VDMA-Plattform Photovoltaik-Produktionsmittel

Stefan Kuppinger,

Umsätze auf Rekordniveau, Auftragseingang im Keller

Die Umsätze der deutschen Hersteller von Komponenten, Maschinen und Anlagen für die Photovoltaik liegt im zweiten Quartal 2011 auf Rekordniveau. Allerdings bricht laut VDMA der Auftragseingang auf das Niveau von 2009 ein.

Konkret wurde im Vergleich zum Vorjahresquartal ein Umsatzplus von gut 28 Prozent verbucht. „Das ist der absolute Höchststand seit dem Beginn der Erhebung der Daten im Jahr 2005“, erklärt Dr. Peter Fath, Vorsitzender des Vorstands von VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel. Garant für die guten Umsatzzahlen der Branche waren asiatische Kunden: Deutlich über 70 Prozent aller Umsätze wurden in Fernost, vor allem in China erzielt. Zweitstärkste Absatzregion mit gut 15 Prozent Marktanteil ist der deutsche Markt. Wenig Grund zur Freude bietet dagegen die Situation im oft als zukunftsweisend gehandelten US-Markt. Lediglich etwas über drei Prozent der Umsätze wurden im zweiten Quartal auf dem amerikanischen Markt erzielt. Deutlich angeschlagen zeigt sich das europäische Ausland. „Waren hier in der Vergangenheit Umsatzanteile von über zehn Prozent üblich, sind es nur noch 7,5 Prozent“, sagt Fath.

Nach Produktkategorien aufgeschlüsselt bleibt das Equipment für die Zellfertigung mit gut 70 Prozent Umsatzanteil der Spitzenreiter. Geschwächt zeigen sich dagegen die Umsätze bei Anlagen zur Poly-Silizium-, Ingot- und Waferproduktion, auf die lediglich drei Prozent Marktanteil entfallen.

Rückgang der Auftragseingänge dämpft Erwartungen

Bei den meisten PV-Maschinenbauern ist der Auftragsbestand zwar noch recht ansehnlich. Jedoch brach der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahresquartal um 56 Prozent ein und liegt nun auf dem Niveau von Mitte 2009. Als Gründe für die nachlassende Investitionsbereitschaft nennt Fath vor allem die im letzten Jahr aufgebauten Kapazitätsüberschüsse in der Zell- und Modulfertigung sowie die verhalten agierenden PV-Installationsmärkte in Europa. Gerade Investitionen in die Modulproduktion und in die Dünnschichttechnologie sind von diesen Entwicklungen betroffen. „Klar ist, dass die Umsätze zum Jahresende moderater ausfallen werden“, sagt Fath, „und der Photovoltaik-Maschinenbau nun wohl erst mittelfristig von der Energiewende profitiert.“

Rund 100 VDMA-Mitglieder beschäftigen sich derzeit mit dem Thema Photovoltaik-Produktionsanlagen. Das Thema startete 2007 als Zusammenarbeit der VDMA-Sparten Elektronikfertigung, Glastechnik, Energie, Organic Electronics, Robotik+Automation, Laser-Fertigungstechnik und Photonik, Oberflächentechnik, Vakuumtechnik sowie Displays. Mit Gründung der erweiterten Plattform VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel im Frühjahr 2010 wurden die Aktivitäten für die Mitglieder ausgeweitet und die Sichtbarkeit der Branche erhöht.

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