Sys Tec electronic
Offenheit als Voraussetzung für IIoT
Klaus Rupprecht, Prokurist bei Sys Tec electronic, macht sich für Open Source stark. Offenheit ist für ihn eine wichtige Voraussetzung, um den Nutzwert des Internet of Things zu steigern und die Kostenvorteile abzuschöpfen.
Welche Bedeutung haben Open-Source-Hardware und Open-Source-Software für das IoT?
Klaus Rupprecht: Open Source senkt die Einstiegshürden, sowohl technisch als auch kommerziell. In der Pilotphase kann man mit Open Source schon erste Erfahrungen sammeln, ohne viel investieren zu müssen. Außerdem werden angehende Ingenieure mit Open-Source-Software groß und haben da einen guten Wissens- und Erfahrungshorizont, wenn sie ins Berufsleben einsteigen. Es wäre töricht, diesen Schatz nicht auch in professionellen Lösungen zur Anwendung zu bringen.
Wie können heute Bestandsmaschinen am besten nachgerüstet werden?
Klaus Rupprecht: Da sind minimalinvasive Maßnahmen gefragt, in dem Sinne, dass die Verfügbarkeit einer Produktionsmaschine nicht negativ beeinflusst werden darf. Eine praktikable Vorgehensweise ist für uns die Installation eines parallelen Systems, das nicht in die bestehende Steuerungssoftware eingreift. Was die Datenanbindung betrifft, senden wir IoT-Daten über separate Übertragungskanäle. IT-Verantwortliche fordern meist, den Zutritt zu Produktionsdaten nur über besondere Gateways zuzulassen und vom Datenfluss zum Server und/oder zur Cloud strikt zu trennen.
Welche offenen Standards und Austauschformate sind dafür relevant?
Klaus Rupprecht: Da nimmt sicher das MQTT-Protokoll eine wichtige Position ein. Da MQTT in der Breite über TCP benutzt wird, können klassische Ethernet-Übertragungskanäle genutzt werden. Sensor-to-Cloud-Kommunikation ist mit der Verwendung von MQTT robust im industriellen Umfeld nutzbar. Unser Ökosystem arbeitet mit diesem Protokoll.
Die traditionellen Feldbusse sind also auf dem Rückzug?
Klaus Rupprecht: Aus meiner Sicht bleiben sie noch lange erhalten; aber der Trend zu Ethernet verstärkt sich, weil auf diesem Medium fast alle gängigen Protokolle übertragbar sind, bis hin zu echtzeitfähiger Datenübertragung von kritischen Messstellen.
Was kann mit dem offenen Standard OPC UA erreicht werden und sehen Sie noch weitere sich etablierende Standards?
Klaus Rupprecht: OPC UA ist eine ausgereifte technische Basis, die jetzt ihren Weg in die Applikationen findet. Als Mitglied der OPC Foundation haben wir auf unseren Edge-Controllern einen eigenen OPC-UA-Stack implementiert, in erster Linie mit der Funktion, sogenannte Human Machine Interfaces – kurz HMI – von Drittanbietern verwenden zu können. Wir planen die Konnektivität Schritt für Schritt zu erweitern und OPC UA als Bindeglied zu Steuerungsgeräten unterschiedlichster Hersteller anzubieten. Ziel könnte es sein, OPC UA perspektivisch auch bis auf die Sensorebene zu bringen, um Daten von Messstellen direkt aus der Feldebene in die Managementebene oder gar auf den Enterprise-Level zu bringen.










