Quartalszahlen Q1/2025
Siemens meldet Gewinnsprung, Automatisierung schwächelt weiter
Das erste Quartal des Geschäftsjahres 2025 bringt Siemens einen Gewinnsprung: Die Umsatzerlöse stiegen um 3 %, der Gewinn nach Steuern um 52 %. Die Fabrikautomatisierung schwächelt aber weiter.
Siemens meldet einen soliden Start ins Geschäftsjahr 2025. Im ersten Quartal, das am 31. Dezember 2024 endete, stiegen die Umsatzerlöse auf vergleichbarer Basis um 3 % auf 18,4 Mrd. Euro (Q1/2024: 17,7 Mrd. Euro). Der Auftragseingang sank hingegen um 8 % auf 20,1 Mrd. Euro (Q1/2024: 21,6 Mrd. Euro). Das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatzerlösen (Bookto-Bill-Verhältnis) erreichte mit 1,09 einen guten Wert. Der Auftragsbestand liegt auf Rekordhöhe und betrug am Ende des ersten Quartals des Geschäftsjahres 118 Mrd. Euro.
Das Ergebnis des industriellen Geschäfts belief sich auf 2,5 Mrd. Euro und lag damit unter dem Vorjahreswert von 2,7 Mrd. Euro. Die Ergebnismarge im industriellen Geschäft ging von 15,8 % im Vorjahresquartal auf 14,1 % zurück.
Ein besonders starker Anstieg zeigte sich beim Free Cash Flow auf Konzernebene, der auf 1,6 Mrd. Euro wuchs (Q1/2024: 1,0 Mrd. Euro). Der Anstieg ist vor allem auf die starke Leistung beim Free Cash Flow des Industriellen Geschäfts in Höhe von 1,7 Mrd. Euro (Q1/2024: 1,3 Mrd. Euro) zurückzuführen.
Begünstigt durch einen Gewinn von 2,1 Mrd. Euro (nach Steuern) aus dem Verkauf von Innomotics stieg der Konzerngewinn nach Steuern um 52 % auf 3,9 Mrd. Euro (Q1/2024: 2,5 Mrd. Euro). Diese außergewöhnlich starke Entwicklung wurde maßgeblich durch einen Gewinn von 2,1 Mrd. Euro (nach Steuern) aus dem Verkauf von Innomotics begünstigt.

Der Ausblick für das Geschäftsjahr 2025 wurde bestätigt. Zudem wird die virtuelle Hauptversammlung über den Dividendenvorschlag von 5,20 Euro pro Aktie für das Geschäftsjahr 2024 entscheiden, was einer Erhöhung gegenüber dem Vorjahr (Geschäftsjarhe 2023: 4,70 Euro) entspricht.
»Unser starker Start in das Geschäftsjahr 2025 schafft klares Momentum für eine kontinuierliche Wertsteigerung für unsere Stakeholder. Unsere Technologien ermöglichen es unseren Kunden, die reale mit der digitalen Welt zu verbinden, um ihre Wettbewerbsfähigkeit, Widerstandsfähigkeit und Nachhaltigkeit zu verbessern. Durch unsere führende Rolle bei industrieller KI leisten wir konkrete Beiträge in der Praxis. Hier sehen wir eine hohe Dynamik«, ordnete Vorstandsvorsitzender Dr. Roland Busch das Ergebnis ein.
Digital Industries: Fabrikautomatisierung weiter schwach
Der Auftragseingang der Sparte Digital Industries verzeichnete einen deutlichen Anstieg, angetrieben durch Zuwächse sowohl im Software- als auch im Automatisierungsgeschäft. Geografisch betrachtet legte der Auftragseingang in allen Berichtsregionen zu, wobei die Region Amerika die stärksten Zuwächse verzeichnete. Besonders in Asien und Australien war das Wachstum maßgeblich auf das Automatisierungsgeschäft zurückzuführen. Erstmals seit zwei Jahren überschritt das Book-to-Bill-Verhältnis wieder den Wert von 1.
Beim Umsatz zeigte sich ein gemischtes Bild: Während das Softwaregeschäft ein solides Wachstum erzielte, wurde dies durch einen erheblichen Rückgang im Automatisierungsbereich überwogen. Besonders im Fabrikautomatisierungsgeschäft führten anhaltende Lagerbestandsreduzierungen auf Kundenseite zu einem starken Umsatzrückgang. Geografisch entwickelten sich die Umsatzerlöse unterschiedlich – während die Region Amerika ein Wachstum verzeichnete, gingen sie in den anderen Berichtsregionen zurück.
Das Ergebnis litt unter der schwachen Entwicklung im Automatisierungsgeschäft. Niedrigere Kapazitätsauslastungen bei rückläufigen Umsatzerlösen belasteten die Profitabilität zusätzlich. Darüber hinaus führten höhere Aufwendungen für Personalrestrukturierungen zu einem weiteren Rückgang des Ergebnisses.
Smart Infrastructure: ‚Electrification‘ und ‚Electrical Products‘ als Wachstumstreiber
Der Auftragseingang des Geschäftsbereichs Smart Infrastructure verzeichnete in allen Geschäftsbereichen ein Wachstum. Den größten Beitrag leistete das Geschäft ‚Electrification‘, das eine Reihe größerer Aufträge von Rechenzentren sowie von Kunden aus dem Energie- und Industriesektor erhielt.
Auch die Umsatzerlöse legten in allen Bereichen zu. Besonders stark war das Wachstum in den Geschäftsbereichen ‚Electrification‘ und ‚Electrical Products‘, die von der konsequenten Abarbeitung ihrer umfangreichen Auftragsbestände aus Rechenzentren und dem Energiebereich profitierten.
Geografisch betrachtet wurde das Wachstum sowohl beim Auftragseingang als auch bei den Umsatzerlösen vor allem durch die positive Entwicklung in den USA und Europa getragen.
Das Ergebnis übertraf sogar das erste Quartal des Geschäftsjahres 2024, das damals von einem positiven Sondereffekt in Höhe von 94 Mio. Euro aus früheren Portfolioaktivitäten profitiert hatte. Die starke Ergebnisentwicklung war insbesondere auf höhere Umsatzerlöse, eine gestiegene Kapazitätsauslastung und anhaltende Produktivitätssteigerungen zurückzuführen.
Mobility: Kundenservice- und Schienenfahrzeuggeschäft sorgen für Wachstum
Der Auftragseingang der Sparte Mobility umfasste zwei bedeutende Großaufträge: einen Auftrag im Wert von 0,5 Mrd. Euro für die Bahninfrastruktur und deren Wartung im Vereinigten Königreich sowie einen weiteren über 0,3 Mrd. Euro aus einem bestehenden Rahmenvertrag für die Lieferung von Zügen in Österreich. Allerdings lag das Gesamtvolumen an Großaufträgen unter dem Niveau des ersten Quartals des Geschäftsjahres 2024, das von einem deutlich höheren Anteil solcher Aufträge geprägt war.
Alle Geschäftsbereiche erzielten höhere Umsatzerlöse, wobei das Wachstum insbesondere vom Kundenservice- und Schienenfahrzeuggeschäft getragen wurde.
Beim Ergebnis führte der Anstieg im Kundenservicegeschäft zwar zu einer positiven Entwicklung, wurde jedoch durch einen Rückgang im Schienenfahrzeuggeschäft mehr als ausgeglichen. Dieser resultierte hauptsächlich aus einem weniger vorteilhaften Geschäftsmix.
Healthineers: Wachstum in allen Geschäftsbereichen
Alle Geschäftsbereiche bei Siemens Healthineers verzeichneten ein steigendes Volumen, wobei das Imaging-Geschäft die stärksten Zuwächse erzielte. Zudem trugen mehrere Großaufträge maßgeblich zum Wachstum des Auftragseingangs bei.
Das Ergebnis verbesserte sich in nahezu allen Geschäftsbereichen. Besonders stark fiel die Zunahme im Diagnostics-Geschäft aus, das von Kosteneinsparungen im Rahmen seines Transformationsprogramms profitierte. Auch das Imaging-Geschäft verzeichnete einen deutlichen Ergebnisanstieg, der vor allem auf höhere Umsatzerlöse zurückzuführen war.
Financial Services mit soliden Ergebnisbeitrag
Siemens Financial Services leistete erneut einen soliden Ergebnisbeitrag, lag jedoch unter dem außergewöhnlich starken Vorjahresquartal. Dieses hatte von einem Gewinn in Höhe von 131 Mio. € aus dem Verkauf eines Anteils an einer Beteiligung profitiert.
Positive Währungsumrechnungseffekte führten zu einem Anstieg des Gesamtvermögens im Vergleich zum Geschäftsjahresende 2024.
Gewinn aus Anteilsübertragung
Im Vorjahresquartal enthielt die Position »Finanzierung, Konsolidierungen und sonstige Positionen« einen Gewinn von 0,5 Mrd. Euro, der aus der Übertragung eines Anteils an der Siemens Energy AG an den Siemens Pension-Trust e.V. sowie der damit verbundenen Beendigung der Equity-Bilanzierung resultierte. Im abgelaufenen Quartal wurden hingegen Erträge in Höhe von 53 Mio. Euro aus geänderten Schätzungen im Zusammenhang mit Vorsorgen für ein Alt-Projekt erfasst.
Die gestiegenen Aufwendungen im Bereich Innovation standen im Zusammenhang mit den kürzlich angekündigten Maßnahmen im Rahmen des ‚ONE Tech Company‘-Programms.
Ab dem ersten Quartal des Geschäftsjahres 2025 wurden die bisherigen Positionen Siemens Energy Beteiligung, Siemens Real Estate sowie zentral getragene Pensionsaufwendungen in die Position »Finanzierung, Konsolidierungen und sonstige Positionen« umgegliedert. Darüber hinaus erfolgten Umgliederungen zwischen den Positionen »Innovation« und »Finanzierung, Konsolidierungen und sonstige Positionen«.











