SEW-Eurodrive
Neuer Baustein für die dezentrale Antriebstechnik
SEW Eurodrive baut das Spektrum der mechatronischen Antriebssysteme weiter aus. Der neue Elektronikmotor DRC bietet dem Anwender mehr Flexibilität in puncto Getriebe und soll damit weiter Anwendungsmöglichkeiten für die dezentrale Antriebstechnik erschließen.
Den neuen Elektronikmotor gibt es in den Baugrößen 1 und 2 mit 0,55 beziehungsweise 1,5 kW.
© SEW-EurodriveUnter der Bezeichnung Movigear hat SEW im Jahr 2008 eine dezentrale Antriebslösung auf den Markt gebracht, bei der Motor, Elektronik und Getriebe in einer mechatronischen Einheit beziehungsweise in einem Gehäuse integriert sind. Schwerpunktmäßig konzipiert für die horizontale Fördertechnik, findet sich dieses dezentrale Antriebssystem heute in Branchen wie der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie, der Automobilindustrie und der Flughafenlogistik.
Mit dem Ziel, die bisher begrenzten Einsatzfelder dieser Lösung zu erweitern, entwickelten die Bruchsaler nun den so genannten DRC-Motor, bestehend aus einem permanenterregten Synchronmotor und einer darauf abgestimmten Antriebselektronik. Der Unterschied zu Movigear: Das Getriebe ist nicht mehr integraler Bestandteil der Mechatronik-Einheit, was dem Anwender letztlich mehr Freiheitsgrade eröffnen soll. Claus Wieder, Leiter des Produktmanagements Standardantrieb, hierzu: „Mit dem flexiblen Anbau unserer Stirnrad-, Flach- und Kegelrad-Standardgetriebe und der Möglichkeit, eine mechanische Bremse zu adaptieren, lässt sich der Elektronikmotor universell in nahezu jeder Branche und Applikation einsetzen – zum Beispiel auch in Steigstrecken oder Hubwerken."
Claus Wieder: „In zahlreichen Anwendungen nachgewiesene Energie-Einsparungen von teilweise über 50 % haben uns darin bestätigt, das Konzept der mechatronischen Antriebseinheiten konsequent weiter zu verfolgen.“
© SEW-EurodriveAuf die Frage, ob sich der Elektronikmotor auch mit „Fremd-Getrieben" betreiben lässt, antwortet Claus Wieder: „Den DRC-Motor gibt es auch mit IEC-Welle und IEC-Flansch. Über diese Schnittstelle lässt er sich mit Getrieben anderer Hersteller verbinden. Der Vorteil des kompakten integrierten Aufbaus geht dabei allerdings verloren."
Laut SEW liegt der Motorwirkungsgrad des DRC schon heute über der höchsten Wirkungsgradklasse IE4 (Super-Premium Efficiency). Zusammen mit dem hohen Gesamtwirkungsgrad aller Komponenten seien damit Einsparungen bei den Energiekosten von bis zu 50 % möglich. Auch der Verkabelungsaufwand sinkt durch Verwendung der SNI-Technologie (Single Line Network Installation), die ebenfalls vom Movigear-Konzept übernommen wurde. SNI benötigt lediglich ein gemeinsames vieradriges Kabel für die Energieversorgung und die Kommunikation. „Dadurch lassen sich bis zu 60 % der Installationsaufwendungen einsparen", verspricht Wieder. Für Stand-Alone-Anwendungen oder Anlagen mit einfachen Antriebsfunktionalitäten stehen die Ausführungen mit binärer Ansteuerung und AS-Interface-Kommunikation zu Verfügung. Als vierte Ausführung ermöglicht der CAN-basierte S-Bus von SEW höchste Performance und kurze Reaktionszeiten zur Realisierung anspruchsvoller Antriebsaufgaben.











