Sick
Das neue Hiperface
Vor 15 Jahren ging Sick mit der Motorfeedback-Schnittstelle Hiperface an den Markt. Zur Messe stellt das Unternehmen jetzt die rein digitale Schnittstelle Hiperface DSL vor. Hauptvorteil: Die Kommunikation zwischen Umrichter und Motor-Feedback-System verlangt jetzt nur noch zwei Adern.
Hiperface ist ursprünglich eine hybride Schnittstelle: Mittels des analogen Prozessdatenkanals werden die Sinus- und Cosinussignale differentiell übertragen. Der bidirektionale Parameterkanal, entsprechend der RS 485-Spezifikation, dient zur Übertragung der absoluten Position und weiterer unterschiedlicher Parameter. Insgesamt besteht die Schnittstelle aus acht Leitungen. „Die Zukunft gehört dem rein digitalen Protokoll“, sagt Rolf Wagner, Division Manager Marketing & Sales, und ergänzt: „Das spart Kosten und Platzbedarf.“ Damit sei es nun auch möglich, ohne Umweg das Motor-Feedback direkt über das Motorkabel weiterzugeben.
Servoantriebs-Systeme in der elektrischen Antriebstechnik bestehen unter anderem aus den beiden Komponenten Regler und Motor. Bislang sind diese über zwei separate Anschlusskabel für Energieversorgung und Datenübertragung miteinander verbunden. Beide Kabel zu integrieren und so von den jeweils zwei Anschlusssteckern auf einen verzichten zu können, sei ein häufig geäußerter Wunsch vieler Motoren- und Reglerhersteller. Mit Hiperface DSL erfolge jetzt erstmals die gesamte Motor-Feedback-Kommunikation nur über das Motorkabel, so Wagner. Hierzu wird die Datenübertragung auf die Versorgungsspannung aufmoduliert. Spezielle Verfahren sorgen dafür, dass das Gebersignal von den Störungen auf dem Motorleistungskabel entkoppelt wird. Die Datenkommunikation erfolgt über Entfernungen bis 100 m und synchron zum Reglertakt. Mit Blick auf die zunehmenden Sicherheitsanforderungen auch in der elektrischen Antriebstechnik hat Sick die neue Schnittstelle zudem für SIL3-Niveau gemäß IEC 61508 ausgelegt.
Vorteile sieht Wagner auch in dem Verzicht auf weitere Analogkomponenten, etwa für einen Temperatursensor. „Motoren-, Regler- und Systemhersteller profitieren darüber hinaus von der Optimierung des Reglerkreises durch eine automatische Synchronisation zum Reglertakt sowie von mehr Freiheiten beim Motordesign – was gerade bei kleinen Servomotoren ein wichtiger Aspekt ist.“ Produkttechnisch bietet Sick mit dem Singleturn-Motor-Feedback-System EKS36 und der Multiturn-Version EKM36 jetzt die weltweit ersten Sensoren dieser Art mit der neuen Schnittstelle an. Von der Bauform her sind sie im bekannten Gehäusedurchmesser von 36 mm ausgeführt, wodurch am Servoantrieb keine mechanischen Modifikationen vorgenommen werden müssen. Wichtig aus sicherheitstechnischer Sicht ist, dass beide Motorfeedback-Systeme bis SIL2 nach IEC 61508 zertifiziert sind.










