Siemens
KI und Edge Control im Fokus
Industrie 4.0 beziehungsweise die Digitalisierung bringen neue Herausforderungen mit sich, für die es laut Siemens-Vorstandsmitglied Klaus Helmrich, neue Formen der Zusammenarbeit und Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz braucht.
Helmrich zufolge ist die deutsche Industrie und insbesondere der Mittelstand bereits auf dem Weg zur Industrie 4.0. Mit der Integration von Zukunftstechnologien in sein Digital-Enterprise-Angebot will Siemens nun die Weichen für die nächsten Schritte stellen. Hierfür kündigte der Siemens-Vorstand auf der Pressekonferenz im Rahmen der SPS IPC Drives 2018 diverse Neuheiten an.
Mit dem Simatic IPC 227E etwa steht eine neue Hardware-Plattform für Edge-Applikationen zur Verfügung: Der Embedded Industrie-PC ermöglicht dezentrale Datenverarbeitung beziehungsweise –analyse nahe an der Maschine und am Fertigungsprozess – Stichwort Edge Computing – und ist damit laut Helmrich eine ideale Ergänzung zum Cloud Computing mit dem offenen IoT-Betriebssystem MindSphere.
Zum Schlagwort Künstliche Intelligenz: Anfang 2019 kommt ein Modul mit integriertem KI-fähigen Chip – der neuen Intel Movidius Myriad X Vision Processing Unit - für die Simatic-S7-1500-Steuerung und das I/O-System ET 200MP auf den Markt. Dieser Chip sei der erste seiner Klasse mit einem dedizierten Hardwarebeschleuniger für tiefe neuronale Netzstrukturen. Durch die Anwendung von Machine-Learning-Algorithmen lassen sich so beispielweise Qualitätskontrollen und Roboter-basierte Handling-Vorgänge optimieren.
Last but not least gibt es Erweiterungen beim Thema Mindsphere: Drei neue Anwendungspakete (Connect & Monitor, Analyze & Predict, Digitalize & Transform) sollen Anwendern dabei helfen, Assets noch schneller zu verbinden, zu analysieren und zu optimieren sowie ungeplante Anlagenstillstände vorherzusagen und zu verhindern. Zudem sollen sie die Entwicklung und den Verkauf von zielgerichteten Anwendungen und damit die Entwicklung neuer Services und Geschäftsmodelle vereinfachen. Helmrich hierzu: „Anwender profitieren vom wachsenden Ökosystem rund um MindSphere: Es ermöglicht eine hohe Flexibilität bei der Wahl der Infrastruktur sowie eine vereinfachte Entwicklung von Applikationen durch die Übernahme von Mendix mit seiner LowCode-Plattform durch Siemens. Die Zahl der Mitglieder der Nutzerorganisation MindSphere World ist auf aktuell 37 in Deutschland und 18 in Italien angewachsen.“
Partnerschaft mit Aruba und Bentley Systems
Apropos Partnerschaften: Kurz vor der Messe hatte Siemens eine Kooperation mit Aruba, einem Unternehmen von Hewlett Packard Enterprise (HPE), bekannt gegeben. Für Klaus Helmrich ist sie ein wichtiger Schritt, „indem wir unser Angebot im Bereich industrielle Netzwerke – eine der Säulen des Digital Enterprise – durch das komplementäre Angebot für kabelgebundene und kabellose IT-Netzwerke von Aruba ergänzen.“ Mit dem entsprechenden Know-how beider Unternehmen in ihren jeweiligen Bereichen könne der Übergang zwischen OT (Operational Technology) und IT (Information Technology) individuell angepasst werden. Genau in diesem Punkt hapere es nämlich vielfach noch, sprich die industriellen Netzwerke seien heute meist nur lose an die IT-Netzwerke in Unternehmen angebunden.
Als weiteres Beispiel nannte Helmrich die ausgebaute Kooperation mit Bentley Systems. Beide Unternehmen hatten unlängst die gemeinsame Entwicklung der PlantSight Cloud Services bekannt gegeben. Sie sollen Anwendern über das Web jederzeit Zugriff auf 1D/2D/3D-Daten bieten – und damit einen stets aktuellen digitalen Zwilling von Anlagen. Angesichts der langen Lebensdauer der Anlagen in der Prozessindustrie sollen insbesondere Unternehmen in dieser Branche davon profitieren.













