ABB
'Big Data' zur Gefahrenvermeidung
ABB beteiligt sich als Koordinator am Projekt 'FEE'. Ziel des Vorhabens: Die Unterstützung und Entlastung der Anlagenfahrer der Zukunft beim Entscheidungsprozess in kritischen Situationen – durch Wissen, das mit neuartigen Big-Data-Ansätzen generiert wird.
Der hohe Automatisierungsgrad führt dazu, dass Anlagenfahrer kaum Erfahrungen mit dem dynamischen Verhalten der Anlagen und dem Ablauf der industriellen Prozesse sammeln können. Diese Erfahrung fehlt dann gerade in unerwarteten Betriebszuständen, so dass Bediener in Folge von der Vielzahl an Alarmen und Meldungen – so genannten Alarmfluten – überfordert sind.
© ABBDas Projekt 'FEE' zur frühzeitigen Erkennung und Entscheidungsunterstützung in kritischen Situationen im Produktionsumfeld wurde Ende Oktober gestartet. Das deutsche ABB Forschungszentrum in Ladenburg übernimmt die Koordination im dazu gegründeten Konsortium. Bei dem Projekt handelt es sich um ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms 'IKT 2020 – Forschung für Innovationen' gefördertes Vorhaben auf dem Gebiet 'Management und Analyse großer Datenmengen (Big Data)'. Konsortialpartner sind ABB Deutschland mit dem Geschäftsbereich Chemie, RapidMiner GmbH, TU Dresden, Universität Kassel mit den Fachgebieten Mess- und Regelungstechnik und Wissensverarbeitung sowie als assoziierte Partner u. a. PCK Raffinerie GmbH und INEOS Köln GmbH.
Alarmmanagement ist dabei einer der Bereiche, in denen Big-Data-Technologien zum Einsatz kommen werden. Zentraler Gedanke ist, solche Alarme zu vermeiden, die in der jeweiligen Situation
keine hilfreiche Information für die Anlagenfahrer darstellen. Solche überflüssigen Alarme können sogar von wichtigen Sachverhalten ablenken und zu Fehlentscheidungen führen. Kritische Prozesssituationen werden so durch die begrenzte Anzahl von Alarmen vermieden, das menschliche Auffassungsvermögen wird nicht überlastet.
Häufig wird eine noch akzeptable Obergrenze mit zehn Alarmen innerhalb von zehn Minuten angegeben. Es besteht weitgehende Einigkeit unter Alarmmanagementexperten, dass ein solcher Zielwert nicht mit einfachen Standardmechanismen erreicht werden kann, sondern dass weitergehende Methoden erforderlich sind, wie sie in 'FEE' untersucht werden.










