IG Metall
Tarifabschluss in NRW mit Pilotcharakter
Arbeitgeber und Gewerkschaften in Nordrhein-Westfalen haben sich auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Der Abschluss soll Pilotcharakter für die gesamte Metall- und Elektroindustrie in Deutschland mit ihren 3,4 Millionen Beschäftigten haben.
Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen, Übernahme der Ausgebildeten und eine Einigung zur Entgelterhöhung - dies sind die Eckpunkte des neuen Tarifvertrages „Zukunft in Arbeit", welcher heute in Düsseldorf für die 700 000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen erzielt wurde. IG Metall-Bezirksleiter Oliver Burkhard hierzu: „Unser neuer Tarifvertrag macht Kurzarbeit attraktiv und schafft ein Anschlussstück, um das Tal dieser Krise ohne Kündigungen zu überwinden. Die Unternehmen haben jetzt hervorragende Instrumente, um Arbeitsausfall bis Mitte 2012 abzufedern."
Der neue Tarifvertrag wird in Betrieben angewandt, die seit mindestens zwölf Monaten kurzarbeiten. Hier gibt er für weitere zwölf Monate Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen. In der ersten Phase der neuen tariflichen Kurzarbeit von mindestens sechs Monaten wird die Sonderzahlung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld gezwölftelt und dem monatlichen Einkommen hinzugerechnet.
Dadurch steigt das Kurzarbeitergeld. Gleichzeitig mindern sich Kurzarbeitskosten für den Arbeitgeber, denn er muss bei Kurzarbeit nur noch anteiliges Urlaubs- und Weihnachtsgeld für geleistete Arbeitszeit zahlen. In einer zweiten Phase von weiteren sechs Monaten kann eine Arbeitszeitabsenkung mit Teilentgeltausgleich folgen. Die wöchentliche Arbeitszeit kann von 35 auf 28 Stunden abgesenkt werden. Bereits ab der 31. Stunde gibt es einen teilweisen Entgeltausgleich. Bei 28 Stunden Arbeitszeit sind 29,5 Stunden zu bezahlen.
Die Vereinbarung zur Entgelterhöhung
Für Mai 2010 bis März 2011 gibt es eine Einmalzahlung in Höhe von 320 Euro. Auszubildende erhalten 120 Euro. Die Auszahlung wird in zwei Teilbeträgen jeweils zum 01.05. und 01.12. erfolgen. Zum 01.04. 2011 kommt eine Entgelterhöhung von 2,7 % hinzu. Diese kann auch zwei Monate vorgezogen, oder um zwei Monate nach hinten verschoben werden.
Der Entgelttarifvertrag hat eine Laufzeit von 23 Monaten bis zum 31.03.2012.










