20 Jahre KBK Antriebstechnik
»Es gibt selten etwas, das wir nicht anpacken«
In der 20jährigen Firmengeschichte stellte sich KBK Antriebstechnik zahlreichen Herausforderungen. Warum es sich nicht lohnt, Anstrengungen zu vermeiden, erläutert Geschäftsführer Sven Karpstein im Interview.
Herzlichen Glückwunsch zu 20 Jahre KBK Antriebstechnik! Im Rückblick: Was war die bedeutendste technologische Entwicklung Ihres Unternehmens?
Sven Karpstein: Das ist sehr schwierig zu beantworten. Vor grundlegende technische Herausforderungen hat uns die Entwicklung der Magnetkupplungen und der Schlitzkupplungen gestellt. Das waren aber auch zwei sehr spannende Projekte, die wir unbedingt realisieren wollten.
Mit den Magnetkupplungen oder auch Hysteresekupplungen konnten wir eine sehr gute Ergänzung zu unseren mechanischen Drehmomentbegrenzern realisieren.
Die Schlitzkupplungen dagegen schließen eine Lücke zwischen den Produktsparten ‚Metallbalgkupplungen‘ und ‚Elastomerkupplungen‘, wodurch wir in der Lage sind, unseren Kunden noch besser auf ihre Anwendung abgestimmte Lösungen anzubieten.
Für beide Entwicklungen haben wir auch in neue Maschinen investiert und natürlich neue Montagestationen aufgebaut.
Gibt es einen absoluten ‚Bestseller‘ und was macht ihn aus?
Karpstein: Ja, den gibt es: seit der Firmengründung sind es die Metallbalgkupplungen. Für hochautomatisierte und präzise Anwendungen kommt man kaum ohne sie zurecht, da sie zum einen die höchsten Anforderungen an die Übertragungsgenauigkeit erfüllen und zum anderen sehr sanft Wellenversatz ausgleichen und somit die teuren Servoantriebe schützen. In dieser Produktkategorie haben wir uns durch ein extrem breites Angebot an Ausführungen sowie durch unseren sehr hohen Qualitätsanspruch eine gute Position am Markt erarbeiten können.
In 20 Jahren geht es nicht nur rosig zu – was war aus Ihrer Sicht die schwierigste Zeit für das Unternehmen?
Karpstein: Schwierig waren vor allem die großen Krisen, die die Wirtschaft allgemein ins Schwanken gebracht haben. Nach der Banken- und der Eurokrise ging es in den Corona-Lockdown und nun in den Konflikt mit Russland. Bei allen Schwierigkeiten konnten wir uns aber immer sehr gut halten und ein kontinuierliches Wachstum verzeichnen.
Wie sieht denn die Roadmap für die nächsten zehn bis 15 Jahre aus?
Karpstein: Wir werden uns weiter eng mit unseren Kunden austauschen und Produkte entwickeln, die ihre antriebstechnischen Probleme lösen. Es gibt selten etwas, das wir nicht anpacken. Genau diese Herausforderungen sind es, die uns antreiben und für unsere Entwicklung sorgen.
Welche technologischen Trends sehen Sie, die für KBK Antriebstechnik wichtig sind beziehungsweise werden?
Karpstein: Hier wird es gewiss das Thema 3D-Druck werden. Da ist heute schon sehr viel möglich und ich denke, diese Technologie wird sich rasant weiterentwickeln und auch für uns viele neue Möglichkeiten bringen.
Was glauben Sie, was wird die größte Herausforderung der nächsten Jahre, geschäftlich und/oder technisch?
Karpstein: Die wesentlichen Herausforderungen sehe ich zum einen darin, sich im globalen Wettbewerb gut und wettbewerbsfähig aufzustellen. Zum anderen müssen wir die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz vorantreiben, energieeffizienter werden und wirksame Recyclingkonzepte verfolgen.
Das wird sicherlich mit vielen Anstrengungen verbunden sein, aber eine andere Richtung einzuschlagen, führt aus meiner Sicht nur in Sackgassen.











