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55 Jahre ‚Star Trek‘

Technologievergleich - Hier war die Serie ihrer Zeit voraus

07. September 2021, 09:00 Uhr   |  Marc Fleischmann, dpa

Technologievergleich - Hier war die Serie ihrer Zeit voraus
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William Shatner (r) als Captain James T. Kirk, Commander des Raumschiffes Enterprise, und Leonard Nimoy als Crewmitglied Spock vom Planeten Vulkan (Foto aus dem Jahr 1979).

Schneller als das Licht fliegen, den Körper zerlegen und wieder zusammenbauen oder mit dem Phaser schießen. Was bleibt 55 Jahre nach der ersten ‚Star Trek‘-Folge Utopie und was ist bereits Realität?

»Der Weltraum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2200. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise...« Die Serie ‚Star Trek‘ wurde auch wegen ihres einprägsamen Intros zu einer Legende. Am 8. September 1966 flog die Enterprise erstmals über US-Bildschirme – 55 Jahre ist das jetzt her. Das Datum wird mittlerweile als offizieller ‚Star Trek Tag‘ gefeiert.

Bereits in der ersten ausgestrahlten Folge ‚The Man Trap‘ (‚Das Letzte seiner Art‘) sind diverse Errungenschaften aus einem fiktiven 23. Jahrhundert zu sehen. Der Physiker und Science-Fiction-Experte Sascha Vogel zeigt sich heute erstaunt, wie viel davon bereits in unserer Welt angekommen ist. Die einzelnen Punkte sind nach dem Erzählstrang der ersten Folge geordnet:

Der Flachbildschirm

Noch vor dem Intro ist auf einem überdimensional großen Bildschirm auf der Brücke der Enterprise ein fremder Planet zu sehen. «Das war in den 1960ern revolutionär, heute ist das kein Problem mehr», sagt Sascha Vogel, der an den Boom der flachen TV-Geräte zur Fußball-Heim-WM 2006 erinnert. Mittlerweile gehören Megascreens bei Konzerten oder im Fußballstadion zum Standard.

Ein Jahr nach der US-Ausstrahlung von «The Man Trap» gab der damalige Vizekanzler Willy Brandt 1967 den Startschuss für das Farbfernsehen in Westdeutschland. Das heißt: Wenn zu diesem Zeitpunkt Fernseher in deutschen Wohnzimmern standen, waren das unhandliche Röhrengeräte.

Beamen

Als nächstes ‚beamt‘ die Crew auf den Planeten, der auf dem Flachbildschirm zu sehen ist. Gemeint ist eine Art von Teleportation, bei der der Körper in seine Einzelteile zerlegt und am Zielort wieder zusammengebaut wird. »Da haben wir zwei fundamentale Probleme«, erklärt Vogel. Zum einen bestehe der Körper aus einer riesigen Anzahl von Atomen, die als Menge von Informationen transportiert werden müssten. Zum anderen: »Es geht einfach nicht«, erklärt Vogel. Es gebe keinen Effekt, der ein Teilchen zerstöre und es an einem anderen Ort wieder auftauchen lasse.

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55 Jahre 'Star Trek' - Utopie oder Realität?

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Auf dem Planeten begegnet die Außencrew um Captain Kirk und Schiffsarzt Leonard McCoy einem außerirdischen Lebewesen, das sein Aussehen den Vorlieben des jeweiligen Betrachters anpassen kann. »Digital geht das ohne Probleme«, sagt Physiker Vogel und verweist auf sogenannte Deepfakes, bei denen Menschen täuschend echt fremde Gesichter aufgesetzt werden können. In der realen Welt ist das nach Worten des Physiker allerdings aus zwei Gründen nicht möglich: Zuerst müssten Gedanken gelesen werden, um zu wissen, was die andere Person will. Und dann müsste das Wesen bei der Verwandlung in verschiedene Personen unterschiedliche Massen und Proportionen generieren.

Tricoder

McCoy untersucht einen Bewohner des Planeten mit einer tragbaren, multifunktionalen Konsole, die auch als medizinisches Instrument genutzt werden kann. »Das gibt es noch nicht ganz in der Ausprägung, aber das ist nur eine Frage der Zeit«, sagt Vogel. Beispiele sind moderne Smart-Watches, die Körperfunktionen wie den Puls messen können. Interessant sei auch die in ‚Star Trek‘ bereits angewandte Telemedizin, so der Physiker. Denn dort werden Patientendaten vom mobilen Gerät an den Schiffscomputer gesendet.

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2. Von Communicator bis Phaser

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