KW-Software
Strukturiert zur Sicherheitsfunktion
KW-Software hat ein neues Release seiner Safety-Lösung 'Safeprog' vorgestellt. Das Neue daran: Die Programmierung der Applikation kann künftig auch mittels 'Strukturiertem Text' erfolgen.
Safeprog von KW-Software kommt seit Jahren für die Programmierung von Sicherheitssteuerungen namhafter Hersteller wie B&R, Baumüller, Bombardier, Kuka Roboter oder Phoenix Contact zum Einsatz. Stand der Technik waren hierbei bis dato grafische Programmiersprachen wie Funktionsbausteinsprache (FBS) oder Kontaktplan (KOP). Laut Peter Fuchs, Marketing Director von KW-Software, "lassen sich jedoch komplexe Sicherheitsfunktionen und numerische Berechnungen im Bereich Maschinenbau und Prozesstechnik mit textuellen Programmiersprachen weitaus übersichtlicher und effizienter implementieren."
Dieser Erkenntnis Rechnung tragend, hat KW-Software bei Safeprog 3.00 nun die Möglichkeit geschaffen, die IEC-61131-Programmiersprache Strukturierter Text (ST) zu nutzen. Hierfür wurde der durch Safeprog 3.00 unterstützte Sprach- und Funktionsumfang reduziert. Dies führte Fuchs zufolge dazu, dass ST jetzt als sogenannte Limited Variability Language (LVL) gemäß einschlägiger Sektornormen gilt. Damit kann der Anwender Sicherheitsanwendungen mittels ST implementieren, ohne den Geltungsbereich der Sektornormen zu verlassen.
Zur Erklärung: Bisher war diese ST als Full Variability Language (FVL) eingestuft. Die Anforderungen an die Entwicklung sicherheitsgerichteter Anwendungssoftware sind nach Sektornormen wie etwa der ISO 13849 jedoch nur mit Low Variability Languages (LVL) zu erfüllen. Der Sprachumfang wurde daher insoweit reduziert, dass er dem der Funktionsbausteinsprache entspricht. Beispiel: Die bedingte Ausführung einer Sicherheitsfunktion ist auch in ST nicht verfügbar.
Der Editor zur Eingabe des ST-Quelltextes beinhaltet unter anderem Autovervollständigung oder die Anzeige der Formalparameternamen von Funktionsbausteinen bereits während der Eingabe. Eine syntaktische und semantische Analyse während des Editierens erkennt Programmierfehler unmittelbar und stellt sie dar.
Wie bei der bisherigen Version von Safeprog wurde bei dem Release 3.00 die durchgängig diversitäre Architektur weitergeführt. So basiert die Code-Erzeugung für ST auf zwei diversitären Compilern. Diese erzeugen nativen Laufzeitcode für das sichere Laufzeitsystem Safeos, der auf unterschiedlichen CPU-Architekturen verarbeitet werden kann. Für die Code-Analyse kommen dieselben Regeln zur Anwendung wie bei den grafischen Programmiersprachen. "Durch diese Analyse des Daten- und Kontrollflusses wird der Anwender auf eine potenziell fehleranfällige Programmierung hingewiesen", erklärt Fuchs.
Darüber hinaus enthält Safeprog 3.00 einen grafischen Projektvergleich, der direkt die Programmquellen für FBS und KOP vergleicht. Der Vergleich findet auf Basis der Quelldateien (PLCopen XML) statt. So sind Fuchs zufolge auch Projekte miteinander vergleichbar, die sich aufgrund von Fehlern nicht compilieren lassen oder sich noch in der Entwicklungsphase befinden.
Sowohl Safeprog 3.00 als auch der darin enthaltene sichere Parametrierungseditor Safegrid sind gemäß der IEC 61508:2010 (Second Edition) bis SIL 3 zertifiziert. Die Zertifizierung erfolgte durch das Institut für Arbeitsschutz (IFA) und den TÜV Rheinland.










