Maschinenbau
Weiterbildung statt Kurzarbeit!
Es gibt sie auch jetzt noch: Unternehmen die gute Auftragseingänge vorweisen, beziehungsweise Umsätze ausweisen. Die Mehrzahl der täglichen Meldungen handelt allerdings von Firmen, die weit unter Ihrer Auslastungsgrenze operieren, dies auch entsprechend kommunizieren und danach handeln.
Wie lässt sich die prekäre wirtschaftliche Lage meistern? Wie sind die anstehenden Herausforderungen anzugehen? Ein ganz wesentlicher Punkt ist, auf keinen Fall in eine Schockstarre zu verfallen. Sprich: Keine Kurzarbeit über alle Abteilungen -- inklusive der Entwicklungsabteilungen – auszurufen. Sicher, dies ist leichter gesagt als getan. Doch eines ist auch sicher: Wenn die Kämpfe um die nächsten Aufträge immer härter werden, lässt sich kein Blumentopf mit gebremster „Denkmaschine“ gewinnen!
Vielmehr sollte die Zeit jetzt genutzt werden, um nach den vielen Jahren der Hochkonjunktur im Maschinen- und Anlagenbau – in denen auch nie Zeit war, so manche intern dringend nötige Aufräumarbeit zu tun – nun wirklich anzugehen. Gleichzeitig sollte daran gearbeitet werden die (interne) Weiterbildung zu forcieren. Aus meiner Erfahrung heraus gibt es in den Unternehmen sehr großen Bedarf, über die Grenzen der einzelnen Ingenieursdisziplinen hinweg zu kommunizieren. Jetzt gäbe es Gelegenheit in interdisziplinären Teams nach neuen Wegen zu suchen, die sowohl innovative Ansätze als auch Kosteneinsparpotentiale mit sich bringen. Nachdem es oft sehr schwer ist, sich von innen heraus zu erneuern, bedarf es oft an Impulsen von außen.
So gibt es die Möglichkeit an BMBF-geförderten und kostenlosen Kurz-Assessments des VDMA teilzunehmen. Ziel dieser Assessments ist, die Qualität der disziplin-übergreifenden Zusammenarbeit innerhalb von 1-2 Stunden zu erfassen und abzuleiten, was zu tun ist. In den bis jetzt über 40 durchgeführten Befragungen mit führenden Unternehmen stellte sich heraus, dass sich die mangelnde Abstimmung zwischen den Disziplinen in vielen Unternehmen vielfach in Problemen mit der Softwarequalität äußert. Um aufzuzeigen, was in diesen Situationen zu tun ist, führt das Haus ITQ gemeinsam mit dem VDMA, ebenfalls kostenfreie Workshops zum Thema Softwarequalität durch.
Solche „Weiterbildungs“-Maßnahmen sind sicherlich nicht das Allheilmittel für eine gesamtwirtschaftlich schwierige Situation. Neue Ansätze und Maßnahmen, um eigene Kräfte gerade jetzt zu mobilisieren und entschlossen vorwärts zu gehen, können jedoch ein entscheidender Anfang sein. Denn eines ist sicher, es sind gerade die schwierigen Zeiten im Leben, in denen der Mensch zugänglich ist und am meisten lernt.










