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Artikel und Hintergründe zum Thema

Weidmüller / Keba

Günter Herkommer,

Deutsch-österreichische Kooperation

Weidmüller gab am ersten Messetag der SPS IPC Drives 2018 eine Kooperation mit dem österreichischen Automatisierungstechnik-Hersteller Keba bekannt. Der Anlass: Ausbau des Produktportfolios im Bereich Steuerungstechnik.

Besiegeln die Kooperation auf der Messe (v.l.): Michael Matthesius (Weidmüller), Gerhard Luftensteiner (CEO Keba), Volker Bibelhausen (CTO Weidmüller) und Christian Gabriel (Vice President Automation bei Keba).

© Weidmüller Interface

Nachdem der Verbindungstechnik-Spezialist Weidmüller im September 2013 mit ‚u-remote‘ den Wiedereinstieg ins E/A-Geschäft vollzogen hatte, folgte im vergangenen Jahr die Ankündigung einer ersten eigenen SPS. Die Marktfreigabe der sogenannten ‚u control 2000‘ erfolgte schließlich im November dieses Jahres, also rechtzeitig zur diesjährigen SPS IPC Drives. Ausgestattet mit einem Dual-Core ARM Cortex A9 mit 624 MHz und 512 MByte Arbeitsspeicher sowie bis zu 32 GByte Programmspeicher zielt dieser Linux-basierte Controller primär auf kleine bis mittlere Anwendungen – zum Beispiel Stand-alone-Maschinen wie etwa Kartonaufrichter. Das Besondere an dieser Steuerung ist laut Michael Matthesius, Leiter Division Automation Products & Solutions bei Weidmüller, dass bei der Entwicklung der Engineering-Software komplett auf die Anwendung offener Web-Technologien (HTML5, CSS3, JavaScript) gesetzt wurde. Das heißt: Der Browser wird für den Anwender zur Applikationsplattform und erlaubt die System-Konfiguration, Programmierung gemäß IEC 61131-3 sowie die Anbindung an Schnittstellen (zum Beispiel HMI) in einem Web-basierenden Engineering-Tool.

Nun geht Weidmüller noch einen Schritt weiter: In Nürnberg verkündeten die Detmolder, ihr Portfolio auszubauen, indem sie künftig Produkte von Keba übernehmen. Im Gegenzug werde auch der österreichische Automatisierungstechnik-Anbieter sein Angebot etwa um die Analytics- und Machine-Learning-Module oder auch die Fernwartungslösung ‚u-link‘ von Weimüller ergänzen. „Auch einzelne Weidmüller-Komponenten wie Schaltnetzteile, Router und Switche lassen sich sehr gut in die Keba-Projekte integrieren“, so Matthesius. Nicht zuletzt wollen beide Unternehmen künftig bei der Weiterentwicklung der Produkt-, Lösungs- und Serviceangebote eng zusammenarbeiten.

Im ersten Schritt geht es bei der Kooperation um ‚KeStudio‘, die All-in-one-Engineeringsuite für alle Phasen des Automatisierungsprozesses von Keba. Sie wird bei Weidmüller fortan unter der Bezeichnung ‚u-create studio‘ angeboten. Die Software verfügt über eine Codesys-V3.5-Entwicklungsumgebung und unterstützt alle nach IEC 61131-3 definierten Programmiersprachen wie ST, AWL, KOP, FBS und AS. Zusätzlich erlaubt eine C/C++-Umgebung die objektorientierte Programmierung. Der Anwender der ‚u control 2000‘ hat damit künftig die Wahl, ob er als Engineering-Umgebung die komplett webbasierte Engineering-Software ‚u-create web‘ von Weidmüller oder das Codesys-basierte ‚u-create studio‘ einsetzt. „Darüber hinaus hat Keba für das Projektgeschäft von Weidmüller viele weitere interessante Automatisierungsprodukte im Angebot, die unser Portfolio ideal ergänzen können – wie etwa mobile Handbediengeräte“, so Matthesius.

Ebenfalls neu zur Messe stellt Weidmüller das Tool ‚u-create IoT‘ vor: eine webbasierte, lizenzfreie Software für u-control, die mit einem handelsüblichen Webbrowser aufgerufen wird und die Steuerung letztlich in einen IoT-Controller verwandelt. Die Versendung der Daten kann hierbei via Node-RED direkt in die Cloud geschehen. Unterstützt werden Cloud-Anbieter wie Microsoft, IBM oder Amazon.

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