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Artikel und Hintergründe zum Thema

Interview mit Dennis Gündel, Hilscher

Meinrad Happacher,

Der SPE-Einstieg

Die Firma Hilscher stellt ein neues Gateway zur Anbindung von Single Pair Ethernet (SPE) an industrielle Ethernet-Netzwerke vor. Zur Markterwartung und der technologischen Umsetzung bezieht Dennis Gündel, Produktmanager Gateways, Stellung.

Dennis Gündel, Produktmanager Gateways: »Aus unserer Erfahrung heraus haben wir noch ein paar kleine Extras verbaut, die den SPE Media Switch besonders hervorheben.« © Uwe Niklas/Pelemedia

Herr Gündel, Sie kommen jetzt mit ersten Gateways für SPE auf den Markt. Wie schätzen Sie den Markt hierfür ein?

Dennis Gündel: Der Markt für SPE entwickelt sich gerade erst, daher variieren die Schätzungen des potenziellen Marktvolumens noch recht stark. Je nachdem, welche Studien man sich anschaut, reichen die Prognosen von rund 82.000 bis 5 Millionen neuer SPE-Netzwerkknoten im Jahr 2027. Entscheidend werden daher die nächsten Jahre sein und wie die Branche mit dieser neuen Technologie umgeht. Wird SPE zum Beispiel komplementär zu anderen Technologien existieren oder diese teilweise ersetzen? Gerade im Sensorbereich ist diese Frage hinsichtlich IO-Link sehr interessant. Letztendlich wird es vor allem darauf ankommen, wie gut und einfach SPE für Anwender in der Praxis einzusetzen ist.

Wie sieht Ihre Roadmap diesbezüglich aus?

Mit dem Release unseres SPE Media Switches zur SPS 2024 samt den beiden Steckgesichtern IEC 63171-2 und IEC 63171-6 decken wir derzeit die beiden wichtigsten Formate ab. Für die meisten Anwendungsfälle, die eine einfach und schnell zu implementierende SPE-Verbindung benötigen, sind wir daher gut gerüstet.

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Den nächsten Schritt gehen wir mit unserem SPE Development Board. Mit diesem können Anwender tief in unsere netX-Technologie einsteigen und evaluieren, wie sie damit SPE am besten für die spezifischen Herausforderungen und Anwendungsfälle ihrer Branche einsetzen.

Integriert in das Development Board ist unser netX-90-Netzwerkcontroller, der auch im SPE Media Switch verbaut ist. Wir setzen also auch hier auf bewährte und verfügbare Technologie, die viele Anwender im Markt bereits bestens kennen.

Was steckt hinter Ihrem SPE Media Switch genau?

Der SPE Media Switch ist ganz grundlegend gesagt ein Koppler, mit dem man 100 Mbit Industrial Ethernet im Handumdrehen mit 10 Mbit SPE verbinden kann. SPE-seitig unterstützen wir den 10BASE-T1L-Standard auf Kabellängen von bis zu 1000 m.

Das Gerät baut auf unserem netX 90 auf und kann in den Netzwerkstandards Profinet, Ethernet/IP und Open Modbus/TCP eingesetzt werden. Einfache und protokoll-unabhängige IP-Kommunikation über TCP und UDP ist ebenfalls möglich. Dadurch kann eine konsistente Datenkommunikation ohne Netzwerkbarrieren vom Sensor bis in die Cloud abgebildet werden.

Als Marktführer für industrielle Kommunikation haben wir natürlich aus unserer Erfahrung noch ein paar kleine Extras verbaut, die den SPE Media Switch besonders hervorheben. Zu nennen sind hier unter anderem eine Rate-Limiter-Funktion, die verhindert, dass bei der Bandbreitenreduktion von Industrial Ethernet auf SPE Daten unkontrolliert verloren gehen. Zudem kann man den Switch in zwei Modi betreiben: zum einen im transparenten Modus als einfache Plug-&-Play-Lösung, und zum anderen im konfigurierten Modus, in dem der SPE Media Switch von der Netzwerksteuerung erkannt und mit dedizierten Frames angesteuert wird

Die Branche wartet ja immer noch darauf, dass sich die Hersteller auf ein einheitliches Stecker-Gesicht einigen. Wie gehen Sie mit der Situation um?

Es gibt immer wieder Bestrebungen, einen einheitlichen Stecker festzulegen, aber leider ist hier noch kein klarer Weg erkennbar. Wir sind Mitglied in der Single Pair Ethernet System Alliance sowie im SPE Industrial Partner Network, daher bieten wir unseren Kunden kurzerhand die Wahl. In der Regel sind unsere Kunden entweder auf einen Stecker festgelegt oder stehen noch ganz am Anfang der SPE-Implementierung. Deshalb plädieren wir für eine Vereinheitlichung, um die Akzeptanz von SPE im Allgemeinen zu erhöhen. Das würde die Technologie am Markt wirklich voranbringen.

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