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Artikel und Hintergründe zum Thema

ZVEI

Günter Herkommer,

Industrie 4.0 pusht Konjunktur

Das Thema Industrie 4.0 befeuert derzeit massiv das Wachstum der deutschen Automatisierer. Während die Branche freudig auf die sprunghaft gestiegenen Umsätze blickt, entstehen an anderer Stelle 'Luxusprobleme'.

Roland Bent, ZVEI: "Die Digitalisierung ist für unsere Branche zu einer Erfolgs­story geworden."

© WEKA Fachmedien

Die SPS IPC Drives in Nürnberg nimmt der ZVEI traditionell zum Anlass, die konjunkturelle Entwicklung der zurückliegenden Monate Revue passieren zu lassen. Demnach kommt die Automation in Deutschland von Januar bis September auf einen Umsatz von 39,9 Mrd. Euro – das entspricht einem Wachstum von 7,2 %. Der Auftragseingang ist um 10,4 % gestiegen, nach lediglich 1,5 % im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. „Einen so sprunghaften Anstieg haben noch nicht einmal wir selbst Anfang 2017 erwartet“, kommentiert Roland Bent, Vorstandsmitglied im ZVEI-Fachverband Automation, die Zahlen. Im gleichen Atemzug schiebt der Geschäftsführer bei Phoenix Contact allerdings nach: „Diese sehr gute wirtschaftliche Lage stellt uns vor ‚Luxusprobleme‘ auf der Beschaffungsseite in den Bereichen Rohstoffe, Vorleistungen, aber auch bei den Fachkräften.“

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Die Entwicklung der Automation in Deutschland von Januar bis September 2017

© Destatis/ZVEI

Ungeachtet dessen ist man beim ZVEI fest davon überzeugt, dass auch 2018 ein gutes Jahr für die Branche mit Wachstumsraten im oberen einstelligen Bereich wird. Und auch darüber hinaus sei ein baldiges Ende des Booms wohl nicht zu erwarten. Bent jedenfalls ist davon überzeugt, dass die Erfolgsstory noch lange nicht am Ende ist, denn: „Vom heute erkennbaren Industrie-4.0-Potenzial in der Fabrikautomation haben wir bisher nicht einmal 15 % gehoben.“

Der Führungskreis Industrie 4.0 im ZVEI selbst wird ins nächste Jahr mit seiner 3i-Strategie für die Jahre 2018 bis 2020 starten. Dahinter steckt konkret die Bündelung folgender Ziele: Weitere Implementierung der bisherigen Arbeitsergebnisse mit den Partnern in der Plattform Industrie 4.0. Dazu gehören unter anderem RAMI 4.0, das Konzept der Industrie-4.0-Komponente und die Verwaltungsschale.

Weitere Internationalisierung und damit die weltweite Vermarktung und Umsetzung von Industrie 4.0 gemeinsam mit der Plattform Industrie 4.0, dem Labs Network Industrie 4.0 und dem Standardisation Council Industrie 4.0.

Stärkung der innovationspolitischen Ziele der Elektroindustrie bei Industrie 4.0. Das bedeute zum einen eine stärkere Synchronisation der Positionen. Zum anderen eine aktive Mitgestaltung der Rahmenbedingungen für die Digitalisierung der Industrie aus Sicht der Elektroindustrie unter anderem in den Bereichen Forschung, Normung und Infrastruktur.

5G industriefähig machen!

Ein weiteres Thema, mit dem sich der ZVEI derzeit beschäftigt, ist die zukünftige Mobilfunkgeneration 5G. Bent hierzu: „Damit Industrie 4.0 funktionieren kann, braucht es eine für industrielle Anwendungen geeignete Infrastruktur. Durch 5G-Technologie wird es möglich, in Fabriken komplett neue Systeman-sätze und Lösungen einzuführen.“

Um das sich bietende Potenzial erschließen zu können, sei es unabdingbar, dass sich die Industrie rechtzeitig intensiv mit dem Thema auseinandersetzt und ihre Anforderungen jetzt in die 5G-Standardisierung einbringt. Im ZVEI wurde dafür Anfang 2017 die ‚Task Force 5G‘ gegründet, die aktuell zur ‚5G Alliance for Connected Industries and Automation‘ (5G-ACIA) erweitert wird. Mit 5G-ACIA will der Verband die Belange sowohl der Fertigungs- als auch der Prozessindustrie in den Standardisierungsprozess berücksichtigt wissen.

Bents Fazit: „Mit Industrie 4.0 haben wir eine Marke geschaffen, die mittlerweile überall auf der Welt verstanden wird. Jetzt füllen wir die Marke Stück um Stück mit weiteren Leistungen auf.“

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