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Artikel und Hintergründe zum Thema

Siemens-Quartalszahlen Q1/2024

Andrea Gillhuber,

Siemens startet besser als erwartet

Das erste Quartal des Geschäftsjahres 2024 lief für Siemens gut: Der Umsatz von September bis Dezember 2023 legte nominal um 2 % auf 18,4 Mrd. Euro zu, der Gewinn nach Steuern um 56 % und auch der Auftragseingang fiel besser aus, als mancher Analyst erwartet hätte.

© Felicitas von Imhoff/Siemens

Am Donnerstag (8. Februar 2024) veröffentlichte Siemens die Zahlen des ersten Quartals des laufenden Geschäftsjahres 2024. Im Zeitraum von September bis Dezember 2023 legte der Umsatz auf vergleichbarer Basis, also ohne Währungsumrechnungs- und Portfolioeffekte, um 6 % auf 18,4 Mrd. Euro (Q1/2023: 18,1 Mrd. Euro), der Auftragseingang um 2 % auf 22,3 Mrd. Euro (Q1/2023: 22,6 Mrd. Euro) zu. Zu verdanken ist es den Zuwächsen unter anderem durch Großaufträge in den Sparten Smart Infrastructure und Mobility. Das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatzerlösen (Book-to-Bill-Ratio) erreichte einen Wert von 1,21. Der Auftragsbestand steht mit 113 Mrd. Euro auf Rekordniveau. Der Free Cash Flow »all-in« aus fortgeführten und nicht fortgeführten Aktivitäten erreichte auf Konzernebene mit 1,0 Mrd. Euro einen deutlich höheren Wert als im Vorjahresquartal (0,1 Mrd. Euro). Die Entwicklung ist vor allem auf den starken Anstieg des Free Cash Flow des Industriellen Geschäfts auf 1,3 Mrd. Euro (Q1/2023: 0,4 Mrd. Euro) zurückzuführen.

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Rekordwert für ein erstes Quartal

Das Ergebnis des Industriellen Geschäfts verzeichnete mit 2,7 Mrd. Euro (+3 %) Zuwächse in fast allen industriellen Geschäften und erreichte damit laut Konzern einen Rekordwert für ein erstes Quartal. Nach Steuern erzielte Siemens einen Ergebnisanstieg um 56 % auf rund 2,5 Mrd. Euro (Q1/2023: 1,6 Mrd. Euro). Dabei profitierte Siemens auch von einem Gewinn aus der Übertragung eines Anteils von 8 % an Siemens Energy an den eigenen Pensionsfonds. Die verbleibende Beteiligung von 17,1 % wird der Konzern künftig nur noch als finanziellen Vermögenswert berichten. Darüber hinaus startet das Unternehmen, wie bereits im November 2023 angekündigt, zeitnah mit einem neuen Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 6 Mrd. Euro über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren.

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie vor Effekten aus der Kaufpreisallokation belief sich auf 3,19 Euro (Q1/2023: 2,08 Euro) und lag damit um 53 % höher als im Vorjahresquartal.

Vorstandsvorsitzender Roland Busch zum erfolgreichen Start ins neue Geschäftsjahr: »Siemens hat erneut ein starkes Quartal abgeliefert und sein profitables Wachstum fortgesetzt. Wir haben unsere Partnerschaften mit Microsoft und AWS erweitert, um Künstliche Intelligenz noch besser zugänglich zu machen. Unsere Kunden haben vollstes Vertrauen in uns als Technologiepartner für ihre digitale und nachhaltige Transformation.« 

 

Schwächelnder Auftragseingang im Automatisierungsgeschäft

Digital Industries hat mit einem schwachen Auftragseingang zu kämpfen: Auf vergleichbarer Basis brach der Auftragseingang vom -31 % auf vergleichbarer Basis auf einen Wert von 3,979 Mrd. Euro (Q1/2023: 5,983 Mrd. Euro) ein. Zurückzuführen ist der Einbruch überwiegend auf das Automatisierungsgeschäft: Das Marktumfeld schwächte im Vorjahresvergleich ab; zudem bauten Kunden weiter Vorräte ab, nachdem zuvor Bestellung vorgezogen worden waren. Der Auftragseingang im Software-Geschäft ging ebenfalls im Verglich zum Vorjahresquartal zurück, welches größere Aufträge im PLM-Geschäft enthielt, so der Konzern. Den stärksten Rückgang nach Regionen verzeichnete die Division in Asien – vor allem bedingt durch China – und Australien aus. Das Ergebnis ging von 1,119 Mrd. Euro in Q1/2023 auf 895 Mio. Euro in Q1/2024 zurück.

Über neue größere Aufträge berichtet der Konzern im Bereich Smart Infrastructure. Diese sorgten unter anderem dafür, dass der Auftragseingang auf vergleichbarer Basis um ein Prozentpunkt zulegen konnte. Zurückzuführen sei die Entwicklung auf ein Wachstum im Buildings-Geschäft, insbesondere in den USA und in Deutschland, sowie anhaltend starker Nachfrage von Rechenzentren sowie im Bereich Energieverteilung, so der Konzern. Der berichtet Auftragseingang von 5,831 Mrd. Euro fällt insgesamt aber geringer aus als im Vorjahresquartal (5,997 Mrd. Euro), Schuld sind negative Währungseffekte. In allen Regionen konnte der Umsatz zulegen; er stieg von 4,585 Mrd. Euro im ersten Quartal 2023 auf 4,827 Mrd. Euro im abgelaufenen Quartal. Angeführt wird das Wachstum von Erlösen aus dem Electrification-Geschäft, das in allen Regionen zweistellige Wachstumsraten erzielte. Sowohl das Ergebnis und als auch die Profitabilität erreichten laut Konzern einen Rekordwert bei höheren Umsatzerlösen, gestiegener Kapazitätsauslastung sowie einem positiven Effekt von 94 Mio. Euro aus der teilweisen Auflösung einer Verbindlichkeit in Verbindung mit früheren Portfolioaktivitäten.

Den größten Zuwachs im Auftragseingang berichtet die Sparte Mobility: Aufgrund von Großaufträgen – darunter zwei Aufträge aus Österreich mit einem Volumen von 1,3 Mrd. Euro aus bestehenden Rahmenverträgen über die Lieferung von Zügen – stieg der Auftragseingang auf vergleichbarer Basis um 92 % auf 5,636 Mrd. Euro (Q1/2023: 2,971 Mrd. Euro). Bei den Umsatzerlösen erreichte die Sparte in allen Geschäften zweistellige Wachstumsraten, besonders stark war die Abarbeitung des Auftragsbestands im Schienenfahrzeuggeschäft und im Bahninfrastrukturgeschäft. Das Ergebnis stieg von 195 Mio. Euro (Q1/2023) auf 251 Mio. Euro und profitierte auch von nachlaufenden russlandbezogenen Effekten, so der Konzern.

Einen Rückgang auf vergleichbarer Basis um fünf Prozentpunkte auf 5,601 Mrd. Euro (Q1/2023: 6,087 Mrd. Euro) meldete Siemens Healthineers. Das Book-to-Bill-Verhältnis lag über 1. Ergebnis und Profitabilität verbesserten sich infolge höherer Umsatzerlöse sowie aufgrund von Kostenreduzierungen im Diagnostics-Geschäft im Zusammenhang mit seinem Transformationsprogramm.

Siemens bestätigt Prognose für das Geschäftsjahr 2024

Siemens geht davon aus, dass die geopolitischen Spannungen nicht weiter zunehmen und dadurch das industrielle Geschäft weiter profitabel wachsen wird. Unter diesen Annahmen bestätigte der Konzern seine Prognose für 2024.

Erwartet wird ein Umsatzerlöswachstum auf vergleichbarer Basis in einem Bereich von 4 bis 8 % sowie ein Book-to-Bill-Verhältnis von über 1.

Für den Bereich Digital Industries prognostiziert Siemens eine Entwicklung der Umsatzerlöse auf vergleichbarer Basis in einer Bandbreite von 0 bis 3%. Dies basiert auf der Annahme, dass nach Abbau der Vorräte bei Kunden die weltweite Nachfrage in den Automatisierungsgeschäften insbesondere in China in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres wieder anziehen wird. Die Ergebnismarge wird zwischen 20 und 23 % erwartet.

Siemens bestätigt Prognose für das Geschäftsjahr 2024

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