ZVEI fordert Effizienzwende
»Viel zu häufig stehen wir uns selbst im Weg«
Der ZVEI fordert im Rahmen des eSummit in Berlin, die Effizienzwende jetzt zu starten. Dabei geht es um die breite Elektrifizierung aller Lebensbereich, allen voran die Sektoren Industrie, Verkehr und Wohnen.
Was muss Deutschland aus Sicht der Elektro- und Digitalindustrie tun, damit die Klimaziele erreicht werden? Antworten lieferte ZVEI-Präsident Dr. Gunther Kegel bei der Eröffnung des e-Summits in Berlin: »Viel zu häufig stehen wir uns selbst im Weg. Unsere verschwenderische Ineffizienz können wir uns nicht mehr länger leisten – wir brauchen eine Effizienzwende!«
Effizienzwende bedeutet in diesem Zusammenhang die Elektrifizierung der aller Lebensbereiche mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Dazu zähle neben Wind und Sonne auch grüner Wasserstoff und eFuels. Elektrifizierung eröffne ungeahnte Effizienzpotenziale auf dem Weg zur Dekarbonisierung. In Verbindung mit Lösungen zur Digitalisierung und Automatisierung ließe sich der Primärenergieverbrauch etwa im Gebäudesektor um bis zu 65 % reduzieren, so der ZVEI. Ähnliche Möglichkeiten böte die Elektrifizierung der Mobilität.
Mehr Vertrauen in Innovationskraft der Unternehmen
Effizienzwende bedeute aber auch weniger Hindernisse für diejenigen, die zu Dekarbonisierung und Klimaschutz beitragen wollen. Kegel: »Der gesamte politische und regulatorische Rahmen muss stimmiger werden, er muss effizienter werden und er muss diejenigen stärken, die in eine klimaneutrale Zukunft investieren wollen.« Es sei an der Zeit, wieder mehr auf die kreativen Kräfte der Unternehmen zu vertrauen. »Die Technologien der Elektro- und Digitalindustrie sind echte ‚Game Changer‘. Dieses Potenzial kann aber nur zum Tragen kommen, wenn ihr Einsatz auch wirtschaftlich attraktiv ist«, so Kegel weiter. Deshalb wiederholt der Verband im Rahmen des eSummit seine Forderung nach einem niedrigeren Strompreis und weniger bürokratischen Hürden.
Mitgliedsunternehmen setzen auf Elektrifizierung und Effizienzsteigerungen
Eine aktuelle Umfrage stützt diese Forderung des ZVEI. So betrachten mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen bürokratische Hürden, wie lange Planungs- und Genehmigungsverfahren, als Hemmnis. Etwas weniger (48 %) beklagen mangelnde oder fehlgeleitete regulatorische Anreize.
Trotz alledem ist für neun von zehn Unternehmen der deutschen Elektro- und Digitalindustrie die Elektrifizierung der zentrale Hebel für mehr Klimaschutz und Energieeffizienz. Genauso viele haben bereits selbst in Maßnahmen zur Effizienzsteigerung investiert. 50 % haben ihre Prozesse und Anlagen elektrifiziert und Strom so zum primären Energieträger gemacht. Ebenfalls die Hälfte hat bereits eine eigene Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien aufgebaut bzw. bezieht grünen Strom. Gefragt nach den geplanten Maßnahmen, antworteten die Unternehmen ähnlich: Investitionen sind vor allem in die Effizienzsteigerung (85 %), den Aufbau einer eigenen Energieerzeugung mit Erneuerbaren (58 %) sowie in den Energieträgerwechsel zu Strom bzw. Bezug von Grünstrom (46 % bzw. 56 %) geplant.
Denjenigen, die vorangingen und investieren wollten, sollte die Politik nicht länger Knüppel zwischen die Beine werfen: »Wir brauchen einen verlässlichen Rahmen, der sinnvolle Investitionsentscheidungen treffen lässt, gleichermaßen für Unternehmen und private Haushalte«, so Kegel.















