»Wirtschaftspolitische Positionen 2024«
VDMA listet zwölf Handlungsfelder für die Politik auf
Der VDMA fordert eine »Frischzellenkur für den Industriestandort«. Deutschland und Europa bräuchten dringend Reformen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. In seinen »Wirtschaftspolitischen Positionen 2024« listet er die zwölf wichtigsten Handlungsfelder auf.
Um die Wettbewerbsfähigkeit spürbar zu steuern, benötigen die Industriestandorte Deutschland und Europa dringend eine Frischzellenkultur, so der VDMA. In seinen »Wirtschaftspolitischen Positionen 2024« fordert der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer die Politik zu Reformen auf, welche zur Stärkung der Wirtschaftskraft und der Industrie führen. VDMA-Präsident Karl Haeusgen: »Ganz konkret lauten diese Aufgaben: Bürokratie abbauen, das Steuersystem reformieren, den Arbeitsmarkt flexibilisieren, die Infrastruktur ausbauen und wieder mehr Freihandel ermöglichen.« Diese Maßnahmen sind nötig, um die industrielle Basis und damit auch den Wohlstand in Deutschland und Europa zu sichern – gerade in einem Jahr, in dem in Europa gewählt wird. »Wir wollen gemeinsam mit der Politik Lösungen finden, die den Interessen aller Beteiligten gerecht werden. Denn nur so kann die europäische und deutsche Wirtschaft ihre Stärken weiter ausbauen und Schwächen überwinden«, betont Haeusgen.
Arbeitsmarktreform gefordert
In seinen »Wirtschaftspolitischen Positionen 2024« listet der Verband insgesamt zwölf Handlungsfelder auf, die für die Sicherung der Standorte von entscheidender Bedeutung sind. Als größter industrieller Arbeitgeber sieht der Maschinen- und Anlagenbau insbesondere Reformbedarf auf dem Arbeitsmarkt. Je schwieriger es für die Unternehmen wird, die benötigten Fach- und Arbeitskräfte zu finden, umso wichtiger werden für sie flexible Beschäftigungsmöglichkeiten sowie eine einfachere Anwerbung von ausländischen Fachkräften (lesen Sie in diesem Zusammenhang auch die VDMA-Kooperation mit getINNOtized). Auch verlängerte Wochen- und Lebensarbeitszeiten mit flexiblen Übergängen in die Rente dürfen kein Tabu sein. »Pauschale gesetzliche Regelungen werden in Zukunft noch weniger die richtigen Antworten auf neue Herausforderungen sein können. Es bedarf mehr betrieblicher und individueller Spielräume«, heißt es in dem Papier.
Mit technologischen Lösungen gegen den Klimawandel
Als die größte Herausforderung der Menschheit bezeichnet der VDMA den Klimawandel. Ihn zu stoppen wird nur mit moderner Technik gelingen, die gerade vom Maschinen- und Anlagebau entwickelt und auf den Markt gebracht wird. »Die globale CO2-Bepreisung ist und bleibt das effizienteste Leitinstrument zur Erreichung der Klimaziele«, schreibt der VDMA. Aber auf dem Weg zur Klimaneutralität braucht es viele technologische Maßnahmen, mit denen insbesondere die Energieeffizienz von Produkten und Prozessen erhöht werden kann. Technologieoffenheit statt Vorfestlegung auf bestimmte Technologien muss die Maßgabe sein. Nur wenn Unternehmen genug Freiräume für Innovationen hätten, könnten die angestrebte klimaneutrale Produktion auf breiter Basis rechtzeitig erreicht werden, so der Verband. Dazu sei auch ein Umdenken in der Regulierungspolitik notwendig: Statt den Mittelstand mit immer mehr Gesetzen und bürokratischen Auflagen zu erdrücken, sollte die Politik in Europa für »verlässliche harmonisierte Regelwerke mit einer starken Marktüberwachung« sorgen, so der VDMA.
Offene Märkte notwendig
Für eine stark exportorientierte Branche – vier von fünf im Inland hergestellte Maschinen werden jenseits der Grenzen verkauft – spielen zudem offene Märkte eine Schlüsselrolle für den wirtschaftlichen Erfolg. Angesichts von zunehmendem Protektionismus in vielen Teilen der Welt sei es umso dringlicher, dass bereits ausgehandelte Freihandelsabkommen – Beispiel Mercosur – zeitnah ratifiziert und darüber hinaus neue Abkommen geschlossen werden. Insbesondere Indien wird in Bezug auf neue Abkommen genannt. Jedoch mahnt der VDMA an, dass Freihandelsabkommen dabei nicht mit umwelt- und sozialpolitischen Zielen überfrachtet werden dürfen. Auch eine Reform der Exportfinanzierung, die sich stärker auf »kleine Tickets« für den Mittelstand fokussieren sollte, ist geboten. »Politik und Gesellschaft müssen immer wieder die Vorteile des Freihandels und der Globalisierung verteidigen und deren Gefährdung durch den weltweit zunehmenden Protektionismus und politisch motivierte Restriktionen entgegentreten«, heißt es.
»Unsere Zeit ist geprägt von Klimawandel, geopolitischen Verwerfungen und Kriegen. Viele wirtschaftspolitische Maßnahmen folgen daher dem Gebot der akuten Dringlichkeit und weniger der Nachhaltigkeit. Dass in Europa und Deutschland bisher so finanzstark reagiert werden konnte, liegt entscheidend daran, dass wir über eine industrielle Basis verfügen, die das Fundament für unseren Wohlstand und damit auch für staatliche Handlungsräume ist«, resümiert Haeusgen. »Damit das auch künftig so bleibt, müssen wir jetzt verstärkt die Steigerung unserer Wettbewerbsfähigkeit angehen und unsere Standortbedingungen verbessern. Prioritätensetzung und Effizienz sind das Gebot der Stunde!«
Die »Wirtschaftspolitischen Positionen 2024« können Sie hier herunterladen:













