsbereich von 0,25 bis 110 kW. Zudem erfüllen sie schon jetzt im Leistungsbereich von 0,25 bis 45 kW die Wirkungsgradklasse IE2 der kommenden Norm EN 50598-2. Als Sicherheitsfunktion bieten sie Safe Torque-Off (STO).
Rekordumsatz im Geschäftsjahr 2014/15
Seinen bisherigen Umsatzrekord von 620,8 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2007/08 hat Lenze jetzt übertroffen: Im Geschäftsjahr 2014/15 (1. Mai bis 30. April) erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 634,1 Mio. Euro, was gegenüber den 610 Mio. Euro Vorjahresumsatz ein Wachstum von rund 4 Prozent oder 24,1 Mio. Euro bedeutet. In Europa stieg der Umsatz um 7 Mio. Euro oder zwei Prozent, in Amerika um zehn Mio. Euro oder 17 Prozent und in Asien um 7 Mio. Euro oder zehn Prozent. Die Zahl der Mitarbeiter kletterte von 3337 am 30. April 2014 auf 3366 am 30. April 2015, davon 1708 oder 51 Prozent in Deutschland. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg um 10 Prozent auf 46,9 Mio. Euro, nach 42,7 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Das Konzernergebnis nach Steuern lag bei 29,3 Mio. Euro (Vorjahr: 26,1 Mio. Euro).
"Unser Umsatz ist trotz eines anhaltend volatilen und damit herausfordernden Markt- und Branchenumfelds in allen Regionen der Welt gewachsen, auch in den Emerging Markets", erläuterte Christian Wendler, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. "Und das, obwohl die Situation in China derzeit schwierig ist." Die Fokussierung auf die drei Branchen Consumer Goods, Automotive und Intralogistik greife: "In den kommenden Jahren wollen wir die positive Entwicklung weiter dynamisieren."












