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Artikel und Hintergründe zum Thema

Stromversorgung / USV

Stefan Kuppinger,

ABB übernimmt Newave

Im Zuge einer Bartransaktion in Höhe von rund 138 Millionen Euro (170 Millionen CHF) übernimmt ABB die Newave Energy Holding, ein Schweizer Unternehmen im Bereich unterbrechungsfreier Stromversorgungen (USV).

Das Geschäft wird die Position von ABB im Leistungsregelungs- und Qualitätsmarkt stärken und Newave beträchtliche Wachstumsmöglichkeiten außerhalb seiner traditionellen europäischen Märkte erschließen. ABB plant, Newave in seine Division Industrieautomation und Antriebe zu integrieren und den Firmensitz in Quartino zum Hauptstandort für USV-Systeme auszubauen. Newave erzielte 2010 einen Reingewinn von 8,1 Millionen CHF bei einem Umsatz von 80,6 Millionen CHF.

Mit den drei größten Newave-Aktionären – den beiden Gründern Vllaznim Xhiha und Filippo Marbach sowie der Rittal International Stiftung – die insgesamt 45 Prozent der Stimmrechte und des Aktienkapitals halten, wurde bereits eine Vereinbarung über den Kauf ihrer Aktien zu den selben finanziellen Bedingungen wie dem öffentlichen Kaufangebot geschlossen. ABB zahlt 56 CHF je Newave-Aktie in bar, was einem Aufschlag von über 22 Prozent (Stand: 9.12) entspricht. Das öffentliche Kaufangebot und der Vollzug der Aktienkaufvereinbarungen stehen unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Behörden und soll in der ersten Jahreshälfte 2012 vollzogen werden.

Der weltweite USV-Markt bietet interessante Wachstumsmöglichkeiten insbesondere in den Bereichen Datenzentren, Industrie und Infrastruktur. Newave ist im Mittel- und Hochleistungs-USV-Bereich tätig, der mit einem Anteil von 50 Prozent am Gesamt-USV-Markt und einem jährlichen Wachstum von 6 bis 10 Prozent das attraktivste Segment darstellt. ABB möchte in diesen 6 bis 7 Milliarden US-Dollar großen Markt expandieren und so eine Lücke in den Bereichen Datenzentren-Elektrifizierung und Energiequalität in der Industrie schließen – und das schon länger:

Im Sommer 2010 scheiterte die Übernahme des britischen USV-Anbieters Chloride. ABB bot damals über 1 Milliarde Euro (860 Millionen britische Pfund) für das Unternehmen, wurde aber von Emerson überboten.

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