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Artikel und Hintergründe zum Thema

Geschäftszahlen 1. Halbjahr 2020

Andrea Gillhuber,

Schaeffler meldet Erholung im Auftragseingang

Zwar lag der Umsatz im ersten Halbjahr 2020 aufgrund der Covid-19-Pandemie 21,8 % unter dem Vorjahreszeitraum, doch zeig sich Schaeffler optimistisch.

Konzernzentrale der Schaeffler AG in Herzogenaurach.

© Schaeffler

21,8 % betrug der Umsatzrückgang (währungsbereinigt) bei Schaeffler im ersten Halbjahr aufgrund der Corona-Pandemie. Doch gibt sich das Unternehmen mit Sitz in Herzogenaurach vorsichtig optimistisch: Im Verlauf des zweiten Quartals zeigten sich deutliche Erholungstendenzen.

Der Zwischenbericht des Industrie- und Automobilzulieferers weist für die ersten sechs Monate des Jahres einen Gruppen-Umsatz von 5,574 Mrd. Euro (Vorjahr: 7,226 Mrd. Euro). Währungsbereinigt ging der Umsatz in diesem Zeitraum insbesondere als Folge des Nachfragerückgangs im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie um 21,8 % zurück. Maßgeblich hierfür war die rückläufige Umsatzentwicklung in allen drei Sparten, wobei der währungsbereinigte Rückgang in der Sparte Automotive OEM im ersten Halbjahr mit 26,8 % mit Abstand am stärksten war.

Struktur- und Effizienzmaßnahmen mit Stellenabbau

Die Schaeffler Gruppe erzielte in den ersten sechs Monaten ein EBIT vor Sondereffekten in Höhe von 65 Mio. Euro (Vorjahr: 556 Mio. Euro). Dies entspricht einer EBIT-Marge vor Sondereffekten von 1,2 % (Vorjahr: 7,7 %). Die Verschlechterung gegenüber dem Vorjahr resultiert laut Unternehmen insbesondere aus dem Rückgang der Bruttomarge als Folge der volumenbedingten Umsatzrückgänge.

Das EBIT im Berichtszeitraum war durch Sondereffekte in Höhe von 288 Mio. Euro belastet (Vorjahr: 73 Mio. Euro). Darin enthalten war eine im ersten Quartal vorgenommene Wertminderung des der Sparte Automotive OEM zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwertes um 249 Mio. Euro. Zudem umfassen die Sondereffekte Aufwendungen in Höhe von 39 Mio. Euro für die Ausweitung der Programme RACE (RACE (Regroup Automotive for higher Margin and Capital Efficiency) und FIT, diese stehen vor allem im Zusammenhang mit dem Abbau von Arbeitsplätzen.

Die im Frühjahr 2019 in den drei Sparten initiierten Programme RACE (Automotive OEM), GRIP (Automotive Aftermarket) und FIT (Industrie) zeigen die beabsichtigte Wirkung. Die in diesem Kontext initiierten Struktur- und Effizienzmaßnahmen wirkten sich positiv auf die Umsatzkosten aus. Zudem wurden im Berichtszeitraum Maßnahmen ein- und fortgeführt, mit denen die finanziellen Effekte, die durch die Coronavirus-Pandemie ausgelöst sind, abgemildert werden. Dazu gehören temporäre Maßnahmen wie zum Beispiel die Einführung und Ausweitung von Kurzarbeit, der Abbau von Urlaubstagen und Zeitkonten, Einstellungsstopps und Schließtage in unseren Werken. Bereits im ersten Quartal wurde das Programm von 1.300 auf 1.900 abzubauende Stellen ausgeweitet.

Mit diesen Sondereffekten betrug das EBIT minus 223 Millionen Euro (Vorjahr: plus 483 Millionen Euro).

Klaus Rosenfeld, Vorstandsvorsitzender der Schaeffler AG: »Dank der konsequent umgesetzten Gegensteuerungsmaßnahmen und des soliden Ergebnisbeitrags unserer Sparten Automotive Aftermarket und Industrie sind wir bisher besser durch die Krise gekommen als erwartet. Die Belebung der Nachfrage im Juni deutet darauf hin, dass es nach dem Tiefpunkt im April schrittweise wieder aufwärts geht. Gleichwohl bleibt die Unsicherheit hoch, wann die Vorkrisenniveaus wieder erreicht werden. Das heißt für uns, dass wir weiterhin sehr diszipliniert und vorausschauend agieren müssen.«

Die frei verfügbaren Mittel der Schaeffler Gruppe in Form von Barmitteln und Kreditlinien betragen rund 2,4 Mrd. Euro, das entspricht rund 19 % des Umsatzes der letzten zwölf Monate.

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Regionen unterschiedlich

Die vier Regionen waren unterschiedlich von der Pandemie betroffen. Die Region Greater China konnte aufgrund der im zweiten Quartal in der Region einsetzenden Erholung im Berichtszeitraum auf währungsbereinigter Basis ein Umsatzwachstum von 3,0 Prozent aufweisen. Die übrigen drei Regionen wiesen in den ersten sechs Monaten deutliche Umsatzrückgänge auf. Im Laufe des Monats Juni stellte sich in allen Sparten und Regionen eine spürbare Erholung des Geschäftsverlaufs ein.

Sparte Industrie: Auftragseingang stabilisiert sich

Die Sparte Industrie erzielte im ersten Halbjahr einen Umsatz von 1,562 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,804 Mrd. Euro). Währungsbereinigt lag der Umsatzrückgang bei 12,8 %. Während der ersten sechs Monate des Jahres 2020 verzeichneten die Regionen Europa, Americas und Asien/Pazifik krisenbedingt eine deutlich negative Entwicklung. Nur Greater China konnte eine zweistellige vorweisen, hier wuchs insbesondere der Sektorcluster Wind. Auch der Sektorcluster Power Transmission trug zum Wachstum bei. Der Auftragseingang der Sparte Industrie hat sich zur Jahresmitte hin stabilisiert. Im zweiten Quartal konnten wichtige Kundenaufträge mit neuen Produkten, auch im wachsenden Sektor der Robotics und mit Produkten der Lineartechnik, verbucht werden. Weiterhin wurde das Condition-Monitoring-System OPTIME, das gezielt für die einfache Nachrüstung in bestehende Industrieanlagen entwickelt wurde, zur Marktreife gebracht. Die Markteinführung erfolgte im Juli.

Das Umsatzwachstum lag in der Region Greater China auf währungsbereinigter Basis bei 17,6 %, während die Umsatzentwicklung in den Regionen Asien/Pazifik mit 23,4 Prozent, Europa mit 20,6 % und Americas mit 16,8 % rückläufig war.

Die Sparte Industrie erzielte in den ersten sechs Monaten ein EBIT vor Sondereffekten in Höhe von 141 Mio. Euro (Vorjahr: 194 Mio. Euro), was einer EBIT-Marge vor Sondereffekten von 9,0 % entspricht (Vorjahr: 10,8 %).

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