Bacnet Interest Group
OPC-UA strebt nach breiter Akzeptanz!
Der Interoperabilitätsstandard OPC-UA gewinnt immer mehr Anhänger: Jetzt hat sich auch die BACnet Interest Group zu dem Standard bekannt, wie Stefan Hoppe, Präsident der OPC Europe und Frank Schubert, Sprecher der gemeinsamen Arbeitsgruppe, während der Pressekonferenz auf der SPS IPC Drives 2012 ausführten.
Bacnet Interest Group und OPC Foundation wollen den Datenfluss zwischen Gebäudeautomation und ERP-Ebene optimieren: Klaus Wächter, die beiden Sprecher der gemeinsamen Arbeitsgruppe Matthias Damm und Frank Schubert, sowie Stefan Hoppe (v.l.n.r.) erläuterten jetzt die gemeinsamen Pläne.
© OPC FoundationDie BACnet Interest Group und die OPC Foundation gaben jetzt die Unterzeichnung einer Kooperationserklärung bekannt. Ziel zukünftiger gemeinsamer Arbeiten ist, "die Gebäudeautomations-Systeme auf breiter Front an die Enterprise-Ebene anzubinden", wie Klaus Wächter erläutert. Stefan Hoppe, Präsident der OPC Europe unterstreicht: "BACnet ist der De-facto-Standard in der Gebäudeautomatisierung – OPC UA bietet einen IT-Transport hin zu anderen Gewerken und innerhalb der Fertigungslandschaft hoch bis in die ERP-Ebene. Wir wollen beides zusammen besser nutzen." Der Grundstein der Kooperation wurde schon im September in Dresden gelegt; eine gemeinsame Arbeitsgruppe hat bereits die Arbeit aufgenommen. Auf der SPS IPC Drives findet nun ein erster Interoperabilitäts-Workshop statt.
Die BACnet Interest Group Europe fördert die Anwendung des weltweiten BACnet-Kommunikationsstandards in der Gebäudeautomation und Sicherheitstechnik. Die Group wurde 1998 ins Leben gerufen und zählt heute knapp 100 Mitglieder aus 17 Nationen.
Vom ERP bis zum Sensor
Wie Stefan Hoppe weiter erläutert, breitet sich OPC-UA nicht nur in anderen Märkten, sondern auch innerhalb der Automatisierungs-Pyramide sowohl nach oben als auch nach unten aus: "Die Skalierung von OPC-UA vom ERP bis hinunter in die Steuerungsebene endet heute nicht mehr an der SPS-Controller-Ebene." Das Fraunhofer-Institut beispielsweise habe inzwischen den OPC-UA Server in kleinste Sensoren integriert – die Vision "OPC-UA vom Sensor bis ins SAP ist somit realisierbar!"
Der aktuelle Fokus der OPC Foundation liegt auf der besseren Anbindung der Automatisierungstechnik an die MES Ebene – "Die SPS-Hersteller werden in Zukunft direkt Funktionen im MES aufrufen können", zeigt Hoppe die Tragweite der Bemühungen.
Hoppe verweist hierbei auf eine musterhafte Implementierung bei der Firma Elster: Der Weltmarktführer von Gaszählern habe in seiner Produktion die Beckhoff-SPS-Controller mit integriertem OPC-UA direkt an die MES Ebene des SAP-MII angebunden. "Die Anbindung war für unser SPS- und MES-Team sehr einfach umzusetzen" zeigt sich Roland Essmann, Leiter MES bei Elster, von der OPC-UA Technologie überzeugt.
Neu sind jetzt auch die PLCopen-Funktionsbausteine, um aus SPS-Controllern heraus als OPC-UA Client agieren zu können. Der Stand der OPC Foundation zeigt eine solche Umsetzung: SPS-Controller von Beckhoff, Bosch-Rexroth, B&R, Phoenix Contact, Rockwell Automation, Siemens und Yokogawa tauschen dort horizontal miteinander Daten und Informationen aus. "OPC-UA wird aber kein deterministischer Feldbus-Ersatz" schränkt Hoppe ein. Die durchgeführten Performance-Messungen, die Zykluszeiten von 1 bis 2 ms erbrachten, seien aber sehr erfreulich.










