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Artikel und Hintergründe zum Thema

B&R Industrie-Elektronik

Meinrad Happacher,

Die elektromagnetische Weiche

Zur Hannover Messe 2016 stellte B&R schon ein Shuttle-basiertes Transportsystem namens 'SuperTrak' vor. Auf der SPS IPC Drives 2017 hatte nun der vollkommen in Eigenregie erstellte Nachfolger ‚ACOPOStrak‘ Premiere.

Nicole Wittmann und Robert Kickinger präsentieren das neue Transportsystem mit der elektromagnetischen Weiche.

© Computer&AUTOMATION

Im Vorfeld der SPS IPC Drives 2017 übte sich B&R in Geheimniskrämerei: Nur mit Andeutungen und Versprechen – „Wir bringen ein System, mit dem wir den Produkttransport in Maschinen und Anlagen revolutionieren“ – wurde die Fachwelt vertröstet. Am ersten Messetag um 9.30 Uhr fiel nun der Vorhang: ‘ACOPOStrak’ heißt das Linearmotor-basierte Transportsystem, das Geschäftsführer Hans Wimmer als das „größte Entwicklungsprojekt“ heraushebt, „das B&R je angepackt hat.“ 

Welche neuen Eigenschaften stechen bei dem Transportsystem nun hervor? Da ist zunächst die Weiche: Sie funk­tioniert rein elektromagnetisch und ­damit völlig verschleißfrei“, sagt Robert Kickinger, Manager Mechatronic Technologies bei B&R. Wie bei einer Weggabelung lassen sich mit der ­Weiche Produktströme zusammenführen oder trennen. Die Weiche löst bei voller Geschwindigkeit der Shuttles aus und beeinträchtigt damit nicht die Produktionsgeschwindigkeit. Das mit den Weichen realisierbare flexible Design des Systems erlaubt, alle möglichen offenen und geschlossenen Formen auf der Basis einer Gitterstruktur zu bauen und miteinander zu kombinieren.

Das Track-System selbst ist im Kern ein Linearmotor, der modular aus vier Elementen aufgebaut ist: ein Geraden-Element, ein 45°-Element und zwei 22,5°-Elemente, eins nach rechts und eins nach links gebogen. „Der ‘ACOPO-Strak’ erlaubt völlig neue Maschinendesigns, die bisher nicht umsetzbar waren“, so Kickinger.

Das System verfügt über eine Beschleunigung von mehr als 5 g und erreicht eine Maximalgeschwindigkeit von mehr als 4 m/s. Der minimale Produktabstand liegt bei 50 mm. Kickinger unterstreicht: „Ein System mit diesen Performance-Daten in Kombination mit Weichen und dieser Designflexibilität ist ein Novum am Markt.“ 

Damit das Transportsystem in kurzer Zeit zum Laufen kommt, stellt B&R umfangreiche Software-Funktionen zur Verfügung. Der Applikationscode ist in der Simulation ebenso wie auf der realen Hardware uneingeschränkt lauffähig.

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Der digitale Zwilling

„Der Anwender kann während der Entwicklung beliebig zwischen Simulation und realer Hardware wechseln“, sagt Kickinger. Das verkürzt Entwicklung und Inbetriebnahme erheblich. 

Die Programmierung des Tracks erfolgt prozessorientiert. Der Programmierer beschreibt Regeln, die den ­Produktfluss am Track definieren. Das geht schneller, als eine hohe Anzahl an Achsen oder Shuttles einzeln zu programmieren. Zudem wird der Entwickler der Applikations-Software durch eine integrierte Kollisionsvermeidung entlastet, die für einen ­reibungslosen Fluss der Produktion sorgt.

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