Festo

Andreas Knoll | Davina Spohn,

Elektrische Antriebstechnik verdrängt pneumatische nicht

Elektrische und pneumatische Antriebe haben ihre Stärken und lassen sich sogar in ein und derselben Anwendung einsetzen. Daniel Ditterich und Roland Volk, Mitarbeiter der Abteilung Innovation and Technology Management von Festo, zeigen auf, wie sich pneumatische und elektrische Antriebstechnik sinnvoll kombinieren lassen.

Daniel Ditterich, Festo: "Elektrische Antriebe sind leicht regelbar, haben eine hohe Laststeifigkeit und ermöglichen exaktes Positionieren."

© Festo

Markt&Technik: Welche Aufgaben und Funktionen kann die pneumatische, welche die elektrische Antriebstechnik in der industriellen Automatisierung erfüllen?

Ditterich: Die pneumatische Antriebstechnik eignet sich gut für einfache, gesteuerte Bewegungen 'von Anschlag zu Anschlag' und punktet dabei durch ihren unkomplizierten und robusten Aufbau. Die elektrische Antriebstechnik wird häufig in Anwendungen eingesetzt, die eine hohe Flexibilität und eine genaue Positionierung erfordern. Es gibt aber auch Anwendungen, in denen Pneumatik zum Positionieren dient, und umgekehrt gibt es elektrische Systeme, die für den Einsatz 'von Anschlag zu Anschlag' entwickelt sind.

Volk: Pneumatische Antriebe eignen sich vor allem für Bewegungen, die nicht mehr als drei Positionen auf dem Verfahrweg benötigen, oder für Anwendungen, die auf kleinstem Raum eine hohe Kraft erfordern. Elektrische Antriebe sind besonders sinnvoll für freies, flexibles und genaues Positionieren sowie für lange Wege über 1000 mm bei hohen Geschwindigkeiten und kurzen Zykluszeiten.

Welche Vorteile hat die pneumatische, welche die elektrische Antriebstechnik in der industriellen Automatisierung?

Ditterich: Pneumatische Antriebe punkten durch einen einfachen konstruktiven Aufbau und sind dank ihrer Robustheit zerstörungsfrei überlastbar. Außerdem erzeugen sie große Kräfte bei geringem Antriebsgewicht und kleinem Bauraum. Elektrische Antriebe sind leicht regelbar und haben eine hohe Laststeifigkeit. Zudem ermöglichen sie eine hohe Positioniergenauigkeit.

Volk: Pneumatische Antriebe sind günstig in der Anschaffung, einfach zu handhaben und überlastsicher. Sie verbrauchen im Stillstand keine Energie und erreichen eine hohe Leistungsdichte. Elektrische Antriebe erlauben flexibles Positionieren und variable Verfahrprofile. Während der Bewegung verbrauchen sie weniger Energie als pneumatische Antriebe. Außerdem arbeiten sie ruckfrei.

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Pneumatische und elektrische Antriebstechnik kombinieren

Roland Volk, Festo: "Pneumatische Antriebe sind günstig in der Anschaffung, einfach zu handhaben und überlastsicher."

© Festo

Inwieweit lassen sich pneumatische und elektrische Antriebstechnik in der industriellen Automatisierung miteinander kombinieren? Welche technischen Vorteile ergeben sich daraus?

Ditterich: Die Kombination von Pneumatik und Elektrik ist besonders dann effektiv, wenn beide Techniken ihre Stärken voll ausspielen können. Dies lässt sich sehr anschaulich an Mehrachsportalen aufzeigen. Bei der Auslegung der X- und Y-Achse haben elektrische Antriebe ihre Stärken, da sie leicht zu regeln und hochpräzise sind. Sie lassen sich aber sinnvoll mit einer pneumatischen Z-Achse kombinieren, weil diese nicht viel Bauraum braucht und wenig wiegt. Das geringe Gewicht der pneumatischen Achse erlaubt wiederum hohe Dynamiken und Energieeinsparungen bei den elektrischen Achsen.

Volk: Jede Applikation hat ihre Antriebstechnik. Eine Kombination aus elektrischen und pneumatischen Antrieben kann in puncto Lebenszykluskosten sehr effizient sein, weil sich hier ein optimales Zusammenspiel aus Anschaffungskosten und Betriebskosten ergeben kann.

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