Nachgehakt bei Ralf Klein

Meinrad Happacher,

Das SPE-Netzwerk

Harting ruft zusammen mit sieben Unternehmen das ‚Single Pair Ethernet Industrial Partner Network‘ ins Leben. Ralf Klein, Geschäftsführer von Harting Electronics erläutert die Beweggründe für die Initiative.

Ralf Klein, Harting Electronics: "Mit der Entwicklung unserer Schnittstelle haben wir bereits 2016 begonnen und sind anderen damit in Entwicklung und Standardisierung Jahre voraus."

© Computer&AUTOMATION

Herr Klein, Sie haben jetzt mit sechs weiteren Partnern ein SPE-Partner-Netzwerk ins Leben gerufen. Warum ist eine solche Vereinigung notwendig

Ralf Klein: Genormte und einheitliche Lösungen sind der Schlüssel dafür, dass viele Hersteller gemeinsam in der Lage sind, ein SPE-EcoSystem zu entwickeln und den Anwendern passende Automatisierungslösungen bereitstellen zu können. Insgesamt sieben Technologieführer bündeln ihre Kompetenzen für ein starkes und aufeinander abgestimmtes Ethernet auf einpaariger Basis. Digitalisierung, I4.0 und IIoT sind nicht irgendwann, sie finden jetzt statt! Harting bietet als Connectivity-Spezialist Standards und die passende Infrastruktur für SPE und ist damit der Enabler für IIoT.

Unter Federführung von Phoenix Contact gibt es ebenfalls eine Firmengruppe, die einen alternativen IEC-Standard des Steckgesichtes favorisiert. Worin liegt der Unterschied in den beiden Steckgesichtern?

Ralf Klein: Das Harting Steckgesicht wurde von Grund auf für die gesteigerten Anforderungen der SPE-Übertragung konstruiert. Eine zuverlässige Schirmung ist mindestens genauso wichtig, wie die Möglichkeit, das Steckgesicht in etablierte Gehäuse wie M8 oder M12 integrieren zu können. Daher ist das T1-Industrial-Steckgesicht absolut symmetrisch konstruiert, um Störeinflüsse oder Laufzeitunterschiede auf einem der Kontakte zu vermeiden. Andere Anbieter greifen hier auf bereits bestehende Lösungen zurück und trimmen diese auf eine SPE-Nutzung.

Mit der Entwicklung unserer Schnittstelle haben wir bereits 2016 begonnen und sind anderen Lösungen damit in Entwicklung und Standardisierung Jahre voraus. 

Inwieweit ist die Norm schon verabschiedet? 

Ralf Klein: Die IEC-Norm 63171-6 für die Definition des Steckgesichtes ist eine von mehreren wichtigen Eckpunkten für die SPE-Technologie. Während alle von Mitbewerbern getriebenen Normungsversuche für industrielle Anwendungen erst in ein bis zwei Jahren wirklich zu einer Norm für ein Steckgesicht werden könnten, erscheint die IEC 63171-6 für den Harting T1 Industrial noch dieses Jahr. 

Neben der Standardisierung des Steckgesichts, haben sowohl das internationale als auch das amerikanische Standardisierungsgremium*) den T1 Industrial style schon 2018 in einem internationalen Auswahlprozess als das SPE-Steckgesicht für Industrie und industrienahe Anwendungen festgelegt. Diese Entscheidung wird von dem wichtigen Ethernet Standardisierungsgremium IEEE802.3 ebenfalls unterstützt. Damit herrscht breiter Konsens in allen wichtigen Normungsgremien: ISO/IEC, TIA und IEEE. Die zukünftige SPE-Schnittstelle für industrielle Anwendungen hört auf den Namen: T1 Industrial.

Das SPE-Partnernetzwerk

Der Grundstein des Netzwerkes wurde eigentlich schon auf der diesjährigen Hannover Messe gelegt: Harting, TE Connectivity und Hirose hatten dort eine SPE-Kooperation vorgestellt. Diese Kooperation wird jetzt durch die Gründung des ‚Single Pair Ethernet Industrial Partner Network‘ erweitert. Mit den hinzugekommenen Firmen Würth Elektronik, Leoni, Murrelektronik und Softing IT Networks propagieren nun sieben Unternehmen das von Harting zur Normung eingereichte Steckgesicht für Single Pair Ethernet. Das ‚SPE Industrial Partner Network‘ hat seinen Sitz im westfälischen Rahden und ist ein gleichberechtigter Zusammenschluss von Unternehmen. 

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